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Passion Aguntum: Das Volk ist Träger der Handlung

Die Theaterwerkstatt Dölsach und Dr. Alfred Meschnigg bringen in Dölsach die Passion nach Lukas auf die Bühne – 14 Aufführungen von 24. März bis 13. April 2017.

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Regisseur Dr. Alfred Meschnigg (links) und Wolfgang Michor, Obmann der Theaterwerkstatt Dölsach, mit dem Modell der Bühne

 

2006 und 2010 hat der Kärntner Regisseur Dr. Alfred Meschnigg die Passion nach Lukas in Lana/Südtirol in Szene gesetzt. Derzeit ist er dabei, gemeinsam mit der Theaterwerkstatt Dölsach und in enger Zusammenarbeit mit dem Curatorium Pro Agunto Passionsspiele für das Museum Aguntum zu organisieren. Meschnigg zeichnet dabei nicht nur für Spielvorlage und Regie verantwortlich, sondern auch für das Bühnenbild. „Wir brauchen viel Platz für das Volk, denn es ist Träger der Handlung. Zwei Meter hohe Tribünen werden errichtet, 250 m² Fläche überbaut. Diese Bühne muss mehrere Tonnen aushalten“, so der Regisseur bei der Präsentation des Projektes.

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2006 und 2010 hat Dr. Alfred Meschnigg die Passion in Lana bei Meran (Südtirol) auf die Bühne gebracht. Er stellte uns Bilder von diesen Aufführungen von Paul Peter Gasser zur Verfügung.

 

Meschnigg hat aus dem Evangelium nach Lukas eine Spielvorlage erarbeitet, die nicht erst mit dem Einzug in Jerusalem beginnt, sondern die gesamten drei Jahre des Wirkens Jesu beinhaltet. „Die meisten Passionsspiele in Europa beginnen mit dem Palmsonntag und umfassen nur die Leidensgeschichte. Für mich ist entscheidend, was davor passiert ist. Deswegen beginnt meine Passion mit der Taufe am Jordan. Zentral ist für mich auch die Bergpredigt. Die darin enthaltenen Botschaften sind heute gültiger denn je und für mich das Grundgesetz menschlichen Handelns“, so Meschnigg.

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Dr. Alfred Meschnigg: „Mich beeindruckt beim Evangelium nach Lukas, dass er die Bedeutung der gerechten sozialen Beziehungen, das Bemühen um die Sünder und Geächteten der Gesellschaft sowie Jesu Einstellung gegenüber den Frauen betont.“

 

„Es ist gesagt worden, ich aber sage Euch!“ ist das Leitmotiv von Meschniggs Passion. „Ein starker, aktiver Jesus soll verständlich machen, warum ihm so viele Menschen gefolgt sind. Lukas führt als Erzähler durch das Spiel“, so der Regisseur. Und in seiner Passion spielt auch die Auferstehung eine bedeutende Rolle. „Mit der Auferstehung ist die Zeit der Sammlung aller Menschen zu einem Volk angebrochen“, erklärt Meschnigg diesen Umstand.

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Die Passionsspiele von Aguntum beinhalten 34 Szenen und dauern rund zwei Stunden. 60 bis 90 Darsteller sind erforderlich, rund 20 davon haben Sprechrollen. „Es haben schon viele Interessierte Kontakt mit uns aufgenommen. Wer noch mitmachen will, kann sich jederzeit bei uns melden“, so Wolfgang Michor, Obmann der Theaterwerkstatt. Der Kartenvorverkauf läuft seit Mitte November über die DolomitenBank. Kartenreservierungen sind auch online unter www.passionsspiele-aguntum.at möglich. „Vielleicht wäre eine Karte oder ein Kartenpaket unserer Passionsspiele auch für den einen oder anderen ein schönes Weihnachtsgeschenk“, so der Theaterwerkstatt-Obmann.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Paul Peter Gasser, Martin Lugger