Gewalt an Frauen: Themenabend am Campus Lienz zeigt Lösungsansätze auf
Im Rahmen der Kampagne #machenkeinenUnterschied fand am Mittwoch, 9. Oktober, am Campus Lienz der Themenabend „Gewaltfrei leben“ statt. Die Veranstaltung zum Thema „Gewalt an Frauen“ zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Den Auftakt bildete eine Lesung der österreichischen Autorin Eva Reisinger aus ihrem Debütroman „Männer töten“. Ihr Buch thematisiert humorvoll Geschlechterrollen und die ländliche Lebensrealität, was einen idealen Einstieg in die anschließende Diskussion bot. Die von Christine Brugger moderierte Podiumsdiskussion war mit Landesrätin Mag. Eva Pawlata, Eva Reisinger und Brigitte Schieder vom Frauenzentrum Osttirol hochkarätig besetzt. Es wurde lebhaft über die bestehenden Maßnahmen zur Gewaltprävention debattiert.
Eva Reisinger las aus ihrem Debütroman „Männer töten“.
Themen waren unter anderem politische Initiativen, bestehende Anlaufstellen für Betroffene in Tirol und Kampagnen wie „Luisa ist hier“, „Dr. Viola“ sowie „Gleiche Chancen für SIE. Gegen strukturelle Gewalt“. Obwohl diese Maßnahmen existieren, wurde betont, dass Gewalt gegen Frauen – vor allem im häuslichen Umfeld – weiterhin allgegenwärtig ist.

Jährlich wird spätestens am 8. März (Weltfrauentag) und am 25. November (Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen) über die alarmierenden Statistiken gesprochen. Der Fokus des Abends lag aber auf der Suche nach Lösungen. In der Abschlussrunde stellte die Moderatorin die zentrale Frage: „Was können wir alle tun, um Gewalt an Frauen zu verhindern?“ Die Antworten der Expertinnen waren vielfältig und praxisnah: Brigitte Schieder betonte die Wichtigkeit von Zivilcourage und Gewaltpräventionsangeboten. „Hinschauen, handeln und sich gegenseitig stärken“, so ihr Aufruf.

Landesrätin Eva Pawlata hob hervor, dass eine Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung erforderlich sei, zum Beispiel durch Veranstaltungen wie diese. „Die Arbeit muss schon bei Kindern beginnen, um alte Rollenbilder aufzubrechen“, erklärte sie und betonte auch die Notwendigkeit, politische Maßnahmen voranzutreiben.
Im Rahmen des Gewaltschutzes stehen für dieses Jahr 1,5 Millionen Euro für Frauenhäuser und Schutzwohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder zur Verfügung. Weitere 640.000 Euro sind für Maßnahmen im Bereich der Gewaltprävention vorgesehen. Eva Reisinger appellierte an alle, auf das Bauchgefühl zu hören und bei verdächtigen Situationen in Partnerschaften oder im Familien- und Freundeskreis nachzufragen und das Gespräch zu suchen. Sie hob hervor, dass es wichtig sei, Männer in diese Thematik mit einzubeziehen, denn „Feminismus ist auch Männersache”.
v.l.n.r.: LR Eva Pawlata, Brigitte Schieder vom Frauenzentrum, Autorin Eva Reisinger, Projektverantwortliche Mirjam Reith vom RMO und Moderatorin Christine Brugger
Der Themenabend endete mit einem angeregten Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie einem Besuch der Ausstellung „feminism loaded“. Die Veranstaltung bot nicht nur Einblicke in die aktuellen Herausforderungen im Kampf gegen Gewalt an Frauen, sondern auch Lösungsansätze, wie jede und jeder Einzelne aktiv gegen diese Gewalt vorgehen kann.
Text: Redaktion, Fotos: RMO/Aberjung



