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Innervillgraten: Neue Kraftwerke liefern Strom

Seit 17. November 2016 liefern die beiden gemeindeeigenen Wasserkraftwerke Strom in das Netz. Baukostenrahmen von rund 6,8 Mio. Euro wurde eingehalten.

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Bgm. Josef Lusser, DI Gottfried Steinbacher und Vize-Bgm. Roland Lanser vor dem Krafthaus

 

Erleichtert zeigten sich der Innervillgrater Bgm. Josef Lusser und Kraftwerks-Planer DI Gottfried Steinbacher am Donnerstagvormittag bei einer Besichtigung der neuen Kraftwerksanlagen. „Wir haben jetzt ein Jahr sehr intensiv gearbeitet, und mit 17. November ging die erste Turbine in Betrieb“, so der Bürgermeister. Rund 15 Jahre wurde an den Wasserkraftwerken geplant, es gab zum Teil heftige Widerstände. Es handelt sich um zwei Öko-Kraftwerke am Stallerbach und am Kalksteinbach. Im gemeinsamen Krafthaus laufen zwei Pelton-Turbinen.

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Eine der beiden Pelton-Turbinen

 

Die Maximalleistung beim Stallerbach-Kraftwerk beträgt 1.470 kW, jene beim Kalksteinbach-Kraftwerk 805 kW. „Nun wurde der Probebetrieb aufgenommen, mit derzeit rund 500 kW wird die vorausberechnete Produktionsleistung sogar übertroffen“, erklärte Planer Gottfried Steinbacher. Umfangreiche Rekultivierungsarbeiten wurden und werden durchgeführt. Besonders stolz zeigt man sich, dass im Zuge des Kraftwerk-Baus auch ein historisches Ensemble errichtet werden konnte. „Zu den bestehenden Objekten – Wegelate-Säge und Lodenstampfe – wurde eine Mühle von Paul Schett neu in das Ensemble integriert“, so der Bürgermeister. Das historische Ensemble harmoniere laut Gottfried Steinbacher sehr gut mit den neu errichteten Anlagen. „Das Ensemble zeigt eindrucksvoll Innervillgrater Handwerkskunst und ist mit Sicherheit auch eine Bereicherung für den Tourismus“, so Steinbacher.

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Gekostet haben die beiden Öko-Kraftwerke rund 6,8 Mio. Euro. Finanziert wurden sie von der Gemeinde Innervillgraten mit einem Darlehen. Weil man die Tarifförderung in Anspruch genommen hat, werden 7,2 Cent pro kW/h erlöst. Dieser Tarif ist fix für 13 Jahre zugesagt. „In etwa 13 Jahren sollten sich auch die Errichtungskosten amortisiert haben. Danach fließen die Einnahmen nicht mehr in die Darlehensrückzahlung, sondern in die Gemeindekasse“, so Bgm. Josef Lusser.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger