Pinzgauer Familienunternehmen „Bründl Sports“ feiert 70. Geburtstag

Aus einem kleinen Sportgeschäft in Kaprun wurde in 70 Jahren eine Sporthandelsgruppe mit rund 700 Beschäftigten. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag gab Bründl Sports Einblicke in die Erfolgsfaktoren und Zukunftspläne.

Was der Skibauer Hans Bründl 1956 als kleines Sportgeschäft in Kaprun begann, ist heute in Salzburg, Tirol, der Steiermark und – mit dem Sport- und Modehaus Strolz – auch in Vorarlberg zu Hause. „Vom kleinen Sportgeschäft meines Vaters sind wir auf heute 34 Shops gewachsen. Aber Wachstum muss uns vor allem stärker machen, nicht nur größer“, sagt Christoph Bründl. Wie er das meint, verrät sein Selbstverständnis: Er sieht sich als „Magic Moments“-Manager. „Wer unsere Geschäfte betritt, soll Momente erleben, die im Bauch und im Herzen spürbar sind.“ Und weil sich solche Momente nicht verordnen lassen, gehöre der Mut zum Experiment zur Bründl-DNA. „Nicht jedes Experiment gelingt, aber genau daraus wächst die Innovationskraft von morgen.“

Qualität auf Weltcup-Niveau

Das Unternehmen gehört zu den wenigen Händlern mit Zugang zu Rennski- und Rennschuhmodellen und präpariert das Material im eigenen Servicelabor auf Weltcup-Niveau. Im Verleih ist Bründl mit 18.200 Paar Ski und insgesamt 220.000 Verleihkunden der größte Skiverleiher der Alpen. „Qualität und Beratung gelten bei uns auch im Verleih als Maßstab, nicht nur beim Verkauf“, betont Christoph Bründl. Dazu gehört für ihn das richtige Ambiente: „Ein besonderes Einkaufserlebnis braucht auch eine außergewöhnliche Shop-Aura. Deshalb freuen wir uns einerseits über die Expansion am Arlberg mit Strolz und andererseits über den neuen Standort an der Talstation der neuen Grafenbergbahn in Wagrain, der am 5. Dezember eröffnet.“

 

Bründl Sports gehört zu den wenigen Händlern mit Zugang zu Rennski- und Rennschuhmodellen und präpariert das Material im eigenen Servicelabor auf Weltcup-Niveau.

 

Wenn der Arbeitsplatz zum Spielplatz wird

Für Bernhard Bründl, Mit-Eigentümer und verantwortlich für die Bründl Akademie, stehen die Menschen im Mittelpunkt. „Der Arbeitsplatz ist für uns Spiel- und Entwicklungsplatz zugleich. Die Akademie, auch Lebensschule genannt, ist dafür das Herzstück: Mit 700 Beschäftigten, davon 46 Lehrlingen, ist sie gelebte Investition in Menschen.“ Wie breit das Angebot ist, zeigen über 44 Seminare in mehr als zehn Themenfeldern und rund 1.925 Fortbildungstage pro Jahr.

Dem Fachkräftemangel im Handel begegnet Bründl mit Beständigkeit. „Langfristige Bindung ist unsere Antwort. Wir haben Mitarbeitende mit bereits 42 Jahren Betriebszugehörigkeit“, erklärt Bernhard Bründl. Zum 70-Jahr-Jubiläum ließ das Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der großen Teamfeier am Samstag, 10. Oktober, im Berghotel Schmittenhöhe in Zell am See hochleben.

 

Geschäftsführer Christoph Bründl und sein Sohn Maximilian präsentieren das Bründl Buch, das zum Jubiläum erschienen ist.

 

Die dritte Generation steht bereit

Die Nachfolge im Pinzgauer Familienunternehmen ist schon heute geregelt: Ab 1. Jänner 2030 übernimmt Maximilian Bründl die Leitung der Geschäftsführung in dritter Generation, Christoph Bründl wechselt in den Aufsichtsrat. „Der Plan ist, dass ich nach Stationen bei Porsche und Biogena 2029 ins Unternehmen zurückkehre und gemeinsam mit meinem Vater, Christoph Bründl, die Übergabe vorbereite. Das ist ein sorgfältig vorbereiteter, mehrjähriger Übergang, kein Bruch. Bereits jetzt bin ich bei wichtigen Entscheidungen dabei und im Familienbeirat eingebunden“, sagt Maximilian Bründl.

Beim Blick in die Zukunft ist für Maximilian Bründl klar: „Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, und ein wacher Blick für die Digitalisierung ist essenziell. Wir wollen entlang der gesamten Customer Journey vorne dabei sein, aber immer als Ergänzung zum stationären Handel, nicht als Ersatz. Digitalisierung schafft Raum für das, was uns ausmacht: persönliche Beratung“, betont Maximilian Bründl. KI-Projekte unterstützen Prozesse heute bereits im Einkauf, in der Warensteuerung und auf der Rent-Plattform.

 

 

Ein Rekordjahr als Rückenwind

Damit aus Visionen Wirklichkeit wird, braucht es ein solides wirtschaftliches Fundament, berichtet Petra Kitzberger, die in der Geschäftsleitung für Finanzen, Rechnungswesen, Logistik & IT verantwortlich ist. Die Zahlen können sich sehen lassen: Im mit Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Gruppe 106 Millionen Euro Nettoumsatz. „Wir blicken auf ein Rekordjahr zurück und rechnen aufgrund der Expansionen an den Arlberg und nach Wagrain für das nun laufende Geschäftsjahr mit einem Plus von 26 Prozent im Vorjahresvergleich“, sagt Petra Kitzberger.

Mit der Übernahme der vier Strolz-Standorte in Lech und Zürs, der Expansion nach Wagrain und einem zweistelligen Millionenbetrag an Investitionen über die kommenden drei Jahre baut Bründl die Präsenz in den Regionen weiter aus. Getragen wird das Wachstum vom eigenständigen Service- und Logistikcenter in Kaprun, in dem jährlich rund 2,2 Millionen Produkte bewegt werden.

 

Text: Redaktion, Fotos: Bründl Sports, Johannes Radlwimmer

22. Oktober 2026 um