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Tourenfestival: Sieg für Weißkopf und die Region

Die Premiere des Austria Skitourenfestivals bezeichnen die Verantwortlichen durchaus als Erfolg – Martin Weßkopf siegte bei „Tyrolia Tour H2000“ am Samstag, 14. Dezember.

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Zahlreiche Spitzen- und HobbyathletInnen nahmen die Weltcuppiste am Lienzer Hochstein mit den Tourenski in Angriff.

 

skitourfest2hAm Samstag, 14. Dezember 2013, stand im Rahmen des 1. Austria Skitourenfestivals die „Tyrolia Tour H2000“ auf dem Programm. Der Bewerb lief unter dem Titel „Alfred Thenius-Gedenkrennen″ und sollte an den Osttiroler Pionier in Sachen Infrastruktur rund um die Themen Skisport, Wandern und Radsport erinnern – unter den Startern auch Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol und Organisator des Skitourenfestivals (Bild links). Am schnellsten bewältigte Aufstieg und Abfahrt auf der Weltcuppiste am Lienzer Hochstein Lokalmatador Martin Weißkopf. Der 23-jährige Prägratner war nach schweißtreibendem Aufstieg und rasanter Abfahrt nach 18 Minuten und 38 Sekunden wieder im Ziel. „Die Weltcuppiste war extrem steil und pickelhart. Das Rennen war kurz aber ´verdammt´ intensiv”, meinte der letztjährige Weltcup-Gesamtfünfte im Ziel. Schnellste Dame war die Pinzgauerin Heidi Bernsteiner mit einer Zeit von 25:17 Minuten.

Am Abend vor dem Rennen hielten Dr. Rudi Mair und DI Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol das Publikum in der Dolomitenhalle mit einem kurzweiligen Vortrag über das an und für sich ernste Thema der entscheidenden Gefahrenmuster für Lawinen mit vielen praktischen Beispielen und anschaulichen Bildern von tatsächlichen Lawinenabgängen in Atem. Der Kitzbüheler Extremalpinist und Freerider Axel Naglich zeigte Sequenzen des höchst erfolgreichen Kinofilmes über sein Bergsteiger- und Skiabenteuer am Mount St. Elias.

Am Samstagabend kamen zahlreiche Besucher in die Dolomitenhalle, um bei der Skitouren-Fashionshow und beim Vortrag von Freeride-Ass Thomas Gaisbacher dabei zu sein. Untertags sorgte der Workshop zum Thema „Notfall Lawine” mit Sicherheitsexperten der Bergrettung und des Alpenvereins auf der Moosalm für großen Anklang. „Besser tausend Stunden Prävention als eine Stunde Einsatz”, gab Peter Ladstätter, Leiter der Osttiroler Bergrettung, das Motto vor. Bei den Stationen Erstversorgung, Sondenprofile, Anwendung von Dampfsonden samt Ortungskamera sowie Kameradensuche mittels Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) wurde der Ernstfall geprobt.

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v.l.n.r.: Dr. Rudi Mair, TVBO-Obmann Franz Theurl, DI Patrick Nairz, Paula Müllmann vom TVBO  

 

Peter Ladstätter sprach sich im Rahmen des Workshops für eine Änderung der fünf Lawinenstufen in Österreich aus. „Wir wollen weg vom fünfteiligen Notensystem und hin zu den drei Kategorien gering, mäßig und hoch. Das große Problem ist nämlich die zu positiv besetzte Lawinenstufe 3. Wenn diese gilt, passieren die meisten Unfälle. Jeder Tourengeher sollte sicher gehen, dass auf seiner gewählten Tour nicht Lawinenstufe 3 gilt”, erklärte Ladstätter die Motive für seinen Änderungsvorschlag. 

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Die Sieger der „Tyrolia Tour H2000“ Heidi Bernsteiner und Martin Weißkopf im Ziel. 

 

TVBO-Obmann und Organisator Franz Theurl zog am Ende des 1. Austria Skitourenfestivals eine zufriedenstellende Bilanz. „Das Festival ist sehr gut gestartet. Jetzt müssen wir die touristische Vermarktung des Themas Skitourengehen weiter vorantreiben und spezielle Angebote in diesem Segment entwickeln”, so Theurl. Mit den höchsten Bergen Österreichs, einer größtenteils noch unberührten Naturlandschaft und einer für den Skisport begeisterungsfähigen Bevölkerung hätte Osttirol die besten Voraussetzungen, zum Skitouren-Eldorado in Österreich und im gesamten Alpenraum zu werden. „Ich war auch mit dem Besucherandrang bei der Ausstellung und dem vielfältigen Programm in der Dolomitenhalle sehr zufrieden. Eines ist für mich sicher: Das Festival wird es in der nächsten Wintersaison in erweiterter Form wieder geben”, so Theurl abschließend.

 

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images