Virgen: Baustopp durch archäologische Funde
Die Arbeiten an der Friedhofserweiterung mussten aufgrund von Funden vorübergehend gestoppt werden – Keramikscherben und Bronzenadeln sollen ca. 1.300 Jahre alt sein.
In der vergangenen Woche wurde mit dem Bau der Friedhofserweiterung in Virgen begonnen. Durch überraschende archäologische Funde mussten die Arbeiten jetzt vorübergehend unterbrochen werden. „Aufgrund der Nähe zum bestehenden Friedhof und dem sehr hohen Alter der Kirche hat das Denkmalamt eine archäologische Baubegleitung angeordnet“, so Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler.
Gräberfunde hatten die Experten im Bereich der sehr alten Pfarrkirche erwartet. Was zum Vorschein kam, überraschte jedoch sehr. „Schon nach wenigen Baggerhüben war klar, dass sich unter der Erde Überreste einer frühmittelalterlichen Siedlung verbergen. Die bisherigen Funde – wie Keramikscherben und Bronzenadeln – sind ca. 1.300 Jahre alt“, erklärte Dr. Thomas Tischer, der die archäologischen Arbeiten leitet. Aus dieser Zeit gäbe es in Tirol sehr wenige dokumentierte Ausgrabungen, weshalb die Virger Funde als archäologisch höchst interessant eingestuft werden.

Das Archäologen-Team sichert derzeit die bedeutsamen Relikte. Die Gemeinde teilte mit, dass die Bauarbeiten in spätestens zwei Wochen ohne Einschränkungen fortgeführt werden können.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Gemeinde Virgen/Ingrid Wibmer
