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Maschinenring: Volumen auch 2016 erfreulich

Bei der Generalversammlung zog der Maschinenring Osttirol am Freitag, 17. März, Bilanz. Mitgliederzahl weiter im Steigen begriffen, Umsatz leicht rückläufig.

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Vier Forstfacharbeiter wurden zusätzlich ausgebildet, außerdem arbeiten drei GärtnerInnen für den Maschinenring. Die gute Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich ermöglicht es dem Unternehmen, auch Großprojekte - wie die Rekultivierung an der neuen Felbertauern-Strecke - abzuwickeln.

 

Im Vorfeld der Generalversammlung des Maschinenrings Osttirol luden Obmann Hans Gumpitsch sowie die beiden Geschäftsführer LA Martin Mayerl und Mag. Klemens Kreuzer, MAS, zu einem Pressegespräch in die Landwirtschaftliche Lehranstalt und zogen ein Resümee über das abgelaufene 50. Jubiläumsjahr. „Wir haben derzeit 1.165 Mitglieder. Die Zahl ist immer noch im Steigen begriffen, obwohl die Anzahl der Bauernhöfe rückläufig ist. Wir sehen es als unsere Verantwortung, als starker Partner der Osttiroler Bauern und Unternehmen qualitätsvolle Leistungen und Angebote zur Verfügung zu stellen sowie den Landwirten attraktive Zuerwerbsmöglichkeiten zu bieten. Damit können viele Bauern den Fortbestand ihrer Höfe absichern, und wir bieten vor allem auch jungen Menschen im landwirtschaftlichen Bereich Perspektiven“, umriss Hans Gumpitsch die wesentlichen Zielsetzungen des Maschinenrings.

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v.l.n.r.: GF Mag. Klemens Kreuzer, MAS, GF LA Martin Mayerl, Obmann Hans Gumpitsch

 

Mit rund 9 Mio. Euro war der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr leicht rückläufig. „Der Rückgang von etwa 8% resultiert vor allem daraus, dass einige unserer Großkunden Arbeitskräfte übernommen haben, die vorher bei uns beschäftigt waren. Daher war das Volumen im Bereich Leasing rückläufig. Dafür konnten wir im Dienstleistungsbereich beim Umsatz um etwa 25% zulegen. Vor allem im Bereich Forst- und Grünraumpflege sowie gärtnerische Tätigkeiten konnten wir Steigerungen erzielen. Der Auftrag zur Rekultivierung entlang der neuen Felbertauern-Strecke ist zum Beispiel ein Beweis dafür, dass es sich auszahlt, in die Ausbildung unserer Fachkräfte zu investieren“, so Klemens Kreuzer.

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Beim Projekt „Freiwillig am Bauernhof“ arbeiten Menschen gegen Kost und Logis. Die Helfer werden vor allem bei der Heuarbeit eingesetzt, helfen aber auch im Stall, auf Almen oder im Haushalt mit. Im kommenden Sommer wird das Angebot um kurzfristige Tageseinsätze ohne Übernachtung erweitert.

 

Im Bereich Leasing wurden rund 155.000 Stunden geleistet, das entspricht etwa 100 Vollzeitarbeitskräften. „Wir wickeln diese Arbeitsstunden aber mit rund 200 Mitarbeitern ab, weil es bei uns viele verschiedene Arbeits- und Zeitmodelle gibt. Im Bereich Service beschäftigen wir im Sommer 35 bis 40 Mitarbeiter, im Winter ist diese Zahl etwas niedriger“, so Kreuzer. Martin Mayerl betonte den Aspekt der Arbeitsplätze. „Wir sind einer der größten Arbeitgeber in der Region. An die Stadt Lienz zahlen wir jährlich rund 70.000 Euro an Kommunalsteuer. Kooperationen von mehreren bäuerlichen Betrieben werden in Zukunft noch wichtiger werden, um den Kostendruck zu senken. Laut einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben sind die Bauern auch bereit dazu“, so Mayerl. Die soziale Absicherung werde außerdem von vielen als ein wesentlicher Grund für die Mitgliedschaft beim Maschinenring genannt.

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Durch den Einsatz von Betriebshelfern und Zivildienern gewährleiste der Maschinenring rasch und unbürokratisch Hilfe. Martin Mayerl stellte auch die Vorteile des in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer neu gegründeten Vereins „Freiwillig am Bauernhof“ vor. „Die zunehmende Knappheit an Arbeitskräften stellt viele Bergbauernhöfe bei Arbeitsspitzen vor ärgere Probleme. Gleichzeitig interessieren sich Menschen unterschiedlichster Herkunft für die Arbeit am Bauernhof. Wir vermitteln diese Helfer an die Betriebe. Die Nachfrage nach spontan verfügbaren Freiwilligen steigt, gleichzeitig melden sich auch immer mehr Interessierte“, so der Geschäftsführer. Abgesehen von diesem Freiwilligen-Projekt thematisierte Obmann Hans Gumpitsch aber auch, dass immer weniger Arbeitskräfte im Bezirk für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen. „Fakt ist, dass viele der gut ausgebildeten Fachkräfte beispielsweise als Freileitungsmonteure auswärts arbeiten. Unser Ziel ist es, wieder mehr junge Menschen dazu zu bewegen, daheim für die Scholle zu arbeiten“, so Gumpitsch.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: MR Osttirol, Martin Lugger