„Cantarmonie”: Ein Chorprojekt für Osttiroler und Oberkärntner Stimmen

Junge und erfahrene Sängertalente zu fördern, ist die Intention hinter dem Chorprojekt „Cantarmonie“. Ende Oktober debütierte das Vokalensemble in Lienz und Spittal an der Drau.

Man kennt sie in den Dörfern und Gemeinden – die vielen talentierten MusikerInnen und SängerInnen. Von den Musikkapellen über den Kirchenchor und andere Ensembles bis hin zur musikalischen Gestaltung verschiedenster Veranstaltungen engagieren sich Menschen vielfältig in ihren Heimatgemeinden. „Diese Talente und diesen Erfahrungsschatz zu nutzen und überregional zusammenzuführen, ist die Idee hinter unserem Chorprojekt. Daher haben wir uns zusammengetan und überlegt, wie man unsere heimischen Gesangstalente fördern kann. Schnell war klar, dass es ein Angebot geben muss, das sowohl junge als auch langgediente SängerInnen zusammenführt und durch ausgewählte Literatur fordert und fördert“, berichtet Obmann und Initiator Florian Mattersberger von der Vereinsgründung.

 

 

Der Chorname „Cantarmonie“ setzt sich aus den Wörtern „cantare“ (= singen) und „Harmonie” zusammen. Ob Lienzer Talboden, Iseltal, Kalsertal, Pustertal, Mölltal, Drautal oder Gailtal – die 28 Sängerinnen und Sänger kommen aus fast allen Teilen Oberkärntens und Osttirols. Gemeinsam mit den beiden künstlerischen Leitern, Gernot Kacetl und Alois Wendlinger, studieren sie gehobene Chorliteratur ein, wobei der Erfahrungsaustausch eine wichtige Rolle spielt. „Das Zusammenwirken so vieler schöner Stimmen aus unterschiedlichen  Tälern und Dörfern ist einfach wunderbar“, schwärmt der Obmann von „seinen“ Sängerinnen und Sängern.

Für die ersten Konzerte in der Klosterkirche St. Marien in Lienz und in der Stadtpfarrkirche Mariä Verkündigung in Spittal an der Drau wählten die Chorleiter Werke zum Totengedenken aus, die zum Teil durch Kärntner BarockinstrumentalistInnen bereichert wurden. Einige Stücke trugen die SängerInnen a cappella vor. Die dargebotene Literatur reichte bei diesen „Gründungskonzerten“ von Gregorianik bis hin zu Werken aus dem 20. Jahrhundert.

 

 

Die beiden Gotteshäuser waren bei den Konzerten kurz vor Allerheiligen bis auf den letzten Platz gefüllt. Obmann Florian Mattersberger führte mit passenden Texten zum Thema „Selig sind die Toten” durch den Abend. Den Beginn machten die „Männerregister“ mit einem Gregorianischen Gesang, der auch im lateinischen Ritus als Eröffnung eines Requiems gilt. Es folgten noch zwei weitere Choräle und ein Lied für den Männerchor von Mauersberger. Auch die Frauenstimmen meisterten die anspruchsvolle Literatur von Telfer und Distler mit Bravour. „Bemerkenswert ist die Ausgeglichenheit der einzelnen Stimmregister, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren.

 

 

Ein besonderes Erlebnis für die Zuhörerinnen und Zuhörer war es, als unser Chor in seiner vollen Anzahl die Stimmen erhob. Bei Werken von Schütz, Holst und Mauersberger wurden feine Piano-Klänge, aber auch kraftvolle Forti geboten“, so Mattersberger. Gemeinsam mit den Kärntner BarockinstrumentalistInnen wurde zum Abschluss die Trauermotette von Bruhns „Ich liege und schlafe“ aufgeführt. Die Sopranistin Maria Wendlinger, Mezzo Anja Weihs, Tenor Alois Wendlinger und Bass Lukas Kollnig führten gefühlvoll durch die Arien.

„Wir nehmen natürlich gerne weitere Mitglieder in unseren Chor auf. Mit unserem nächsten Projekt, das für das Frühjahr 2023 geplant ist, wollen wir die Jugend in den Fokus stellen“, gibt Florian Mattersberger abschließend einen Ausblick auf die Zukunft von „Cantarmonie”.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Cantarmonie

23. Dezember 2022 um