Monitoring im Nationalpark Hohe Tauern Tirol: Sechs junge Steinadler gesichtet

Die sechs Jungvögel wurden im Rahmen des diesjährigen Steinadler-Monitorings in Prägraten a.G., im Iseltal, im Gschlösstal und in St. Jakob i.D. gesichtet – die größte Anzahl seit mehreren Jahren.

Der Steinadler steht symbolisch für die Freiheit und Unberührtheit der Natur. War er gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Zentraleuropa fast ausgerottet, hat sich sein Bestand in der Zwischenzeit wieder erholt. Möglich wurde dies durch intensive Schutzmaßnahmen samt Monitoring, wie es im Nationalpark Hohe Tauern stattfindet.

Die gesetzten Maßnahmen sind erfolgreich: Beim diesjährigen Steinadler-Monitoring konnten in Osttirol insgesamt sechs Jungvögel nachgewiesen werden.

Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern stellen einen wichtigen Kernlebensraum für den Steinadler dar. Diesen Lebensraum zu erhalten und damit das Vorkommen der Art zu sichern, ist eine der Hauptaufgaben des Nationalparks. Ein wichtiger Teil des Schutzes ist das intensive Monitoring, das für den Steinadler jährlich durchgeführt wird. Dabei werden die Steinadlerpaare im Nationalpark gezählt, Horste (d. h. mehrjährig genutzte Nester) erhoben sowie das Brutgeschehen beobachtet und dokumentiert.

„Der Steinadler ist ein Symboltier unserer Alpen und hat eine große ökologische wie auch kulturelle Bedeutung. Deshalb ist es unsere Verantwortung, frühzeitig Entwicklungen zu erkennen und den Lebensraum dieser faszinierenden Tiere dauerhaft zu erhalten. Das Monitoring ist ein wichtiger Bestandteil des Artenschutzes. Es dient dazu, den Bestand zu überwachen, Bedrohungen zu identifizieren und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Auf diese Weise wird das Überleben dieser faszinierenden Tierart gesichert“, erklärt Naturschutzlandesrat René Zumtobel.

Nationalpark als Heimat der Steinadler

Im Nationalpark Hohe Tauern leben derzeit etwa 42 Steinadlerpaare – das entspricht 15 % des österreichischen Gesamtbestandes. Steinadler brüten gegen Ende März bzw. Anfang April. Die Jungvögel schlüpfen nach ca. 45 Tagen aus dem Ei und verbringen die erste Zeit im Horst, wo sie von den Eltern gefüttert werden.

Die Geschlechtsreife erreichen die Jungvögel mit etwa sechs Jahren. Generell, aber gerade in der Zeit der Aufzucht, benötigt der Steinadler entsprechende Ruhe um seine Jungtiere nicht zu gefährden.

Im Rahmen des diesjährigen Monitorings im Tiroler Anteil des Nationalparks Hohe Tauern konnten insgesamt sechs Jungvögel in Osttirol nachgewiesen werden – die größte Anzahl seit mehreren Jahren. Der große Bruterfolg ist u. a. auf den niederschlagsarmen Winter sowie auf die milden Temperaturen zu Beginn des Frühlings zurückzuführen.

Die Broschüre „Könige der Lüfte. Bartgeier, Gänsegeier, Mönchsgeier und Steinadler in den Hohen Tauern“ bietet weitere Informationen und steht hier zum Download bereit.

 

Text: Redaktion, Foto: NPHT/Jurgeit

23. Oktober 2025 um