Das Kulturjahr 2025 in Lienz lockte mit großen Namen und spannenden Newcomern

Claudia Funder, Leiterin der Abteilung Stadtkultur in Lienz, brachte heuer wieder Vielfalt und Qualität auf die Bühnen der Stadt. Hochkultur und Angebote abseits des Mainstreams vermochten erneut, ein breites Publikum zu begeistern.

Im Gespräch mit dem JOURNAL wirkt Claudia Funder erfreut und sehr zufrieden damit, was sie heuer in ihrem Wirkungsbereich realisieren konnte. Sie blickt auf ein lebendiges, höchst erfolgreiches Kulturjahr 2025 zurück. Die Veranstaltungen aus unterschiedlichen Genres wurden erneut zu Orten der Begegnung, des Austausches und des Erlebens. „Das Publikum hat wieder Aufgeschlossenheit für Neues und Unkonventionelles bewiesen, das freut mich ganz besonders“, betont die Abteilungsleiterin.

Die Auswahl des bunten Programms für alle Generationen fand breiten Anklang und die hohe Besucheranzahl führte zu erfreulichen Einnahmen für die Stadtgemeinde. „Positive Rückmeldungen bestätigen uns immer wieder in unserer Arbeit und sind Motivation für weitere Planungen“, freut sich Funder. Mit „uns“ meint sie auch ihre Kollegin Lena Stocker-Kashofer, für die sie voll des Lobes ist: „Ich könnte mir keine bessere Mitarbeiterin wünschen. Wir sind ein Team mit starkem Zusammenhalt und verstehen uns längst blind.“

 

Das international bekannte Indie-Rock-Duo Cari Cari begeisterte 2025 das Publikum in Lienz.

 

Spannende Tätigkeit

Das Programm bis zum Herbst 2026 wird noch die Handschrift von Claudia Funder tragen. Danach wird sie ihren wohlverdienten Ruhestand antreten und die Agenden der Stadtkultur ihrer Nachfolge übergeben. Bis es soweit ist, bleibt noch viel zu tun. Die Vorbereitung und Organisation zahlreicher Veranstaltungen verlangt ein hohes Maß an Flexibilität, jede Menge Herzblut und einen kühlen Kopf.

Um in Zeiten der Teuerungen mit einem vergleichsweise kleinen Budget ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen und großartige Künstler auf die Bühne bringen zu können, braucht es neben Verhandlungsgeschick vor allem schlanke Strukturen und Reduktion dort, wo es sinnvoll ist. Funder verwaltet die zur Verfügung stehenden Mittel pragmatisch und hat stets den Überblick über die Zahlen.

Sie bringt eine Vielzahl von Veranstaltungen auf Spur, von der Künstlersuche über Gagenverhandlungen, Vertragserstellung und Detailplanung bis zur Bewerbung und professionellen Abwicklung vor Ort. „Mein Arbeitsalltag ist ebenso fordernd wie spannend und abwechslungsreich“, so die 60-Jährige.

Beharrlichkeit lohnt sich

Lienz liegt aufgrund seiner geografischen Position selten auf der Strecke großer Touren. Überzeugungsarbeit ist nötig, um Künstler dennoch hierher zu lotsen. Auch heuer ist es Claudia Funder wiederholt gelungen, anfangs unerreichbare Künstler doch noch nach Osttirol zu bringen. „Ich kann sehr hartnäckig sein, wenn ich eine Produktion unbedingt haben möchte“, lacht sie und ergänzt: „Aber ich bin auch geduldig, wenn das etwas länger dauert. Bis man vertragseinig ist, verstreichen bisweilen Wochen oder Monate. Manchmal ist es ein weiter Weg, bis bekannte Namen hier willkommen geheißen werden können. Gelingt es mir, ist es jedes Mal ein Hochgefühl.“

 

Als Musiker war heuer auch ZIB-Moderator Tobias Pötzelsberger zu Gast in Lienz.

 

Zuspruch und Applaus

Im Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr dankt Claudia Funder ganz besonders Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und dem Kulturausschuss für den beständigen Rückhalt und für das Vertrauen in ihre Arbeit, ihrer unverzichtbaren Kollegin Lena, dem treuen Publikum und den Künstlern aus nah und fern, die sie begrüßen durfte. Viele waren zu Gast, es gab jede Menge Applaus, etwa für Julian le Play, Simon Lewis, die Tiroler Barockinstrumentalisten & Novo Canto, das international bekannte Indie-Duo Cari Cari oder die beliebten Schauspieler Fritz Karl und Aaron Karl – um nur einige beispielhaft zu nennen.

Theater für Groß und Klein sorgte für kurzweilige Unterhaltung und Leichtigkeit, Lesungen für große Aufmerksamkeit. Frischen Wind abseits des Mainstreams brachte unkonventionelle Musik wie etwa jene von My Ugly Clementine, Edna Million und Anna Buchegger auf die Bühnen. Bewährtes und Neues, große Namen und Senkrechtstarter sorgten für volle Säle und besondere Momente.  Die gute Stimmung wurde vom Publikum auch in diesem Jahr wieder wunderbar mitgetragen.

 

Für ein besonderes Kulturerlebnis sorgte Schauspielerin Verena Altenberger.

 

Besondere Begegnungen

Von wem war Claudia Funder heuer persönlich am meisten beeindruckt? „Ich werde mich wohl noch lange und gerne an etliche Künstler und ihre unterschiedlichen Darbietungen erinnern. Unvergessen bleiben mir aber mit Sicherheit der Abend von ZIB-Moderator Tobias Pötzelsberger, der auch ein wunderbarer Musiker ist und mit seiner Band im Stadtsaal begeisterte, sowie die berührende Lesung von Schauspielerin Verena Altenberger. Ihre Auftritte waren für mich außergewöhnliche Erlebnisse. Zudem waren diese beiden Künstler backstage erfrischend unkompliziert und hochsympathisch“, schwärmt Claudia Funder immer noch von diesen besonderen Begegnungen.

Flexibilität ist gefragt

Jede neue Buchung eines Konzerts, einer Lesung, eines Kabaretts oder eines Theaters bringt neben viel Planungs- und Organisationsarbeit auch Abenteuer und Überraschungen mit sich. „Kein Event ist wie das andere“, weiß Claudia Funder aus Erfahrung. „Auch wenn man im Vorfeld alles bis ins kleinste Detail plant, gibt es am Veranstaltungstag fast immer unvorhergesehene Herausforderungen, auf die man spontan reagieren und für die man unverzüglich gute Lösungen finden muss. Dies rasch und zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu meistern, kann durchaus anspruchsvoll sein, ist aber auch ein sehr spannender Teil dieses Jobs“, so Funder und ergänzt: „Das Interesse des Publikums an Veranstaltungen der Stadtkultur ist groß, einige Termine sind schon Monate vorher ausverkauft. Diese positive Dynamik nehme ich mit in mein letztes Jahr. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.“

 

Text: Redaktion, Fotos: Elias Bachmann, Brunner Images

16. Dezember 2025 um