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Prädikat „Ausgezeichnet“ für Osttiroler Design

Alle zwei Jahre wird der österreichische Staatspreis für Design vergeben. Das Osttiroler Projekt „Manta Carving Kayak“ schaffte es bis ins Finale der besten Drei.

designstaatspreisfuerosttiroler start c Regina M Unterguggenberger

Im Bild v.l.n.r.: Lukas Jungmann, Eduard Wolffhardt und Christoph Aschaber

 

Der österreichische Staatspreis für Design gilt als die höchste Auszeichnung, die ein Designer in Österreich erlangen kann. Dementsprechend groß ist alle zwei Jahre auch das Teilnehmerfeld: 2017 langten 266 Einreichungen bei der Jury ein, die 28 Beiträge in die engere Wahl mit einbezog. Auf dieser „Shortlist“ fand sich auch ein Projekt aus dem Bezirk Lienz wieder: Eduard Wolffhardt, Grafik-Designer und ehemaliger Vizeweltmeister im Kajak, hatte das von ihm patentierte „Manta Carving Kayak“ gemeinsam mit der Agentur Aberjung beim Staatspreis für Design eingereicht und konnte mit dem Kajak mit spezieller Kante letztendlich bis ins Finale der besten drei Projekte vorstoßen. 

„Ein Slalom-Kajak muss schnell in den Kurven sein. Wenn es noch dazu stylish aussieht, ist es noch besser“, informiert Wolffhardt, der sich 1979 zum Vizeweltmeister im Kajakslalom küren konnte. Diese beiden Aspekte unter einen Hut zu bringen, war, wie er sagt, die Motivation am Beginn der Produkt- und Markenentwicklung. „Die Vorzüge des entwickelten Wildwasser-Slalomkajaks liegen in einer verbesserten Nutzung der Wasserkraft. Die Strömung beschleunigt das Boot über den ergonomischen Carving Radius“, so Wolffhardt. „Der geringe Tiefgang und der ´Finneneffekt´ tragen zusätzlich zur Performance des Karbonkörpers bei.“ Die Produktentwicklung begann im Herbst 2015, im Winter 2016/2017 meldete der in Gaimberg ansässige Grafik-Designer das Patent an.

Wolffhardt holte sich für sein Projekt weitere Osttiroler Unternehmer sprichwörtlich mit ins Boot: Die 3D-Daten wurden von der Firma Micado aufbereitet, in die Gestaltungsoptimierung des Kajaks ließ Lukas Jungmann von Aberjung sein Know-how mit einfließen. „Für mich bedeutet der Staatspreis für Design die höchste Auszeichnung für Produktgestaltung bundesweit. Schon die Nominierung dafür ist eine sehr hohe Auszeichnung. Die anschließende öffentliche Ausstellung im Designforum Wien gibt innovativen Produkten und dem Handwerk der Produktgestaltung eine große Bühne“, erklärt dazu Lukas Jungmann.

Wenn es für den Sieg schlussendlich doch nicht ganz reichte, so zeigt sich Wolffhardt doch sehr stolz über die  Prämierung „Ausgezeichnet“ und sieht diese als Bestätigung seiner Arbeit. Die auslaufenden Kanten am Oberschiff des Kajaks schaffen Platz für die Beine und sorgen für eine gleichmäßige Volumenverteilung. Dank der ergonomischen Formgebung entsteht eine Symbiose von Sportler/Sportlerin und Sportgerät. „Trotz dieser technischen Vorzüge spielt auch die Optik eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung – und auch da sind wir ganz vorne dabei“, blickt Wolffhardt optimistisch der bevorstehenden Wettkampfsaison entgegen.

Alle prämierten Projekte sind noch bis 22. November in der Ausstellung „Best of Austrian Design“ im Designforum Wien zu sehen.

Text: Redaktion, Foto: Regina M. Unterguggenberger