Bildband über „ein Stück Defregger Fotogeschichte“

Im Gemeindesaal von St. Jakob i.D. wurde am Abend des 13.6. der Fotoband „Josef Schett. Licht und Schatten – von der Glasplatte zur Ansichtskarte“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Glasnegativtafeln aus dem Nachlass des Fotografen Josef Schett, Flohmärkte und Antiquarien sowie Leihgaben aus privaten Fotosammlungen waren die Quellen der mühevollen, aber auch sehr interessanten Arbeit der Buchherausgeber Carmen Brugger und Heinz Kröll, die sich am Abend des 13. Juni im St. Jakober Gemeindesaal gemeinsam mit Nachkommen des Fotografen, mit dem St. Jakober Bürgermeister NR Mag. Gerald Hauser und vielen Interessierten aus der Bevölkerung über ein sehr gelungenes Werk freuen konnten. Die 247 Seiten und rd. 250 Fotos umfassende Monografie zeichnet ein interessantes Gesamtbild des Lebens im Defereggental im Zeitraum von unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Mitte der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. Der Schwerpunkt der Fotos ist auf St. Jakob gerichtet, wo im Jahr 1900 auch der Fotograf Josef Schett das Licht der Welt erblickte. Die Aufnahmen Schetts, der als Fotograf und Ansichtskartenverleger zum Zeitzeugen und Chronisten des Lebens in dem Tiroler Gebirgstal wurde, öffnen den Blick auf die Landschaft und auf den Alltag der Menschen der damaligen Zeit. Sie zeigen eine Hochzeitsgesellschaft aus dem Jahr 1923 ebenso wie den Wandel in der Tracht der Musikkapelle St. Jakob (1926 und 1950), die Veranstaltung von Nähkursen durch die Fa. Singer (1927) ebenso wie die „Dachgleiche“ am Haus „Peters“ 1929. Außerdem zu sehen sind Aufnahmen einer Primiz aus dem Jahr 1928 oder eine Kreuzweihe im Gedenken an Bundeskanzler Dollfuß im Jahr 1935. Aus dem Jahr 1952 stammen Fotos von Theateraufführungen in Bad Grünmoos und aus dem Jahr 1957 jene eines Flugzeuges des Bundesheeres, das nach einer Murenkatastrophe Versorgungsflüge durchführte. Weitere Bilder lenken den Blick auf die Arbeit auf dem Feld, lichten Almen, Schutzhütten und Berggipfel ab oder verdeutlichen, wie stark die alpinen Gletscher in den vergangenen Jahrzehnten infolge der Klimaerwärmung geschrumpft sind.

In einem Projekt der Gemeinde St. Jakob, finanziell unterstützt vom FP-Bildungsinstitut, wurden rund 120 Bildplatten digitalisiert. Die Original-Negativglastafeln konnten, verstaut in Schachteln am Dachboden der Tochter des Fotografen, Josefine Tegischer, und ihrer Familie zwischen Kisten, alten Möbelstücken und auch Spinnweben die Zeit überdauern. Das Foto zeigt u.a. Josef Schett (mit Hut) vor seinem Atelier.

In einem Projekt der Gemeinde St. Jakob, finanziell unterstützt vom FP-Bildungsinstitut, wurden rund 120 Bildplatten digitalisiert. Die Original-Negativglastafeln konnten, verstaut in Schachteln am Dachboden der Tochter des Fotografen, Josefine Tegischer, und ihrer Familie zwischen Kisten, alten Möbelstücken und auch Spinnweben die Zeit überdauern. Das Foto zeigt u.a. Josef Schett (mit Hut) vor seinem Atelier.

Die Monographie über den Fotografen Josef Schett ist in einer Auflage von 2.000 Stück erschienen. Weitere Präsentationen der Publikation sind in Innsbruck und Wien geplant. Erhältlich ist das Buch im Gemeindeamt von St. Jakob.

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Die Idee, aus den Aufnahmen von Josef Schett eine Monografie zu gestalten, stammt von Carmen Brugger. Die Eigentümer haben das Fotomaterial zusammen mit ihr gesichtet und zur Verfügung gestellt. Entstanden ist daraus der nun vorliegende Fotoband, der Text dazu stammt von Autor Mag. Heinz Kröll, neben Carmen Brugger Herausgeber der Monografie. Im Bild v.l.n.r.: Bgm. Gerald Hauser mit Carmen Brugger, Josefine Tegischer, deren Tochter Johanna Senfter und Heinz Kröll

Text: E. Hilgartner, Fotos: Osttirol heute/H.Kraner

14. Juni 2015 um