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Gesunde Knolle aus Osttiroler Anbau

Im landwirtschaftlichen Familienbetrieb von DI Alfred Greil in Dölsach spielt der Kartoffelanbau zwar nicht die Hauptrolle, trotzdem ist die Erntemenge keine geringe.

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Ein Pfeiler des Familienbetriebes, in dem auch schon die nächste Generation mitarbeitet, ist die überbetriebliche Tätigkeit für andere Bauern in Form eines selbstständigen landwirtschaftlichen Lohnunternehmens.

 

Immer mehr Menschen wollen heute wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und was deren Produktion mit den natürlichen Lebensgrundlagen macht. Ein Beispiel dafür sind Kartoffeln, die in Osttirol, mit Schwerpunkt im Lienzer Talboden, auf gesamt etwa 76 Hektar angebaut werden. Die runde Knolle wird ab Hof verkauft bzw. ist hauptsächlich über die Marke „Qualität Tirol“ in den MPreis-Märkten im Land erhältlich. Wir besuchten Familie Greil Mitte Oktober auf ihrem Hof in Görtschach, um mehr über den Kartoffelanbau im Allgemeinen und das heurige Kartoffeljahr im Besonderen zu erfahren.

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30 Hektar Acker und Grünland gehören zum bäuerlichen Anwesen der Familie Greil. Wirtschaftliche Grundlage sind die Milchwirtschaft und Rinderzucht mit rund 50 Milchkühen und etwa 60 Stück Jungvieh.

 

„Im heurigen Jahr konnten wir Ende August mit der Kartoffelernte beginnen und diese am 21. September abschließen“, berichtet DI Alfred Greil. „So robust wie die Kartoffelknolle äußerlich wirkt, ist die Pflanze jedoch nicht. Bei einer Temperatur von über 25 °C stellt sie ihr Wachstum ein, und auch starke Trockenheit oder zu viel Feuchtigkeit tun dem Nachtschattengewächs nicht gut. Einige Zeit mussten wir heuer wegen der im ersten Halbjahr weitgehend fehlenden Niederschläge bewässern, um eine Missernte zu verhindern. Insgesamt konnten wir 2017 rund 100 Tonnen ernten.“ Aufgrund der Tatsache, dass in anderen österreichischen Anbaugebieten Missernten eingefahren wurden, sei, so Greil, die Nachfrage nach heimischen Kartoffeln heuer zufriedenstellend. 

 

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Der Kartoffelpreis schwankt von Jahr zu Jahr, informiert Alfred Greil. „Deutlich überdurchschnittliche Speisekartoffelpreise bei Qualität Tirol machen aus unserem Kartoffelanbau einen rentablen Betriebszweig.“ Familie Greil vermarktet ihre Kartoffeln nicht, wie andere Osttiroler Produzenten, unter der RGO-Dachmarke „Oskar“, sondern über „Qualität Tirol“. Vor genau 20 Jahren ins Leben gerufen, zielte man, wie der Dölsacher erklärt, mit Gründung dieser tirolweit gültigen Marke darauf ab, die regionale Produktion zu stärken und eine höhere Wertschöpfung für die einzelnen Bauern zu gewährleisten. „Natürlich ging es auch darum, den Konsumenten unter diesem Gütesiegel regional produzierte Produkte aus Tirol zur Verfügung zu stellen – und daran hat sich bis heute nichts geändert!“ Die Kartoffeln aus dem Hause Greil kann man ab Hof erwerben. Das Gros der Ernte wird jedoch nach Thaur in Nordtirol geliefert und dort von der Fa. Giner gewaschen, sortiert und abgepackt. Als 2 kg-Säcke, mit dem Logo „Qualität Tirol“ und der Angabe des Produzenten versehen, sind die Kartoffeln dann in den Gemüseabteilungen der MPreis Märkte erhältlich. Ditta ist die bevorzugte Kartoffelsorte, die von Familie Greil und Partnerbetrieben auf rund zwei Hektar Land, verstreut von Gödnach bis nach Lengberg, angebaut und geerntet wird. Diese Sorte weist hohe Resistenzen gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten, wie z.B. die Knollenfäule, auf und wird als wohlschmeckende, vielseitig verwendbare Speisekartoffel sehr geschätzt. „Luftig und trocken“ sollte, so Alfred Greil, die Devise zu Hause bei der Lagerung lauten, um ein Faulen der runden Knolle zu vermeiden und die Erntefrische zu erhalten.

Text: J. Hilgartner, Fotos: Greil, Osttirol Journal