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Festveranstaltung zu „25 Jahre NPHT in Tirol“

Der Tiroler Landtag war heute Ort einer besonderen Feierstunde: 1991 wurde hier das Nationalparkgesetz verabschiedet und der Grundstein für den Tiroler NPHT-Anteil gelegt.

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Bei der Präsentation des Bildbandes am 16.11.2016 in Innsbruck (v.l.n.re.): NP-Direktor Hermann Stotter, Bildband-Autorin Claudia Lagler, LH Günther Platter, LH-Stv. a.D. Ferdinand Eberle, LH-Stv. Ingrid Felipe

 

Gastgeber Landtagspräsident Herwig van Staa eröffnete die Jubiläumsveranstaltung und begrüßte die anwesenden Abgeordneten zum Tiroler Landtag, die Mitglieder der Tiroler Landesregierung und zahlreiche Besucherinnen und Besucher, auch aus dem Bezirk Lienz. „Im Frühherbst des Jahres 1991 wurde die damalige Regierungsvorlage zum Beschluss eines Gesetzes  über die Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern in Tirol in die Obhut des Landtages übergeben. Nach intensiven Beratungen in den Ausschüssen und im Plenum wurde es schließlich am 9. Oktober 1991 beschlossen“, blickte van Staa zurück.

Es war kein einfacher Weg bis zur Verabschiedung des Tiroler Nationalparkgesetzes. 20 Jahre wurde diskutiert und hart verhandelt. Es ging u.a. um die Frage der Entwicklung der Hohen Tauern als Nationalpark oder um die Nutzung durch die Energiewirtschaft. Zeitzeuge Ferdinand Eberle, damaliger Landeshauptmannstellvertreter und zuständiges Regierungsmitglied, erinnerte sich: „Ich war mit meinen Beamten in jeder betroffenen Gemeinde in Osttirol unterwegs, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Jede gute Idee wird bekämpft. Es ist Aufgabe der Entscheidungsträger, den richtigen Weg zu gehen.“ Heute erstreckt sich der größte Nationalpark Mitteleuropas auf 1.856 km² über die Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten.

Landeshauptmann Günther Platter hob in der Feierstunde im Tiroler Landtag die touristische Bedeutung des Nationalparks hervor. Mehrfach durchgeführte Besuchermotiverhebungen in der Osttiroler Nationalpark-Region durch das Institut für Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Tiroler Fachhochschule MCI hätten ergeben, dass für über 50% der Gäste der Region der Nationalpark Hohe Tauern eine Rolle bei der Wahl des Urlaubsziels spiele. „Der Nationalpark ist eine wahre Kraftquelle und ein Sehnsuchtsplatz nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für die Tiroler Bevölkerung. Schutzgebiete wie eben der Nationalpark Hohe Tauern sind ein unverzichtbarer Eckpfeiler für Tirol als Urlaubs- und Erholungsraum“, so der Tiroler Landeshauptmann. „An einem Tag wie heute möchte ich mich speziell bei den damaligen Verhandlern des Landes, aber auch den Grundbesitzern und Interessensvertretern aus der Region herzlich bedanken.“

Die Nationalparkidee schließt bewusst den Menschen nicht aus, sondern möchte ihm Erholung in einzigartigen, unberührten Naturlandschaften bieten – nicht zuletzt wurden in der nun 25-jährigen Geschichte zahlreiche Maßnahmen in Form von Besucherinfrastruktur und v.a. dem Rangerwesen ergriffen. Das Team der Osttiroler Nationalparkranger betreut jährlich mehrere 10.000 Besucher des Tiroler Anteils des Nationalparks Hohe Tauern. 

Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums wurde im Landtag ein neuer Bildband über den Nationalpark Hohe Tauern präsentiert. Eindrucksvolle Fotos und Texte von Autorin Claudia Lagler führen darin zu Besonderheiten des Nationalparks. Im Jubiläumsjahr 2017 warten auf die BesucherInnen des Tiroler Anteils des Nationalparks Hohe Tauern neben der eindrucksvollen Landschaft auch zwei neue Besuchereinrichtungen: Investiert wird einerseits in das Nationalparkzentrum Matrei (komplett neuer und größerer Besucherbereich mit Dauerausstellung), sowie – gemeinsam mit der Gemeinde Kals – in eine zeitgemäße Besucherinfrastruktur am Fuße des Großglockners.

Text: Politikredaktion, Foto: Tiroler Landtag/NP Hohe Tauern