Viele Interessierte kamen zum Tag der offenen Burg
Schloss Lengberg in Nikolsdorf öffnete am Freitag, 29.6., seine Pforten und viele kamen, um sich das Schloss und die Einrichtung des Aufbauwerkes der Jugend anzuschauen.
Die Wurzeln der Einrichtung „Berufsvorbereitung Schloss Lengberg“ reichen in das Jahr 1956 zurück. Damals beschloss der Tiroler Landtag, das Schloss dem Verein „Aufbauwerk der Jugend“ zur Durchführung seiner Aufgaben zu überlassen. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt stark renovierungsbedürftig, unter Einsatz vieler Freiwilliger wurde es instand gesetzt. Zunächst diente Schloss Lengberg als Jugendherberge, später stand es der Landwirtschaftlichen Schule als Unterkunft zur Verfügung. Derzeit werden auf Schloss Lengberg 30 junge Menschen mit besonderem Förderbedarf von 16 MitarbeiterInnen unter der Leitung von MMag. Hildegard Goller auf ihrem Weg in die berufliche Integration begleitet. Das berufsintegrative Training, die so genannte Berufsvorbereitung, ist eine breit angelegte sozialpädagogische Begleitung, die ein umfassendes, praxisnahes Training in verschiedenen Bereichen – wie EDV, kreatives Gestalten, Kochen, Werkstatt, Lebenspraktisches, Integrationsassistenz, Wohnen und Freizeit – gewährleistet.
Im Oktober 2006 genehmigte der Tiroler Landtag eine Generalsanierung des Schlossgebäudes. Baubeginn war im Februar 2008, im Jänner 2010 konnte man in das neu renovierte und restaurierte Schloss Lengberg einziehen. Der Umbau hatte viel kulturhistorisch Interessantes ans Licht gebracht: Münzen, kolorierte Spielkarten aus dem Spätmittelalter, alte Schuhe, Kleidungsreste, Schriftstücke, eine Flöte uvam.. Vor allem die Gewölbezwickelfüllung im Obergeschoß barg eine Vielzahl an Objekten. Der Archäologe Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler, dem die wissenschaftliche Leitung des Projektes obliegt, spricht von rund 10 000 Fundobjekten, die zur Restaurierung und näheren wissenschaftlichen Untersuchung nach Innsbruck gebracht wurden. Eine Auswahl der Objekte wurde in der Zwischenzeit schon auf Schloss Lengberg gezeigt, vor kurzem kamen weitere Objekte restauriert zurück nach Osttirol.
v.l.n.r.: Mag. Johann Aigner, Geschäftsführer des Aufbauwerkes der Jugend, MMag. Hildegard Goller, Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler und Mag. Michael Schick (Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Innsbruck)
Beim Tag der offenen Burg am 29. Juni 2012 nutzten viele Interessierte die Gelegenheit, um das Schloss, die Einrichtungen des Aufbauwerks der Jugend und die neuen Ausstellungsgegenstände zu besichtigen sowie an Führungen teilzunehmen. Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler präsentierte neben den interessanten Fundstücken auch zwei Fachbücher aus der Reihe „Lengberger Studien“. Karl Steiner war mit der Kamera für Osttirol heute vor Ort.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/Sulzenbacher