60 Tonnen Stein: Trockensteinmauer in St. Jakob i.D. neu errichtet

Im Rahmen des Seminars „Faszination Trockensteinmauer“ der Nationalpark Akademie wurde am Wiesenweg in St. Jakob im Defereggental eine rund 25 Meter lange Trockensteinmauer rundum erneuert.

Mehr als 60 Tonnen Naturstein wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit vollem Körpereinsatz bewegt, sortiert und präzise ohne Mörtel verbaut. Unter fachkundiger Anleitung wuchs Stein für Stein ein Bauwerk, das nicht nur handwerkliches Können erforderte, sondern auch Geduld und Teamarbeit.

Als besondere Herausforderung wurde zusätzlich eine Steinnische integriert – eine anspruchsvolle Detailarbeit, die viel Geschick verlangte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die neue Mauer wird nicht nur das Landschaftsbild prägen, sondern voraussichtlich noch in hundert Jahren Bestand haben.

 

Rainer Vogler von der Trockensteinmauer-Schule aus Krems leitete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fachkundig an. Das alte Handwerk wird sicher in dem einen oder anderen Garten zum Einsatz kommen.

 

Trockensteinmauern zählen zu den ältesten und nachhaltigsten Bautechniken der Menschheit und sind als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt. In den Fugen der Mauern entstehen wertvolle Lebensräume – sogenannte Biodiversitäts-Hotspots, in denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf finden. Damit leisten Trockensteinmauern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und zur Förderung der Artenvielfalt.

 

 

Die neue Podcastfolge „Aufgehorcht“ (#009 Kulturlandschaft, Almen, Mauern, Geschichten) gibt wertvolle Einblicke in die Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern: Podcast #009: Kulturlandschaft: Almen, Mauern, Geschichten – Nationalpark Hohe Tauern

 

Text: Redaktion, Fotos: NPHT/Kleinlercher, Rusch, Eder

27. Mai 2026 um