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Matrei i.O.: Wo Tradition auf Moderne trifft

Das Hotel-Gasthof Hinteregger wurde seit 2003 in mehreren Schritten behutsam modernisiert und erweitert. Vor Kurzem konnte die 10. Baustufe erfolgreich abgeschlossen werden.

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Blick auf den neuen Anbau an der Nordwestecke des Bestandsbaues, der durch die Verkleidung mit Laser geschnittenen Aluminiumblechen einen besonders reizvollen Blickpunkt darstellt.

 

Zentral und doch ruhig im Herzen der Marktgemeinde Matrei i.O. gelegen, reicht die Geschichte des Iseltaler Gastbetriebes weit zurück. Aus der Zeit Maria Theresias stammt die Genehmigung für das Gast- und Schankgewerbe, wobei der jeweilige Besitzer gleichzeitig auch Konzessionsträger war. Alte Kaufverträge aus dem Jahre 1805 weisen darauf hin, dass hier eine „mayrische Wirtsbehausung“ mit Taverne bestand. 1903 wurde das Hotel-Gasthof Hinteregger von den Urgroßeltern der heutigen Inhaberin erworben. Seit dieser Zeit wird der „Hueter“, wie er in Matrei genannt wird, als Familienbetrieb geführt, und immer waren die „Hueter“-Frauen begeisterte Gastgeberinnen.

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Seit dem Jahr 1903 befindet sich das Hotel-Gasthof Hinteregger im Ortszentrum von Matrei i.O. im Familienbesitz.

 

Aus dem ursprünglichen Gasthaus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein florierender Hotelbetrieb. Die Basis dafür stellten wiederholte Um- und Ausbauten dar, wobei jene des Jahres 1962 (erster Umbau des seit den 30er-Jahren bestehenden Kinosaales in 13 Gästezimmer mit Fließwasser) bzw. jene der Jahre 1994 bis 1996 (Einbindung des benachbarten „Magnushauses“ in den Gasthaus-Hotel-Betrieb und Installierung von 16 neuen Zimmern) besonders erwähnenswert sind.

Für das heutige, moderne „Gesicht“ des Hotels Hinteregger zeichnet mit Katharina Hradecky und ihrem Mann die jüngste Inhabergeneration verantwortlich. Seit 2006 schreiben sie gemeinsam mit dem Architekturbüro Madritsch & Pfurtscheller das nächste Kapitel im „Umbaubuch“ des Hauses. Eine besondere Herausforderung war es dabei, wie es Architekt DI Madritsch formuliert, die Bausubstanz des aus mehreren Gebäudeteilen und Trakten zusammengesetzten Komplexes zu strukturieren und zu einer harmonischen Einheit zu formen. Das erste große Bauprojekt galt der Modernisierung des Nordost-Traktes. Dort, wo sich einst das alte „Ton-Kino“ befunden hatte, entstand ein neuer, moderner Gebäudeteil, bei dem Holz als prägender Baustoff zum Einsatz kam. 2007 konnte der Zubau mit bestens situierten Zimmern mit großzügigen Balkonen und mit einer mit viel Glas hell gestalteten Saunalandschaft eröffnet werden. Das Bestandstreppenhaus wurde zu einem Foyer erweitert, das zwischen dem historisch-romantischen Altbau und dem modernen, klaren Gangbereich im Neubau vermittelt. Die „steinerne“ Wellnesszone im ersten Obergeschoss wurde über eine große Terrasse zum Garten hin geöffnet.

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Großzügige Suiten, modern und doch gemütlich zugleich, laden im neuen wintergartenartigen Anbau zu Erholung und Entspannung ein.

 

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Gemeinsam mit dem Architekturbüro Madritsch & Pfurtscheller hat die jüngste Inhabergeneration den Traditionsbetrieb durch sorgsam durchdachte Um- und Ausbauschritte an die Erfordernisse der heutigen Zeit angepasst.

 

Ab Oktober 2009 widmete man sich der Neuadaptierung weiterer Zimmer und eines Massageraumes im Bestandskomplex. Das Ergebnis des nächst größeren Bauabschnittes mit Fertigstellung im Jahre 2011 war ein neuer Eingangsbereich mit angrenzendem Speisesaal. Die Fassade des Hotelgebäudes wurde erneuert und energietechnisch modernisiert bzw. konnten neue, barrierefreie Installationen umgesetzt werden. Als echtes Kleinod erwies sich die im Jahre 2012 neu gestaltete Kellerbar: In den historischen Gewölbekeller wurde eine tonnenförmige Wandverkleidung eingebaut, die mit ihrer sehr lebendigen Holzmaserung dem Raum eine besondere Atmosphäre verleiht. Der Fokus des nachfolgenden Bauschrittes richtete sich auf die Neugestaltung des Außenbereiches. 2013 wurde im Garten des Hotels ein 95 Quadratmeter großer Kleinbadeteich errichtet, der den Urlaubern in den Sommermonaten von Mai bis September zur Verfügung steht und eine ideale Ergänzung zum Wohlfühlprogramm des Hauses darstellt.

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Zehn Jahre nach Realisierung der 1. Baustufe fiel 2017 der Startschuss zu einem wintergartenartigen Zubau an der Nordwestecke des Bestandskomplexes. Die hier bestehenden fünf Zimmer wurden erweitert und zu großzügigen Suiten mit Balkonen bzw. Terrassen umgebaut. Der neue, verglaste Bauteil aus Holz und Glas erhielt eine Verkleidung aus weiß-beschichteten, Laser geschnittenen Aluminiumblechen und damit ein besonders außergewöhnlich-reizvolles Gepräge. Innen wechseln rustikales Zirbenholz und Glasflächen mit Vorhängen sowie weiß getünchten Mauerdurchbrüchen ab. Moderne Sanitäreinrichtungen bieten jenen Komfort, den anspruchsvolle Urlaubsgäste wünschen. „Mit Baustufe 10 konnten wir auch den längst fälligen Zusammenschluss mit der schlichten Straßenfassade und dem Speisesaal-Umbau vollziehen“, freut sich DI Madritsch über das Gelingen dieses weiteren Bausteins in der Geschichte des Hotel-Gasthofes Hinteregger. „Die Umbauten der vergangenen Jahre haben dem Haus zu neuem Glanz verholfen, ohne jedoch seine Geschichte zu verleugnen. Eine wirklich geglückte Symbiose aus Tradition und Moderne!“

 

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Text: E. Hilgartner, Fotos: Madritsch & Pfurtscheller, Wolfgang Retter, Hotel-Gasthof Hinteregger