10 Jahre Mölltaler Geschichten Festival: Ein „SELTSAMES ENDE“ – im besten Sinne

Das 10. Mölltaler Geschichten Festival fand am Samstag, 27. September, in Großkirchheim seinen krönenden Abschluss. Festival-Koordinatorin Melitta Fitzer erhielt das Ehrenzeichen des Landes Kärnten überreicht.

Mit dem Thema „seltsam“ hatte die diesjährige Ausgabe des Festivals international Autoren zu wahrlich ungewöhnlichen Erzählungen inspiriert. Die besten Kurzgeschichten wurden bei gut besuchten Lesungen in Heiligenblut, Stall, Obervellach und Kolbnitz von ihren Autorinnen und Autoren der Fachjury und der Publikumsjury vorgestellt.

Seinen End- und Höhepunkt fand das 10. Mölltaler Geschichten Festival  in der Alten Schmelz in Döllach/Großkirchheim. Hier wurden die Mölltaler SchreibAdern – wertvolle, goldverzierte Mineralien aus dem Mölltal – sowie Geldpreise in den Kategorien Fachjurypreis, Publikumspreis, Mölltaler Preis und Nachwuchspreis sowie der Literaturpreis des Landes Kärnten für Kurzgeschichten vergeben.

Beim Nachwuchs gewannen drei Mölltaler Mittelschüler, alles Absolventen einer vom Festival und den drei Mölltaler Mittelschulen organisierten Schreibwerkstatt mit Hans-Christian-Andersen-Preisträger Heinz Janisch.

Sieger des Nachwuchspreises, der vom Nationalpark Hohe Tauern n Kärnten gesponsert wird, ist die literarisch einzigartige Erzählung „Wolf“ von Liliane Vierbauch aus Obervellach. Sie verwendete den Rotkäppchen-Mythos für ein verstörendes Bild unserer Menschlichkeit. Liliane Vierbauch gewann auch den „Mölltaler Preis”, den die Raiffeisenbank Großglockner-Weissensee sponsert.

Vea Kaiser erwähnte in ihrer Eröffnungsrede, wie hochwertig die Texte auch der jungen Autoren waren: „ Das Festival hinterlässt seine Spuren. In zehn Jahren wird das Mölltal nicht nur für die schönsten Berge, die freundlichsten Menschen, die Energiewirtschaft und die Tunnelbauer bekannt sein, sondern auch für großartige Nachwuchsautoren.“

Das Publikum wählte in den vier Lesungen seine Favoriten. Gewinnerin der Mölltaler SchreibAder ist Lisa Gärtitz aus Chemnitz mit ihrer berührenden Erzählung über eine Mutter, die fest an die Heimkehr des vor Jahrzehnten verschwundenen Kindes glaubt. Und recht hat.

Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Literaturpreises des Landes Kärnten für Kurzgeschichten. Die Fachjury, geleitet von Bestsellerautorin Vea Kaiser und unterstützt von ihren anwesenden zwei Kollegen, Ö1-Redakteurin Julia Zarbach und Kulturmanager Igor Pucker, sprach über die Qual der Wahl, unter so vielen exzellenten Geschichten eine Rangordnung zu bestimmen. Sie waren sich jedoch alle sicher über den Sieger.

Die Fachjury wählte für den Literaturpreis die Kurzgeschichte „Von Gordimer und seinen Ziegen“ aus. Der junge Autor Magnus Schroth erzählt darin eine zarte Geschichte von Menschen auf einer Insel, Monstern und Ziegen mit Haifischzähnen.

Julia Zarbach von der Fachjury: „Es ist ein unglaublich kraftvoller Text, der es vermag, in sein ganz eigenes, originelles Universum zu führen.“ Sara Schaar übergab im Auftrag des Landeshauptmanns und Kulturreferenten Peter Kaiser die Urkunde, ein Preis, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

Ein ungeplante Unterbrechung der Feier brachte eine Überraschung für die Koordinatorin des Festival, Melitta Fitzer: In Vertretung des Landeshauptmanns Peter Kaiser überreichte ihr Landesrätin Sara Schaar das Ehrenzeichen des Landes Kärnten für besondere Verdienste.

Melitta Fitzer: „Ich freue mich immens über die Anerkennung. Diese Ehre teile ich mit den fünf Menschen aus Winklern, Barbara, Ilse, Gustl, Andreas und Yannin, die eine ungewöhnliche Idee in die Tat umsetzten, und den Organisationsmitgliedern in den 12 Mölltaler Gemeinden, die sie nun Jahr für Jahr weiterführen.“

Die Anthologie mit den 33 besten Geschichten des Festivals kommt im November 2025 beim Verlag Mohorjeva-Hermagoras heraus.

 

Text: Redaktion, Foto: Sandra Suntinger

07. Oktober 2025 um