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Erfolg für Eiskletterfestival trotz Lawinenwarnung

Vom 13. bis 15.1.2017 fand das 2. Osttiroler Eiskletterfestival statt. Aufgrund der hohen Lawinengefahr mussten die Veranstalter aus der Not eine Tugend machen.

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Nach dem imposanten Vortrag von Extrembergsteiger und Alpinist Steve House am 13.1.2017 im Matreier Tauernhaus fanden Workshops und der Speed-Wettbewerb „Osttiroler Eismaster“ am 14.1.2017 aufgrund der hohen Lawinengefahr an anderen Plätzen wie ursprünglich geplant statt. Am 15.1.2017 kamen schließlich hunderte Eiskletterfans auf dem größten künstlich angelegten Eiskletterpark Österreichs beim Matreier Tauernhaus doch noch voll auf ihre Rechnung.

 

Im vergangenen Jahr hatte der Eispark Osttirol beim Matreier Tauernhaus seine Feuertaufe fulminant bestanden. Nachdem 50 Routen präsentiert wurden und mehr als 2.000 Eiskletterfans das Angebot angenommen hatten, präsentierten die Mitglieder des Vereins „Bergsport Osttirol“ am Freitag, 13.1.2017, im Zuge des 2. Osttiroler Eiskletterfestivals die nächste Ausbaustufe. „Wir konnten jetzt den zweiten, sehr alpinen Sektor mit bis zu 60 Metern Wandhöhe - das entspricht zwei Seillängen - eröffnen und somit das Angebot gegenüber dem Vorjahr verdoppeln. Damit bieten wir ingesamt rund 80 Linien mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden für Anfänger bis hin zum Profi an. Der neue Sektor beinhaltet auch einige Mixed-Routen in Fels und Eis“, beschrieb Silvester Wolsegger, Obmann des Trägervereins „Bergsport Osttirol", das, was in einer gemeinsamen Kraftanstrengung erreicht werden konnte. Neben dem Ausbau der Routen stellten die Initiatoren des Eisparkes, allen voran Vittorio Messini und Matthias Wurzer, auch viele weitere Neuerungen vor. Dazu zählt auch eine neue Webcam, die unter foto-webcam.eu vor allem die jeweils aktuelle Eis- und Wettersituation aufzeigt. Außerdem konnten auch Toiletten am Fuße des Eisparks positioniert werden.

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Steve House, der lt. Reinhold Messner „weltbeste Extrem-Bergsteiger unserer Zeit“, eröffnete am 13.1. das Eiskletterfestival 2017 mit seinem Vortrag „Nanga Parbat and beyond“. Am 14.1. zeigte er u.a. auch im Rahmen des Speed-Bewerbes sein Können.

 

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„So viele Menschen hatten wir noch nie im Matreier Tauernhaus. Wir mussten wegen des großen Andranges noch fünf zusätzliche Räume verkabeln und mit einem Live-Stream versorgen. Insgesamt kamen rund 500 Personen zu unserem Festival - ein voller Erfolg“, so Silvester Wolsegger.

 

Aufgrund des starken Schneefalls der vorangegangenen Tage wurde am 14.1. vom Lawinenwarndienst Tirol Stufe 4 ausgerufen. „Infolge der hohen Lawinengefahr war es nicht möglich, wie geplant, vom Matreier Tauernhaus aus zum Eispark zu gelangen. Deshalb haben wir das Programm adaptiert: Die Workshops wurden auf ganz Osttirol verteilt, was die Begeisterung der Teilnehmer aber nicht minderte. Heute Sonntag, 15.1., konnten wir dann doch noch beim Eispark den krönenden Abschluss unseres Eiskletterfestivals feiern“, berichtete der Obmann des Vereines „Bergsport Osttirol" davon, wie flexibel man auf die Witterungsbedingungen reagieren konnte.

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Der „Osttiroler Eismasters 2017“, Peter Wurzer (rechts im Bild), freute sich sichtlich über seinen Erfolg.

 

Das sportliche Highlight des Festivals gipfelte am 14.1. in der Ausrichtung des „2. Osttiroler Eismasters“. Beim Speed-Bewerb, der an den Fuß des Wildenkogels verlegt wurde, musste die Route mit dem Schwierigkeitsgrad WI (Water Ice) 5 so schnell wie möglich bezwungen werden. Den Titel sicherte sich nach Rang drei im Vorjahr Peter Wurzer vor Hannes Pfeifhofer und Kevin Resinger. Bei den Damen dominierte Katharina Schrettl. Rang zwei ging an Bettina Lubach, Dritte wurde Birgit Krabichler. Die Siegerehrung ging am Samstagabend, 14.1., im Matreier Tauernhaus über die Bühne.

Begeistert vom Engagement des Teams rund um den Eispark Osttirol zeigte sich Osttirols TVB-Obmann Franz Theurl: „Wir entwickeln laufend alpine Innovationen, die unsere touristischen Angebote in unserer Berg-dominierten Landschaft mit 266 Dreitausendern erweitern sollen. Der Eispark Osttirol stellt einen weiteren wichtigen Schritt zur Angebotsentwicklung für unsere nationalen und internationalen Gäste und zur Förderung des lokalen Klettersports dar.“

Text: Sportredaktion, Fotos: Martin Lugger