Fahrrad-Unfälle nehmen zu: Land startet Kampagne

In den letzten 5 Jahren ist die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Fahrradbeteiligung in Tirol um 41 % gestiegen. Nun will man die Menschen für mehr Achtsamkeit sensibilisieren.

Mit der Kampagne „Gib Acht, Fahr Fair“ wollen die Initiatoren dem fundamentalen Grundsatz des in der StVO verankerten Rücksichtnahmegebotes verstärkt Rechnung tragen. Das Prinzip des „defensiven Fahrens“ soll wieder in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer gerückt werden. Rücksichtnahme und ein geregeltes Kooperieren im Straßenverkehr stehen im Fokus. Als Projektpartner fungieren das Land Tirol, die Landespolizeidirektion, der Verein Sicheres Tirol und das Kuratorium für Verkehrssicherheit unter Federführung der Landesabteilung Verkehrsrecht. „Wir wissen, dass die Hälfte aller Autofahrten in Tirol kürzer als fünf Kilometer ist. Zu Fuß gehen und insbesondere das Radfahren spielen eine Schlüsselrolle in der Mobilitätswende. Hier braucht es ein gutes Miteinander der verschiedenen Fortbewegungsarten im Straßenverkehr. Das verhindert Ärgerlichkeiten und Unfälle, fördert die Gesundheit und schont zugleich das Klima“, zeigen sich die Landespolitiker Josef Geisler und Ingrid Felipe überzeugt.

Ziel des Landes ist es, Tirol auf allen Ebenen noch radfahrfreundlicher zu machen. Derzeit gibt es in Tirol rund 1.000 Kilometer Radwege. Im Rahmen der „Tiroler Radwegeoffensive“ konnten inzwischen über 80 Kilometer Radwege saniert oder neu gebaut werden. Weitere befinden sich gerade in Bau bzw. sind in Planung.

 

Laut Statistik der Landespolizeidirektion Tirol ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrradbeteiligung sowie die Zahl der verletzten RadfahrerInnen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2017 hat es in Tirol rund 1.100 Verkehrsunfälle mit Fahrradbeteiligung gegeben – darunter fünf tödlich verunglückte RadfahrerInnen. Der Anteil an den Gesamtunfällen liegt damit bereits bei 27 Prozent. Die am stärksten betroffenen Altersgruppen sind die 45- bis 60-Jährigen sowie Personen über 65, die jeweils 27 bzw. 19 Prozent ausmachen. Über 70 Prozent der Verkehrsunfälle mit Fahrradbeteiligung ereignen sich auf Straßen in Ortsgebieten. Unfallursachen sind hauptsächlich Ablenkung, nicht angepasste Geschwindigkeit und Vorrangverletzung.

 

Text: Redaktion, Foto: Fotolia/arborpulchra