5. Festspiele Südtirol gingen in Toblach zu Ende

Zentrales Thema der 9 Konzerte im Rahmen der diesjährigen Festspiele war Europa. Man erinnerte an den I. Weltkrieg, der vor 100 Jahren ausbrach und den Kontinent veränderte.

Das Thema Europa zog sich wie ein roter Faden durch das Programm der diesjährigen Festspiele Südtirol: Vom Italien eines Giuseppe Verdi nach Russland zu P.I. Tschaikowsky (im Programm von Mehta) über die Franzosen, dargeboten von Koopman, bis hin zum europäischsten aller Komponisten, Wolfgang Amadeus Mozart. Fast alle Nationen, die den schrecklichen Krieg erlebt haben, waren im Programm vertreten. Fixer Bestandteil des Festivals und des Toblacher Musiksommers ist das Haydnorchester von Bozen und Trient, welches mit drei Konzerten am Programm 2014 beteiligt war. Bei der Eröffnung dirigierte Jeffrey Tate, einer der größten Dirigenten unserer Zeit, das Haydnorchester zum ersten Mal. Der Engländer stellte einen Vergleich zwischen den Kompositionsstilen der beiden deutschen Komponisten Mendelssohn und Beethoven an, die als Weltkulturerbe mittlerweile ihren Platz in der Geschichte eingenommen haben. An den Krieg erinnerte der junge, aber bereits anerkannte Dirigent Clemens Schuldt, der schon am 19. Juli im Rahmen der Gustav-Mahler-Musikwochen mit dem Haydnorchester aufgetreten war. Mit demselben Orchester dirigierte er im Rahmen der Festspiele Südtirol die „Missa in tempore belli“ von Franz Joseph Haydn, die ihren Höhepunkt im „Agnus Dei”  erreichte – vor bereits 200 Jahren ein klarer Aufruf zum Frieden. Großes Augenmerk wurde auf Deutschland, Russland und Frankreich, auf Richard Strauss zum 150. Geburtstag und auf die Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky in der sinfonischen Bearbeitung von Maurice Ravel im Abschlusskonzert am 14.9. gelegt. Ein Jahr nach seinem Auftritt mit dem Haydnorchester anlässlich des Eröffnungskonzertes der Festspiele Südtirol 2013, die ganz im Zeichen Wagners standen, dirigierte Arvo Volmer – zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als Chefdirigent des Orchesters von Bozen und Trient – das Schlusskonzert.

Alle Konzerte, die auf dem Programm der 5. Festspiele Südtirol standen, erinnerten daran, dass mit „Südtirol” eigentlich „Europa” gemeint ist. Ein Europa, in dem – trotz vieler Unruheherde weltweit – Frieden herrscht, wo untereinander so verschiedene Nationen im Einklang leben; diese Einheit bringt auch die Musik klar zum Ausdruck, wenn Klänge von Komponisten unterschiedlicher Herkunft gemeinsam ertönen, wenn Musiker verschiedener Nationen gemeinsam auftreten und ein bunt gemischtes Publikum begeistern!

Text: Kulturedaktion, Foto: Festspiele Südtirol

16. September 2014 um