- Politik
- Dienstag, 19. Juni 2012
SPÖ stellte Thema Altenpflege in den Fokus
„Hilfe nehmen – Halt geben“ war das Motto einer vielbesuchten Podiumsdiskussion der SPÖ am 18.6.2012 im Lienzer Volkshaus – Altenpflege gilt als große Herausforderung.

Viele Besucher kamen zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Altenpflege" in das Lienzer Volkshaus.
Bis zum Jahr 2022 wird die Tiroler Bevölkerung voraussichtlich um 10,5% wachsen, der Anteil der über 85-Jährigen hingegen um 83%. „Allein diese zwei Zahlen zeigen, wie groß der Handlungsbedarf für die Politik ist, um die Pflege und Betreuung von alten und älteren MitbürgerInnen in den nächsten zehn Jahren sicherzustellen“, sagte SPÖ-Soziallandesrat Gerhard Reheis bei der Podiumsdiskussion im Volkshaus. Mit dem Strukturplan Pflege habe das Land Tirol die dafür nötigen Weichen gestellt und auch finanziell Vorsorge getroffen. Der Strukturplan sieht vor allem bei den mobilen Diensten eine enorme Leistungssteigerung vor: Bis 2022 soll es 40% mehr Leistungsstunden geben. Aber auch Heimplätze müssen geschaffen, alternative Wohnformen, Tagesbetreuung, Übergangs- und Kurzzeitpflege ausgebaut werden. Im Bezirk Lienz heißt das 23 400 Stunden mehr in der mobilen Pflege und zusätzlich 89 Heimplätze.

Soziallandesrat Gerhard Reheis betonte, dass durch den neuen Strukturplan Pflege den Herausforderungen der Altenbetreuung in Zukunft gut begegnet werden kann.
Auch mehr Mittel für die Ausbildung von qualifizierten Arbeitskräften in den Gesundheitsberufen sollen zur Verfügung gestellt werden. Tirolweit sollen bis 2022 rund 2 200 Pflegekräfte zusätzlich ausgebildet werden. „Pflegeberufe bedeuten einen sicheren Arbeitsplatz, meist in Wohnortnähe, bieten viele Teilzeitmöglichkeiten und eröffnen auch Wieder- und UmsteigerInnen gute Chancen“, so Reheis. „Der Osttiroler Planungsverband hat mit seiner Erhebung punktgenau den Bedarf getroffen, den auch das Land Tirol in seinem Strukturplan Pflege errechnet hat“, betonte Verbandsobfrau Bürgermeisterin DI Elisabeth Blanik. „Es gibt in unseren Heimen in Lienz, Matrei und Sillian lange Wartelisten, und wir haben bereits beim Land zusätzliche Heimplätze beantragt. Osttirol ist bereit, wir brauchen nur mehr grünes Licht vom Land.“

Die Lienzer Bürgermeisterin und Obfrau des Gemeindeverbandes Wohn- und Pflegeheime ging darauf ein, dass es in Zukunft in Osttirol mehr Heimplätze und einen Ausbau der Tagesbetreuung für ältere Menschen braucht.
Weitere brennende Themen im Bezirk seien laut den SPÖ-PolitikerInnen die Tagesbetreuung und das betreute Wohnen. „Für viele ist der Schritt schwierig, ihre Eltern ins Heim zu geben. Die Versorgung in einer Tagesbetreuung könnte ihnen helfen“, so Blanik. In den Heimen gehe die Tendenz dahin, BewohnerInnen nur mehr ab Pflegestufe 3 oder 4 aufzunehmen. „Für jene, die weniger Unterstützung brauchen, wäre betreutes Wohnen ideal. Sie könnten sich bestimmte Dienste wie Essen oder Wäschewaschen zukaufen und sich in ihren eigenen Wänden sicher fühlen“, so die Lienzer Bürgermeisterin.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: SPÖ/A. Hofer

