Ein Traum, ein Leben: Das war die Sommerausstellung im Anraser Pfleghaus

Einen umfassenden Querschnitt seines Schaffens präsentierte Leonhard Lorenz in der Ausstellung „Das Schöpferische als Lebenselixier – Skulpturen und Gemälde aus sechs Jahrzehnten“ vom 27. Juni bis 30. August im Anraser Pfleghaus.

Mehr als 60 Jahre sind ins Land gegangen, seit ein Tristacher Bub beschloss, sein Leben grundsätzlich in neue Bahnen zu lenken. Schluss mit dem Schweinefüttern und mit der Feldarbeit, Schluss mit der Enge des Dorfes und seiner Spießigkeit. Leonard Lorenz wollte seinen Traum leben und Künstler werden.

Es wurde ein steiniger Weg: Schnitzschule in Elbigenalp, Akademie der Bildenden Künste in München. Erste Anerkennung, erste Ausstellungen, erste öffentliche Aufträge. Dann aber auch gesundheitliche Rückschläge und wirtschaftliche Not. Doch Leonard Lorenz verfolgte seinen Traum unbeirrt. Irgendwann fand er sein privates Glück in seiner Frau Andrea, selbst Künstlerin, fand seine zweite Heimat in der Nähe von München und schuf ein erstaunliches Lebenswerk.

 

 

Dieses Lebenswerk war in der Sommerausstellung „Das Schöpferische als Lebenselixier – Skulpturen und Gemälde aus sechs Jahrzehnten“ im Anraser Pfleghaus zu sehen: großflächige Bilder, farbenfroh und immer wieder rätselhaft. Holzarbeiten, deren Spagat zwischen abstrakt und realistisch die Phantasie herausforderte. Kunstwerke aus Bronze, die den Betrachter forderten, fesselten und nicht mehr losließen. Und eine Installation, die der Künstler nicht ohne Grund „Unendliche Liebe“ genannt hat.

Das alles komponiert in die historischen Räume des Anraser Pfleghauses, wundervolle Kunstschätze in einem wunderbaren Schatzkästlein. Über all dem schwebte eine zeitlose Botschaft an die junge Generation: Lebe deinen Traum, werde du selbst! Und sei dabei geduldig, aber bleib beharrlich!

 

 

Die Organisation und Durchführung der Ausstellung war für alle Beteiligten ein Kraftakt. Doch dem Obmann des Vereins Anraser Pfleghaus, Bgm. Johann Waldauf, ist es eine Herzensangelegenheit, große Kunst auch fernab der urbanen Zentren zu zeigen. Und wenn ein einheimisches Ehepaar „Einzigartig, noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Es berührt mich im Innersten!“ ins Gästebuch schrieb oder eine andere Besucherin „Ein Farb-Rausch-Traum! Für eine dunkelgraue Welt ein Stück Heilung“, dann fühlt er sich in seiner Arbeit bestätigt.

 

Text: Redaktion, Fotos: Verein Anraser Pfleghaus

01. September 2026 um