Zusammenarbeit zweier Kultureinrichtungen

Im Zuge der Sanierungsarbeiten auf Schloss Bruck wird auch der Boden des Rittersaales erneuert. Das Holz kommt aus dem Villgratental – geschnitten in der „Wurzer-Säge“.

Standhaftigkeit war eine Grundvoraussetzung für die „alten Rittersleut“. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Ritterboden in Schloss Bruck aus einem ganz besonderen Holz gemacht sein muss. Vor allem jedoch in einer ganz besonderen Form. „Einen Rittersaalboden verlegt man in hundert Jahren nämlich nur einmal, da muss dann absolut alles stimmig sein“, verrät Walter Hauser vom Bundesdenkmalamt Österreich. Da die Bretter, die sechs bis sieben Meter lang und so breit wie der Stamm sein müssen, industriell nicht hergestellt werden können, kommt es nun zu einer interessanten Partnerschaft zwischen zwei Osttiroler Kultureinrichtungen: Auf der einen Seite Schloss Bruck, und auf der anderen Seite die historisch wertvolle Sägemühle beim Wurzerhof, die von den Mitgliedern des „Villgrater Heimatpflegevereines“ betrieben wird. „Das hier gezeigte Zusammenspiel von Kultur und Kulturlandschaft ist eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, weiß Architekt Gerhard Mitterberger, der mit den Arbeiten auf Schloss Bruck betraut wurde.

Insgesamt müssen für die 160 Quadratmeter Boden 20 Kubikmeter Rundholz geschlägert werden. Maschinell getrocknet wird das geschnittene Holz, das in Außervillgraten im Gebiet der Wurzer Alm gefällt wurde, im Betrieb von Zimmereimeister Harald Bachlechner in Arnbach. Sobald ein Trockengrad von 15 bis 18 Prozent erreicht ist – bei herkömmlichen Möbeln liegt dieser zwischen 7 und 8 Prozent – werden die Bretter bearbeitet, gebürstet und bis Februar 2015 verlegt.

Text: Redaktion, Fotos: Stadt Lienz/Bernd Lenzer

10. Oktober 2014 um