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Diskussion über Verkehr in der EUSALP

In der nächsten RMO-Vorstandssitzung soll über die Beauftragung einer Studie zum Thema Mobilität und Verkehrsprojekte in und um Osttirol diskutiert werden.

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Die Vertreter der norditalienischen Provinzen Veneto, Belluno und Friaul-Julisch Venetien diskutierten mit Osttiroler und Oberkärntner Politikern und Tourismus-Verantwortlichen auch im neuen Tourismushaus.

 

Zu einem Treffen zwischen Vertretern der Osttiroler Planungsverbände und des Tourismus sowie einer Abordnung aus den italienischen Provinzen Veneto, Belluno und Friaul-Julisch Venetien kam es am Freitag, 25. November, im neuen Tourismushaus sowie im Grand Hotel in Lienz. Diese norditalienischen Provinzen sowie die Regionen Osttirol und Oberkärnten plagen ähnliche Probleme, und so diente das Treffen auch dem Gedankenaustausch darüber. Laut Prognose der Statistik Austria 2030/2060 ist Lienz der einzige Tiroler Bezirk mit negativer Bevölkerungsentwicklung. Auch Oberkärnten sowie die Provinz Belluno und Teile des Veneto sind massiv von Abwanderung betroffen. Thema des Treffens war auch, dass diese negativen Entwicklungsprognosen von Expertenseite hauptsächlich auf die verkehrsgeografische Isolation und Abgelegenheit dieser inneralpinen Regionen zurückzuführen ist.

Prof. Giovanni Campeol von der Universität Venedig präsentierte Vorstellungen über zukünftige Mobilität in der Europäischen Region EUSALP, darunter auch eine geplante Verlängerung der Autobahn A27 in Richtung Österreich. Die Osttiroler und Kärntner Teilnehmer verfolgten mit großem Interesse die möglichen technischen Entwicklungen in Norditalien, wie z.B. die geplante Verkabelung von Stromleitungen, neue Formen von umweltgerechtem Straßenbau, mögliche neue Formen der Wasserstoff- und elektrischen Energieversorgung sowie neue Technologien für Wireless-Aufladung von Elektrofahrzeugen.

Die Vertreter Osttirols informierten die italienische Delegation darüber, dass es in der letzten Vorstandssitzung des Regionsmanagements Osttirol den Vorschlag gegeben hätte, eine den ganzen Bezirk umfassende Verkehrs- und Mobilitätsanalyse in Auftrag zu geben. Dieser Vorschlag wurde nunmehr von RMO-Obmann Bgm. Ing. Dietmar Ruggenthaler über Beantragung der drei Planungsverbandsobleute Bgm. BR Dr. Andreas Köll (34/Iseltal), Bgm. Ing. Mathias Scherer (35/Pustertal) und Bgm. Josef Mair (36/Lienzer Talboden) sowie Franz Theurl (Obmann des TVB Osttirol) auf die Tagesordnung der nächsten RMO-Vorstandssitzung genommen. „Die Analyse soll alle möglichen positiven und negativen Auswirkungen von Verkehrsprojekten in und um Osttirol beurteilen. Wir möchten auch den Wunsch an das Land Tirol herantragen, Experten der Landesbaudirektion und des Baubezirksamtes beizuziehen“, teilen die drei Planungsverbandsobleute in einer Aussendung mit.

Vertreter aus Kärnten brachten zum Ausdruck, dass auch sie an derartigen Konzepten teilnehmen möchten. „In dieser Studie sollten z.B. die Auswirkungen der geplanten Umfahrungen von Kitzbühel, Sillian und Lienz, des möglichen weiteren Ausbaues der Schnellstraßen im Drautal und Pustertal, eines möglichen Plöckenbasis- oder -scheiteltunnels, einer bereits vor Jahren diskutierten Touristenstraße mit möglichen Tunnels und Ausfahrten in Obertilliach/Lienz und/oder der jüngsten Entwicklungen des in Norditalien beabsichtigen Weiterbaues der A27 in Richtung Österreich beurteilt werden“, heißt es in der Aussendung der Planungsverbände. 

Text: Redaktion, Foto: PV 34