Schloss Bruck: Matinee mit Ursula Marinelli: Franz v. Defregger & das „tirolische Genrebild“

Morgen, 17.10.2021, 11.00 Uhr

17. Oktober, 11.00 Uhr
Franz v. Defregger & das „tirolische Genrebild“
Matinee mit Ursula Marinelli

Eine Voranmeldung zu den Sonntagsmatineen unter museum@stadt-lienz.at bzw. +43 4852 62580 83 ist notwendig, es gelten die jeweiligen Covid-Bestimmungen.

Der Bergriff „Tirol“ zeichnet unwillkürlich Bilder vor dem inneren Auge. Bilder, die so unterschiedlich und bunt sind wie das Land selbst – vom gerne gespielten Mythos der unberührten Bergwelt über gelebte Tradition und wirtschaftliche Moderne bis zum Rückgrat der mitteleuropäischen Verkehrsnetze. Die kommenden Sonntagsmatineen heben zwei dieser Bilder heraus, die in den aktuellen Ausstellungen auf Schloss Bruck auch thematisiert werden: Arbeitsmigration und künstlerische Genre-Darstellung.

Einer, der selbst „fortgehen“ wollte, war Franz von Defregger. Der Stronacher Bauernsohn, den es beinahe nach Amerika gezogen hätte, gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Münchner Schule der Gründerzeit. Ausgehend von seiner Biographie spürt die Ursula Marinelli, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck, dem Geheimnis seines Erfolges nach. Gerade Defreggers Lebensweg zum Malerfürsten in München gab immer wieder Anlass zu allerlei Mythenbildungen. Der Vortrag am 17. Oktober legt der Fokus auf einen bestimmten Aspekt seines Schaffens, nämlich auf seine Genrebilder. Vor allem mit Bildern der bäuerlichen Tiroler Bevölkerung erlangte er neben seiner Arbeit als Porträtist Berühmtheit. Es waren seine Historien- und Genrebilder im Stil „à la tyrolienne“, die heute gerne als Kunst hart an der Grenze zum Kitsch empfunden werden, in der Zeit aber völlig anders bewertet wurden. Wie sehr das schulbildende Konzept einer „Tirolischen Genremalerei“ wirklich eine Erfindung Defreggers war, bleibt eine der spannenden Fragen der Matinee.

„Tirol anders sehen“: Sonntagsmatineen auf Schloss Bruck in Lienz