Schienengüterverkehr: Wirtschaftskammer fordert langfristige Lösung für Osttirol
Die laufende Evaluierung des Schienengüterverkehrs zwischen Kärnten und Osttirol sorgt in Teilen der heimischen Wirtschaft für Verunsicherung. Hintergrund sind Überlegungen der ÖBB zur künftigen Bedienung der Strecke.
Eine Entscheidung sei laut ÖBB zwar noch nicht gefallen, die Wirtschaftskammer Tirol warnt jedoch vor möglichen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Osttirol.
„Gerade Industriebetriebe wie die Holz- und Sägeindustrie oder die metallverarbeitenden Betriebe sowie Osttirols Abfallentsorger sind auf verlässliche Transportwege angewiesen und wickeln große Mengen über die Bahn ab. Es passt schlicht nicht zusammen, einerseits mehr Güterverkehr auf der Schiene zu fordern und gleichzeitig einer ganzen Region die dafür notwendige Anbindung zu nehmen“, betont Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol.
Nach Ansicht der Wirtschaftskammer hätten Einschränkungen beim Bahnangebot weitreichende Folgen für die betroffenen Unternehmen. Logistikabläufe müssten neu organisiert und zusätzliche LKW-Transporte eingeplant werden. Zudem seien viele Investitionsentscheidungen auf eine langfristig gesicherte Infrastruktur angewiesen.
„Unsere Betriebe können nicht von heute auf morgen ihre gesamte Logistik umstellen. Sie haben über Jahre in ihre Standorte und Transportabläufe investiert. Wenn bestehende Angebote plötzlich infrage gestellt werden, fehlt die Grundlage für weitere Investitionsentscheidungen. Osttirol braucht Planungssicherheit und darf nicht zum Spielball von Personalproblemen werden“, sagt Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer Lienz.
Die ÖBB begründen die Evaluierung unter anderem mit Personalengpässen und den wirtschaftlichen Herausforderungen im Einzelwagenverkehr. Für die Wirtschaftskammer dürfen diese Probleme jedoch nicht zulasten der regionalen Betriebe gehen.
„Wir fordern die ÖBB auf, rasch gemeinsam mit den betroffenen Betrieben eine tragfähige Lösung zu finden. Osttirol darf nicht vom Schienengüterverkehr abgekoppelt werden. Die Unternehmen brauchen keine weiteren Unsicherheiten, sondern eine klare Zusage, dass diese wichtige Verkehrsanbindung auch in Zukunft erhalten bleibt“, appellieren Thaler und Hysek-Unterweger.
Text: Redaktion, Foto: Osttirol heute



