Anras: Großer Andrang und viel Begeisterung beim 3. Drohnenfestival

Das Konzept, mit einem abwechslungsreichen Programm vor allem auch Familien, Kinder und die Jugend anzusprechen, ging beim 3. Drohnenfestival von „Kultur aus dem Pfleghaus“ voll auf.

Als der Anraser Bürgermeister Johann Waldauf am Samstag, 11. Mai, zu Beginn des Drohnenfestivals alle beteiligten Firmen und Institutionen persönlich willkommen hieß, wurde es fast ein wenig lang – schließlich waren es 21 an der Zahl. Angereist waren sie aus allen Himmelsrichtungen – aus Ingolstadt und aus Bozen, aus Wien und aus Vorarlberg. Und wenn er von der Bühne aus auf die Stände der Aussteller schaute, konnte er so gut wie alles sehen, was im Moment an zivilen Drohnen verfügbar ist – von der Transportdrohne mit 100 Kilo Nutzlast von FlyingBasket bis zum neuesten Flitzer für automatisiertes Fliegen von DJI, von der mit Wasserstoffzellen angetriebenen Drohne mit aufgesetztem Tank für die Schädlingsbekämpfung von soleon bis zur KI-gestützten Rettungsdrohne von der Feuerwehr.

 

 

Das Festzelt mit der Ausstellung füllte sich bald mit interessiertem Publikum. Es wurde viel gestaunt und gefachsimpelt. So berichtete das auf Hubschrauberflüge spezialisierte Unternehmen Heli Austria, dass es mittlerweile in vielen Fällen Drohnen einsetzt, einfach weil sie flexibler und billiger sind. Der Drohnenspezialist von iC Viewcopter erzählte von einem Auftrag in Georgien, bei dem die Führungsseile einer Seilbahn mittels einer leistungsstarken Drohne verlegt wurden, und die FH Kärnten referierte über den Einsatz von Drohnen im alpinen Gelände, z. B. bei der Schneehöhenmessung.

 

 

Zusätzlich zur Ausstellung wurden Vorträge und Schauflüge angeboten. Raoul Fortner vom Österreichischen Drohnenverband etwa stellte die neuesten Drohnenregularien der EU vor. In der Diskussion wurde vor allem der Spagat zwischen Sicherheit auf der einen und den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen auf der anderen Seite beleuchtet.

Die FH Kärnten stellte ihren neuen Studiengang „Green Transition Engineering“ vor, bei dem Drohnen eine wesentliche Methode zur Umweltdatenerfassung sind, und das Bundesforschungszentrum für Wald referierte über die Lawinenforschung mit Drohnen. Das sind nur ein paar Beispiele dafür, wie effizient und nachhaltig Drohnen mittlerweile eingesetzt werden.

 

 

Bei den Schauflügen beeindruckte u. a. die Bergrettung Obertilliach, die einen Einsatzflug mit ihrer Spezialdrohne vorführte. Ganz anders die Profis von klubarbeit aus Fieberbrunn, die ihre Drohnen in atemberaubendem Tempo durch und über die Hindernisse auf dem Spielplatz steuerten – alles übertragen auf eine große LED-Wand.

Unterhaltsam war auch die Übertragung vom Flugsimulator, wenn die Hobbypiloten auf ihren virtuellen Flügen gegen Brücken und Häuser donnerten und dabei ihre Drohnen demolierten. Für die Kinder gab es im Alten Mesnerhaus die Möglichkeit, in einem geschützten Bereich und geduldig angeleitet von Wolfgang Goller selbst kleine Drohnen zu fliegen.

 

 

Besonders spannend wurde es, wenn Themen sowohl in der Ausstellung als auch in Vorträgen und live bei Showflügen abgehandelt wurden. So z.B. vom Bezirksfeuerwehrverband Kufstein, der mit einem voll ausgerüsteten Mannschaftswagen angereist war, seine Arbeit in einem Vortrag vorstellte und dann bei einer Flugvorführung demonstrierte, dass die Wärmebildkamera der Drohne aufgrund der Nutzung von KI zwischen einem Menschen und einem Hund unterscheiden kann – was die Suchflüge erheblich effizienter macht.

Die Vermesser von GeoLanes und iC Viewcopter hatten hochgerüstete Drohnen mitgebracht, gaben in den Vorträgen Einblicke in ihre Arbeit, und nach der Auswertung ihrer Flüge über das Dorf konnten sie in Windeseile sagen, dass alle Fotovoltaikanlagen in Ordnung sind, welche Dachschräge das Pfleghaus hat und wie groß die Fenster sind.

„Eine tolle Idee, so viele kompetente Firmen und Institutionen auf einem Platz zu vereinen. Wir hatten tolle Gespräche, und den Zusehern hat es auch gefallen“, so der Kommentar eines Ausstellers. „Ich persönlich habe das Programm qualitativ mit einem Mix aus Wissenschaft und Anwendung sehr spannend und sehr hochwertig gefunden“, meinte ein anderer. Und ein dritter Aussteller bringt es auf den Punkt: „Drohnenfestival Anras 2024 am besten“. Grund genug für das Organisationsteam, schon jetzt mit der Planung für nächstes Jahr zu beginnen. Dann soll dieses für Österreich einzigartige Drohnen-Event wieder Aussteller und Besucher aus Nah und Fern anziehen.

 

Text: Redaktion, Fotos: Kultur aus dem Pfleghaus

16. Mai 2024 um