BergMate: Kärntner entwickelt App, die Rettung am Berg revolutionieren soll
Die neue App BergMate, entwickelt vom Software-Experten und Bergsteiger Werner Noisternigg, will das größte Problem bei Bergunfällen lösen: die Ortung. Die App funktioniert sogar dann, wenn das Handy kaputt, verloren oder ohne Strom ist.
Jahr für Jahr verzeichnet die österreichische Bergrettung zwischen 6.000 und 8.000 Einsätze. Rund 40 bis 50 Menschen verlieren dabei ihr Leben. Die größte Herausforderung ist dabei nicht der Unfall selbst, sondern die Suche nach der verunglückten Person. „Das größte Problem bei Bergunfällen ist nicht der Unfall selbst – sondern dass oft niemand weiß, wo die Person ist“, erklärt Werner Noisternigg. „Oft bleibt nur die vage Angabe ,irgendwo am Berg‘, was ein Suchgebiet von bis zu 30 Quadratkilometern bedeutet. Bei Dunkelheit oder Nebel wird die Suche nahezu unmöglich, während jede Minute über Leben und Tod entscheiden kann.”

Die Idee hinter BergMate
Als leidenschaftlicher Bergsteiger und Software-Entwickler wollte Noisternigg dieses Problem endlich lösen. „Wir schreiben das Jahr 2025 – jeder hat ein Smartphone mit GPS. Warum gibt es keine intelligente Lösung?“, fragte er sich. Die Antwort lieferte er selbst: BergMate kombiniert GPS-Tracking mit einem intelligenten Alarmsystem. Wer sich nicht rechtzeitig zurückmeldet, dessen Notfallkontakte werden automatisch informiert – inklusive genauer Position und Tourverlauf. „BergMate verwandelt ‚irgendwo am Berg‘ in ‚hier auf 50 Meter genau“, fasst der Kärntner zusammen.
Automatische Alarmierung statt Hoffnung auf Empfang
Das Besondere: BergMate funktioniert auch dann, wenn der Akku leer ist, das Handy beschädigt wurde oder der Nutzer bewusstlos ist. Die App alarmiert stufenweise: Zunächst fragt sie nach einer Rückmeldung, später warnt sie die Kontakte und schickt schließlich eine SMS mit allen relevanten Daten. Damit wird die Bergrettung nicht ersetzt, sondern unterstützt. „Wir ersetzen nicht die Bergrettung – wir geben ihr die Werkzeuge für eine schnellere Rettung“, betont Noisternigg. Jede Stunde, die bei der Suche gespart wird, kann ein Leben retten.

Mehr als ein Notfall-Tool
Neben der Kernfunktion bietet BergMate zahlreiche praktische Features für den Alltag am Berg: einen Hütten-Finder mit über 2.000 erfassten Schutzhütten, eine Mobilfunkkarte, die zeigt, wo Empfang möglich ist, sowie Wetterwarnungen mit bis zu zwei Stunden Vorlaufzeit. Auch ein Notfallhandbuch mit Erste-Hilfe-Anleitungen ist integriert. Damit wird die App zum digitalen Bergbegleiter – nicht nur für Extremsportler, sondern auch für Familien, ältere Wanderer oder Alleingänger.
Kosten und Verfügbarkeit
Die App ist seit 2024 im Google Play Store verfügbar und kann kostenlos für zwei Touren genutzt werden. „Die Premium-Version kostet 39 Euro pro Jahr – deutlich günstiger als professionelle Geräte wie Garmin inReach oder SPOT Tracker, die mehrere Hundert Euro jährlich kosten und zusätzliche Hardware erfordern. Eine iOS-Version ist für 2026 geplant”, informiert Noisternigg.

Persönliche Motivation
Die Idee entstand aus einem Erlebnis am Dachstein: Ein Freund von Noisternigg kam verspätet und erschöpft von einer Tour zurück, sein Handy-Akku war leer, niemand wusste, wo er sich befand. Noisternigg erinnert sich: „In diesem Fall ist alles gut ausgegangen – doch die Bergrettung hätte im Ernstfall ein riesiges Gebiet absuchen müssen. Dieses Erlebnis war für mich der Auslöser, BergMate zu entwickeln.”
Vision für die Zukunft
Für die kommenden Jahre hat Noisternigg große Pläne: die Integration mit Bergrettungs-Leitstellen, KI-gestützte Risikoanalysen und Community-Funktionen. Sein Ziel ist klar: „BergMate soll zur Standard-App für alle Bergsteiger werden – europaweit.”
Mehr Informationen: www.bergmate.com
Text: Redaktion, Fotos: BergMate



