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Er ist am Green und auf Schnee „Spitze“

Seit 7. Mai 2016 darf sich Philipp Oberhauser Ski & Golf-Weltmeister nennen. Der junge Lavanter erzählte uns von der Faszination, die vom Ski- und vom Golfsport ausgeht.

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Begonnen hat die sportliche Karriere des heute 20-Jährigen im Skisport. „Schon als ich zweieinhalb bzw. drei Jahre alt war, hat mich mein Papa zum Skifahren mitgenommen. Später trainierte ich beim Skiclub Lienz und bin auch tirolweit Rennen gefahren“, erinnert sich Philipp zurück. Bezirksmeistertitel sowie Stockerlplätze bei Landescuprennen waren der Lohn für das harte Training. Leider blieben auch schwere Verletzungen nicht aus. Noch beeinträchtigt von seiner ersten schweren Verletzung, einem Kreuzband- und Meniskuseinriss, begann sich Philipp erstmals auch näher für das Golfen zu interessieren. „Kollegen vom Skiclub Lienz haben mir von diesem Sport vorgeschwärmt, und so habe ich einen Schnupperkurs am Golfplatz unmittelbar in unserer Nachbarschaft absolviert.“

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Nahezu täglich hielt sich der damals 11-Jährige in der Folgezeit am Green von „Dolomitengolf“ auf. Bald nahm er auch an ersten Turnieren teil. Erfolge bei Schülerbewerben und Stockerlplätze bei der Austrian Junior Golf Tour stellten sich ein, 2012 holte sich Philipp den Tiroler Jugendmeistertitel. „Es ist vor allem der Kampf gegen dich selbst, der mich am Golfsport so fasziniert. Das Gefühl, wenn man den Ball in der Mitte trifft und der Sound, wenn er wegzischt – das muss man einfach erlebt haben“,  kommt der junge Osttiroler ins Schwärmen. „Die Bewegungsabläufe sind beim Golfsport so umfassend, dass man sich immer weiterentwickeln kann. Wenn das Schlägerblatt auf den kleinen Golfball trifft, hat natürlich jede Bewegungsveränderung große Auswirkungen. Nicht umsonst meinen Experten, dass das Golfen nach dem Stabhochsprung die Sportart mit dem komplexesten Bewegungsablauf sei.“

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2010 hat der Lavanter zum ersten Mal an der Ski & Golf-Weltmeisterschaft in Kaprun/Zell am See teilgenommen, heuer konnte er sich an die Spitze der männlichen Weltelite setzen. Über 200 Athleten aus 18 Nationen stellten sich Anfang Mai 2016 der Herausforderung, beim Riesentorlauf auf dem Kitzsteinhorn und beim Golfturnier über 2 x 18 Löcher am Green des Golfclubs Zell am See/ Kaprun/Saalbach-Hinterglemm zu brillieren. Skigrößen wie der Schwede Patrik Jaerbyn oder Alois Vogl gehörten zum diesjährigen Starterfeld. In anderen Jahren haben auch schon Marcel Hirscher, der US-Amerikaner Bode Miller, der Finne Kalle Palander oder Ondrej Bank aus Tschechien bei der WM um den Sieg gekämpft.

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Den Riesentorlauf beendete Philipp Oberhauser heuer auf Rang 11. Am ersten Golf-Tag gelang ihm eine sensationelle Runde mit 6 unter Par. Damit übernahm er auch die zwischenzeitliche Führung, was für viel Spannung am Finaltag sorgte. Der Osttiroler bewies Nervenstärke und konnte die Führung souverän mit fünf Schlägen Vorsprung ins Ziel bringen. „Ich habe die Bälle sauber getroffen und nur wenige Fehler gemacht. Das Finish auf den letzten beiden Löchern am ersten Golftag ist mir ausgezeichnet gelungen“, freut sich der frisch gebackene Ski & Golf-Weltmeister.

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Eine ausgezeichnete physische wie psychische Verfassung spiele, wie er meint, gerade beim Golfen eine entscheidende Rolle. „Ein Turnier dauert über vier Stunden. Man legt eine Strecke von sieben Kilometern zurück, Ermüdungserscheinungen stellen sich spätestens bei den letzten Löchern ein. Wenn man körperlich nicht 100% fit ist, wirkt sich das natürlich auch negativ auf die mentale Seite aus.“ Mit viel Lauf-, Kraft- und Ausdauertraining hält sich der junge Weltmeister aus dem Lienzer Talboden, der früher auch als Mitglied des SV Tristach Fußball spielte, fit. „Konditions- und  Koordinationstraining standen schon in meiner Zeit beim Lienzer Skiclub auf dem Programm. Das hilft auch beim Golfen“, so Philipp Oberhauser. Er hat im Vorjahr an der Handelsakademie in Lienz maturiert und soeben seinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Lienz beendet. Ab Herbst will er an der Universität in Innsbruck mit dem Lehramt-Studium für Mathematik und Sport beginnen.

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„Sport hat mich immer schon fasziniert, derzeit konzentriere ich mich vor allem auf das Golfen. Natürlich freut mich mein Weltmeister-Titel sehr. Dieser Erfolg wäre aber ohne die Unterstützung meiner Eltern und des Golfclubs Dolomitengolf sowie meines Sponsors, der Raika Lienz, niemals möglich gewesen“, betont der Weltmeister abschließend.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger