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Michael Istenich und die „Seilbahn Zugspitze“

An Deutschlands höchster Baustelle ist ein Osttiroler maßgeblich beteiligt. Ing. Michael Istenich arbeitet für das Südtiroler Unternehmen Stahlbau Pichler in Lienz.

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Wenn die neue Seilbahn Zugspitze am 20. Dezember 2017 eröffnet ist, werden die Besucher vor der Bergstation mit einer gläsernen Fassade, die scheinbar über dem rund 3.000 m hohen Steilhang im Norden des höchsten Berggipfels Deutschlands „schwebt", eine überwältigende Aussicht genießen können.

 

„Allein die Planungsphase für die neue Seilbahn hat insgesamt drei Jahre in Anspruch genommen“, berichtet der Lienzer. Er ist seit 2008 für die Südtiroler Firma Stahlbau Pichler GmbH tätig und war als Verkaufsleiter für Österreich und Deutschland maßgeblich an der Abwicklung der Angebotslegung mit dreistufigem Vergabeverfahren nach europäischem Recht, der Präsentation des Offertes und an den Verhandlungen rund um das Seilbahnprojekt Zugspitze beteiligt. „Wir haben uns in einem Kreis von insgesamt acht Anbietern um den Bereich Stahlbaukonstruktion und Fassade beworben und wurden mit vier anderen zu Gesprächen eingeladen. Im Dezember 2015 erhielt Stahlbau Pichler den Zuschlag, wobei die Zusicherung des Fertigstellungstermines bis Dezember 2017 als eine unabdingbare Voraussetzung des Vertragsabschlusses galt.“

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Ing. Michael Istenich: „Die Seehöhe der Baustelle und das hochalpine Klima sind Faktoren, die das Zugspitz-Projekt so schwierig, aber auch so interessant machen.“

 

Zu den größten Herausforderungen der Baustelle, die sich unmittelbar neben dem Gipfelkreuz der Zugspitze befindet, zählen, wie Ing. Istenich ausführt, nicht nur die Höhenlage und die Witterungsbedingungen auf knapp 3.000 Metern Seehöhe, sondern auch die exponierte Lage am Berg sowie das Thema Logistik. „Der Neubau der Bergstation der Zugspitz-Bahn ist eine enorme Herausforderung für Ingenieure, Handwerker und Geologen. Es gilt, auf engstem Raum und unter komplizierten geologischen Bedingungen, ein Projekt zu realisieren, das höchster Belastung infolge des hochalpinen Klimas und durch Nutzung und Betrieb standhalten muss. Für den An- bzw. Hochtransport des Materials besteht keine Zufahrtsmöglichkeit. Alles muss über eine Materialseilbahn mit einer Höhenüberwindung von 1.700 Metern abgewickelt werden.“

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Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, belegen die Zahlen, die Michael Istenich nennt: „Über 400 Materialseilfahrten sind eingeplant. Insgesamt werden auf der Baustelle 914 Tonnen Stahl verarbeitet. Die Fassadenfläche erstreckt sich über 5.300 m².“ Bevor die Monteure, Baukräne und der Raupenkran auf dem Berg ihre Arbeit verrichten können, werden die in Bozen vorgefertigten Stahl- und Fassadenelemente an der Talstation vormontiert und erst dann zur Baustelle transportiert. Im April diesen Jahres haben die Stahlbauarbeiten oben auf der Zugspitze begonnen, Ende August konnte der Bauteil Süd abgeschlossen werden. „Ab Oktober 2016 werden wir den Bauteil Nord und die Fassade Süd in Angriff nehmen. Die Arbeiten an der Fassade Nord starten im Juni 2017. Derzeit liegen wir absolut im Zeitplan. Hoffentlich spielt das Wetter weiter mit“, freut sich der Osttiroler über den erfolgreichen Ablauf der bisherigen Baumaßnahmen.

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Wenngleich seine eigentliche Tätigkeit als Verkaufsleiter für das Zugspitz-Projekt nach der ersten Baubesprechung abgeschlossen war, bleibt er im Hintergrund doch bis Bauende immer in den Großauftrag involviert. Dies hat sich, wie er abschließend betont, auch schon bei anderen Aufträgen, die er für die weltweit tätige Stahlbau Pichler GmbH abwickeln konnte – beispielsweise beim Playtower der Swarovski Kristallwelten in Nordtirol – bestens bewährt.

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Text: E. & J. Hilgartner, Fotos: Stahlbau Pichler, Martin Lugger, Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG/Hasenauer Architekten