Lienzer ÖVP legt Konzept für Mobile Jugendarbeit vor

Das Rahmenkonzept für Mobile Jugendarbeit der Volkspartei sieht MitarbeiterInnen mit Ausbildung im sozialpädagogischen Bereich sowie Räumlichkeiten vor.

Bei einem Pressegespräch stellte die Lienzer Volkspartei mit Vize-Bgm. Meinhard Pargger, GR Charly Kashofer (Obmann Ausschuss für Soziales und Generationen) sowie Stefan Schrott, Obmann des Vereins zur Förderung der offenen Jugendarbeit in Lienz, ihr Konzept für Mobile Jugendarbeit erstmals der Öffentlichkeit vor. „Vor ca. einem Jahr wurde das neue Jugendzentrum in Lienz eröffnet. Es wird von den Jugendlichen sehr gut angenommen. Es gibt aber auch eine Gruppe von jungen Leuten, die wir mit fixen Einrichtungen kaum erreichen. Auch deshalb haben wir ein Rahmenkonzept für Mobile Jugendarbeit entwickelt, das nun politisch enddiskutiert werden soll“, leitete der Vizebürgermeister ein.

17 Einrichtungen für Mobile Jugendarbeit gäbe es derzeit in Tirol, in Osttirol keine, bemängelte Stefan Schrott, Obmann des Vereins zur Förderung der offenen Jugendarbeit, der auch das Lienzer Jugendzentrum betreibt. „Das Jugendzentrum kann nie alles abdecken. Es gibt Jugendliche, die dort nicht hingehen wollen. Diese halten sich im öffentlichen Raum – in Lienz etwa im Draupark oder am Iselkai – auf. Mit der Mobilen Jugendarbeit wollen wir diese jungen Menschen abholen“, so Stefan Schrott.

Stefan Schrott: „Schon das neue Jugendzentrum war ein Quantensprung in der Jugendarbeit. Mit der Mobilen Jugendarbeit wollen wir junge Leute ansprechen, die wir über das Jugendzentrum nicht erreichen.“

Stefan Schrott: „Schon das neue Jugendzentrum war ein Quantensprung in der Jugendarbeit. Mit der Mobilen Jugendarbeit wollen wir junge Leute ansprechen, die wir über das Jugendzentrum nicht erreichen.“

Die Mobile Jugendarbeit setzt bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren präventiv an. „Unser Konzept sieht eine Vollzeit- und eine Teilzeitstelle mit insgesamt 60 Wochenstunden vor. Eine Stelle soll ausgeschrieben werden. Es handelt sich um aufsuchende Jugendarbeit, das heißt, die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter sucht die Jugendlichen dort auf, wo sie sich aufhalten und berät und unterstützt sie. Auch Räumlichkeiten mit Sozialraum, Kochgelegenheit, sanitären Anlagen und einem kleinen Büro sind vorgesehen“, erklärte dazu der Vereinsobmann. Im Anforderungsprofil ist unter anderem eine abgeschlossene Berufsausbildung im sozialpädagogischen Bereich sowie Berufserfahrung in der Jugendarbeit und in der Beratung enthalten. „Im Vergleich zum Streetworker geht die Mobile Jugendarbeit viel weiter. Hier sind vor allem auch pädagogische Qualitäten gefragt“, so Meinhard Pargger.

Auf eine Gruppe von 40 bis 60 Personen schätzt Stefan Schrott die über die Mobile Jugendberatung zu betreuenden Jugendlichen in Lienz. „Wir sind in unserer Stadt in der glücklichen Lage, dass auch die vielen Vereine eine gute Jugendarbeit machen und die jungen Leute dort sinnvolle Aufgaben und Kameradschaft vorfinden“, ergänzte Charly Kashofer. An Kosten für Personal und Räumlichkeiten der Mobilen Jugendberatung in Lienz werden 50.000 bis 60.000 Euro anfallen. „Die Stadt soll von diesen Kosten 25.000 bis 30.000 Euro übernehmen, den Rest steuert das Land Tirol bei. Gemäß Förderrichtlinien sind 40 Wochenstunden für das Personal förderwürdig“, rechnete der Vizebürgermeister vor.

Das Rahmenkonzept wird nun von der Volkspartei dem Ausschuss für Soziales und Generationen vorgelegt. „Im Zuge der politischen Diskussion kann es natürlich noch Abänderungen und Ergänzungen geben, aber wenn es nach uns geht, wollen wir im Jahr 2015 mit der Mobilen Jugendarbeit in Lienz starten“, so Meinhard Pargger abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

04. November 2014 um