800-Jahr-Jubiläum: Franziskanerkloster Lienz gedenkt Franz von Assisi

Der Hl. Franziskus starb am Vorabend des 4. Oktober 1226. Im Franziskanerkloster Lienz findet am Samstag, 3. Oktober, ein vielfältiges Programm rund um das Leben und die Spiritualität des berühmten Ordensgründers statt.

Franz von Assisi gehört zu den bekanntesten Heiligen. Obwohl er vor 800 Jahren lebte, sind sein Leben und seine Botschaft topaktuell. Obwohl er schwerkrank war, gestaltete er sogar sein Sterben als Feier des Lebens und Glaubens. Viele seiner Mitbrüder waren dabei, sie sangen den Sonnengesang und teilten Brot. Deshalb wird in Franziskanerkirchen des Sterbens ihres Ordensgründers immer am Abend des 3. Oktober gedacht. Der Namenstag ist jeweils am 4. Oktober.

Zum 800-Jahr-Jubiläum findet im Franziskanerkloster Lienz am Samstag, 3. Oktober, ein vielfältiges Programm rund um das Leben und die Spiritualität des Hl. Franz von Assisi statt.

Programm:

10.00 bis 17.00 Uhr:
Osttiroler Ministrant:innentag 2026 unter dem Motto „Auf den Spuren des Hl. Franziskus“ im Franziskanerkloster Lienz und in der Mittelschule Egger-Lienz, gemeinsamer Gottesdienst um 16.00 Uhr

18.00 Uhr: Transitusfeier mit Heiliger Messe. In dieser besonderen Feier wird des Heimgangs des Hl. Franz von Assisi gedacht, der am 3. Oktober 1226 verstorben ist.

19.00 Uhr: Buchpräsentation – P. Willibald Hopfgartner OFM stellt sein neues Buch mit dem Titel „Wo Liebe ist, gibt es keine Furcht“ vor. Der in Graz wirkende Franziskaner geht der Frage nach, wie die Spiritualität des Hl. Franz von Assisi auch heute Menschen inspirieren kann. Anschließend Agape im Kreuzgang.

 

Gedanken von Dekan Franz Troyer zum Hl. Franziskus

Mein Franziskus

Ich bin sehr froh, dass ich den Hl. Franziskus als Namenspatron habe. Im Laufe der Jahre ist mein Interesse am Poverello immer mehr gewachsen, auch deswegen, weil ich seit mehr als 20 Jahren jährlich mit Jugendlichen nach Assisi fahre. Dort erlebe ich hautnah, wie aktuell und zeitlos das Leben und die Botschaft von Franziskus ist.

Einfacher Lebensstil: Franziskus hat erkannt, dass im Leben ganz oft weniger mehr ist. Die Sorge um alles Mögliche verhindert manchmal den Blick auf das Wesentliche. Franziskus erlebte, dass viele Reiche ständig Angst um ihren Besitz haben und ihn mit Waffengewalt verteidigen. Ist das heute anders?

Friede und Versöhnung: Die Jugendlichen fasziniert ein Ereignis in Poggio Bustone. Dieses Dorf war damals sehr verschrien. Franziskus kommt in das Dorf und begrüßt die Menschen mit den Worten „buon giorno, buona gente“ (guten Morgen, gute Leute). Diese Worte sind nicht ein psychologischer Trick, sondern die Überzeugung, dass in jedem Menschen ein guter Kern drinnen ist. Was ist das für eine Freiheit im Umgang mit schwierigen Menschen oder sogar Feinden! Kein Wunder, dass Franziskus sogar mit dem Sultan in Ägypten reden konnte und manche Streithähne versöhnen konnte.

Augenkontakt mit Christus: Franziskus betet als junger suchender Mensch in der zerfallenen Kirche von San Damiano. Das Kreuz steht am Boden und so betet er Auge in Auge zu Jesus. Er merkt immer mehr, wie liebevoll ihn Jesus anschaut. Unter den Augen Jesu bekommt er Ansehen. Die Freundschaft zu Jesus wird für ihn immer wichtiger. Sein Glaubensbekenntnis lässt sich zusammenfassen mit Krippe, Eucharistie und Kreuz. Kein Wunder, dass er im Blick auf das Kreuz sogar die Wundmale Jesu bekommt.

Achtung der Schöpfung: Der Sonnengesang ist nicht nur literarisch ein wunderbares Lied, sondern zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung. Franziskus dankt hier nicht so sehr für Sonne, Mond und Sterne und die vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft, sondern fordert diese auf, mit ihm zusammen Seite an Seite Gott zu loben.

 

 

Text: Redaktion, Foto: Dekanat Lienz

22. September 2026 um