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Hopfgarten: Schutzdamm der Bestimmung übergeben

Der 250 Meter lange und fünf Meter hohe Steinschlagschutzdamm am Kirchlahner wurde nach dem Felssturz vom 5. Juli 2016 in nur zwei Monaten errichtet. 

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v.l.n.r.: DI Albert Pichler (Osttiroler Gebietsbauleiter-Stv. WLV), DI Gebhard Walter (WLV Sektionsleiter-Stv. Tirol), Minister DI Andrä Rupprechter, Pfarrer Walter Stifter, LH-Stv. ÖR Josef Geisler, LA DI Hermann Kuenz, Bgm. Franz Hopfgartner

 

Zuletzt hat im Jahre 1966 ein Mitglied der österreichischen Bundesregierung in offizieller Mission die Gemeinde Hopfgarten besucht. Ein halbes Jahrhundert später war es am Donnerstag, 8. September 2016, Landwirtschaftsminister DI Andrä Rupprechter, der zur Bauabschlussfeier des Steinschlagschutzdammes in das Dorf am Eingang des Defereggentales kam. „Wir freuen uns, dass 50 Jahre nach Bundeskanzler Josef Klaus wieder ein Mitglied der Bundesregierung bei uns in Hopfgarten zu Besuch ist“, so Bgm. Franz Hopfgartner bei seiner Begrüßung.

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Bgm. Franz Hopfgartner: „Mit der Fertigstellung des Schutzdammes nach nur zwei Monaten Bauzeit konnte die Sperre des Schulgebäudes und der Sport- und Freizeitanlagen aufgehoben werden. Wir freuen uns, dass gestern rechtzeitig zu Schulbeginn Volksschule und Kindergarten ihren Betrieb aufnehmen konnten.“

 

Am 5. Juli dieses Jahres kam es im Bereich Kirchlahner zum Absturz von einigen hundert Kubikmetern Felsmaterial. Nur zwei Monate später können wir Dank des raschen und effizienten Handelns der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie der Unterstützung durch Bund und Land den Steinschlagschutzdamm seiner Bestimmung übergeben“, so Bgm. Franz Hopfgartner.

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Minister DI Andrä Rupprechter: „Derartige Projekte sind wichtige Investitionen, um die wertvolle Kulturlandschaft, die unsere Bauern hier seit fast schon einem Jahrtausend bewirtschaften, zu erhalten. Der Erhalt der Kulturlandschaft ist die Voraussetzung, damit periphere Gebiete wie diese weiter besiedelt werden können.“

 

Nach dem Felssturzereignis vom 5. Juli mussten ein Wohnhaus, die Volksschule, die Sport- und Freizeitanlage sowie das Kulturhaus evakuiert, die Defereggental-Landesstraße kurzzeitig gesperrt werden. „Sofort begutachteten die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Landesgeologie das Gebiet und leiteten Sofortmaßnahmen in die Wege“, so Hopfgartner.

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LH-Stv. ÖR Josef Geisler: „Projekte zum Schutz vor Naturgefahren sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Bevölkerung in den peripheren Bereichen die gleichen Lebenschancen hat wie die Bewohner von urbanen Gebieten.“

 

Ziel des Projektes ist der Schutz und die Sicherung des Siedlungsraumes von Hopfgarten vor Felssturz- und Steinschlagereignissen durch den Kirchlahner Felssturz und den Eggerhöfe Steinschlag sowie vor der Überbordung und Vermurungen durch den Grünalmbach. Ursprünglich war ein 150 Meter langer Damm geplant, nun wurde er um hundert Meter verlängert und wird noch durch ein Steinschlagnetz ergänzt. Der Schutzdamm ist in der Lage, Felsblöcke bis zu einem Gewicht von 4,5 Tonnen aufzufangen. In das gesamte Projekt wurden 450.000 Euro investiert, 50% davon trägt der Bund, 30% das Land und 20% die Gemeinde Hopfgarten. Im Zuge des Projektes wird auch die Rutschung im Grünalmbach gesichert und ein Steinschlagnetz bei den Eggerhöfen errichtet.

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Pfarrer Walter Stifter nahm die Segnung des neuen Steinschlagschutzdammes am Kirchlahner vor.

 

Rund 44 Mio. Euro werden in Tirol durch die Wildbach- und Lawinenverbauung im heurigen Jahr investiert. „Allein im Bezirk Lienz gibt es rund 6.000 Bauwerke, in den letzten Jahren wurden durchschnittlich 7 Mio. Euro jährlich für Schutzprojekte aufgewendet. Vor allem der Erosionsschutz wird immer wichtiger. Durch den Klimawandel ist der alpine Raum ganz besonders davon betroffen“, so Minister Andrä Rupprechter.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger