Land Tirol: 400 Millionen Euro für eigenes Covid-19-Maßnahmenpaket
Das Hilfspaket gliedert sich in Sofortmaßnahmen sowie in konjunkturbelebende Maßnahmen für die Zeit nach der Gesundheitskrise.
„Österreich und Tirol befinden sich aufgrund der Corona-Krise in einer historisch einzigartigen Ausnahmesituation, die unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft vor eine besondere Herausforderung stellt. Wir müssen jetzt alles tun, damit unsere Betriebe und Unternehmerinnen und Unternehmer diese Krisensituation überstehen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung bleiben. Wesentlich ist für uns, die noch zu definierenden Bundesmaßnahmen zu berücksichtigen, um auf nicht-berücksichtigte Tiroler Bedürfnisse eingehen zu können“, erklärt dazu heute, 16.3.2020, Landeshauptmann Günther Platter.
Das Hilfspaket auf Landesebene soll die Maßnahmen des Bundes ergänzen. Landeshauptmann Platter: „Wir brauchen eine sinnvolle Ergänzung mit Augenmaß, die den Betroffenen wirklich hilft. Wir wollen insbesondere die Tiroler Bedürfnisse gezielt bedienen, die vom Bund nicht konkret miteingeschlossen werden.“ Deshalb setze man in erster Linie auf das vier Milliarden Euro Paket der österreichischen Bundesregierung und erweitere dieses mit Maßnahmen für Tirol.
Tiroler Härtefonds für Tourismus, Wirtschaft, Kulturbetriebe und Vereine
Neben dem Härtefonds des Bundes wird es als Sofortmaßnahme einen eigenen Tiroler Härtefonds für Tourismusbetriebe, kleinere und mittlere Wirtschaftsbetriebe, Kulturbetriebe und Vereine aus dem Sozialbereich sowie GesundheitsdienstleisterInnen geben, der in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern erstellt wird. Das oberste Ziel sei es, Insolvenzen zu verhindern und die MitarbeiterInnen in Beschäftigung zu halten. Geplant sind auch Sonderwerbemaßnahmen als Impuls für den Tourismusstandort Tirol. Außerdem soll es als Sofortmaßnahme Zinszuschüsse für staatliche garantierte Haftungen an KreditnehmerInnen geben. Es sei nun notwendig, die Tiroler Betriebe zu stärken und Überbrückungsfinanzierungen zur Deckung der laufenden Kosten bereit zu stellen. Die Bundesregierung habe rasch gehandelt und angekündigt, entsprechende Bundeshaftungen hierfür zur Verfügung zu stellen. Das Land Tirol will nun eine zusätzliche Entlastung für die Tiroler Betriebe aufsetzen und Zinszuschüsse für diese gewährten Kredite vergeben. Mit dieser Maßnahme könne man schnell und unbürokratisch helfen und die Liquidität nochmals erhöhen. Weiters geplant sind zusätzliche Subventionen für Kulturbetriebe, insbesondere Institutionen mit Veranstaltungsabsagen und Entgängen sowie Hilfeleistungen für ArbeitnehmerInnen.
Home-Office, Corona-Kurzarbeit, Steuer- und Sozialversicherungsstundung
Home-Office ist nicht in allen Branchen möglich, jedoch ersucht die Landesregierung alle UnternehmerInnen gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen Arbeiten zu definieren, die von Zuhause aus erledigt werden können. Außerdem appelliert man an alle UnternehmerInnen, die sich derzeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, die Möglichkeiten der Kurzarbeit zu prüfen, bevor man Kündigungen ausspricht. Durch die verkürzte Ankündigungsfrist von 48 Stunden und die Möglichkeit, das Arbeitsvolumen voll zu reduzieren, habe man gute Voraussetzungen, um die Menschen in Beschäftigung zu halten. Wichtig sei zudem, dass sowohl beim Finanzministerium als auch bei der Sozialversicherung (SVS) Stundungen, Ratenzahlungen und die Herabsetzung der Beiträge möglich sind.
Konjunkturförderung für die Zeit nach Corona
„Wir haben bereits Mittel für konjunkturfördernde Maßnahmen für die Zeit nach Corona vorgesehen“, so Landeshauptmann Platter weiter. Bevor man die Maßnahmen im Detail definieren könne, müsse man jedoch die Auswirkungen des Corona-Virus genau analysieren und Handlungsfelder definieren. Es sei jedoch klar, dass man einen Turbo für die Digitalisierung und Maßnahmen für Kleinunternehmen, Ein-Personen-Unternehmen und die regionale Versorgung setzen werde. „Mit dem Programm Standort Tirol 2020/2021 haben wir schon vor Corona wichtige Schritte gesetzt, um unsere Wirtschaft zu stärken. Dies wird aufgrund der aktuellen Situation nach dieser Krise noch weiter intensiviert werden.“ Die Verlängerung der Sanierungsoffensive und die Forcierung von Bauvorhaben des Landes seien zudem erprobte Bestandteile, die dieses Paket abrunden.
Beratung zu Bundes- und Landesmaßnahmen
Im Vordergrund steht nun auch die individuelle Beratung der Tiroler Betriebe und der ArbeitnehmerInnen. Eine solche wird unter anderem durch die Tiroler Wirtschaftskammer unter www.wko.at/coronavirus sowie über die eigene Hotline Tel.:+43 590 905 1111 angeboten. Für die ArbeitnehmerInnen stehen insbesondere die Hotline der Arbeiterkammer Tirol unter Tel.: 0800 22 55 22 1499 sowie die Website www.ak-tirol.com zur Verfügung.
Text: Redaktion, Foto: RalfRolecek