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Neues „Schaufenster“ zum Großglockner entsteht

Mit dem „Glocknerwinkel“ wird einer der bekanntesten Orte Österreichs neu gestaltet – der Platz beim Lucknerhaus mit Traumblick auf den höchsten Berg des Landes.  

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v.l.n.r.: Arch. DI Stefan Thalmann (okai), Bgm. Erika Rogl, NP-Dir. DI Hermann Stotter, Kaspar Unterberger (GF Kals Kommunal), DI Klaus Michor (Revital)

 

VertreterInnen von Gemeinde und Nationalpark Hohe Tauern, der Behörden, der Planer und der bauausführenden Firmen – sie alle kamen am Dienstagvormittag, 25. Oktober 2016, auf den Parkplatz beim Lucknerhaus in Kals. Grund war der Spatenstich für den neuen „Glocknerwinkel“. Entstehen wird auf diesem Platz ein Nationalpark-Info-Gebäude sowie ein Servicegebäude mit WC-Anlagen und Waschplätzen. Auch der Freiraum in diesem Bereich und der Parkplatz werden neu gestaltet. „Der gesamte Bereich entspricht nicht mehr den Erfordernissen der heutigen Zeit. Die Parkplätze sind nicht mehr ausreichend. Es gab viele Sitzungen – vor allem auch mit meinem Vorgänger Klaus Unterweger, bei denen die Neugestaltung besprochen wurde. Jetzt geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, so die Kalser Bgm. Erika Rogl.

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Bgm. Erika Rogl: „Dieser Platz ist ein Hotspot für ganz Osttirol. Wir wollen ihn in einer zeitgemäßen Formensprache neu gestalten. Bedanken möchte ich mich neben den sonstigen Partnern vor allem auch bei der Agrargemeinschaft Untertschadin-Ködnitzalm für die Grundspende.“

 

Nationalpark-Direktor DI Hermann Stotter sprach von einem wichtigen und repräsentativen Ort, nicht nur für Osttirol, sondern für ganz Österreich. „Das Info-Gebäude namens ,Großglocknerpanorama‘ soll ein Schaufenster in den Nationalpark sein. In der Ausstellung wollen wir die Big Five – also Gams, Steinbock, Rothirsch, Bartgeier und Steinadler – präsentieren, die man hier im Ködnitztal bekanntlich auch in der freien Natur sehr gut beobachten kann“, erklärte Hermann Stotter. Für die Planung des „Glocknerwinkels“ zeichnen DI Klaus Michor von Revital und Arch. DI Stefan Thalmann von okai (Oberkärntner Architekturinitiative) verantwortlich. „Das Ensemble soll ein Blick in die Zukunft sein. Der Nationalpark bedeutet für mich diese Zukunft. Wichtig war uns, dass wir uns den naturräumlichen Gegebenheiten unterordnen“, so Klaus Michor.

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DI Klaus Michor: „Der Blick vom Ködnitztal auf den Großglockner ist für mich eines der zentralen Motive Österreichs. Das Gebäude und der gesamte Bereich sollen ein Ort des Staunens sein.“

 

Im Info-Gebäude wird es einen Raum mit Sitzplätzen und einer großen Fensterfläche geben. „Hier kann man sich auch bei Schlechtwetter aufhalten und den Blick auf das Glocknermassiv genießen. Der Freiraum vor dem Gebäude wird ebenfalls mit vielen Sitzgelegenheiten und mit Infotafeln attraktiv gestaltet“, informierte Klaus Michor. Auch der große Parkplatz wird neu konzipiert. Auf zwei Ebenen wird es nach Fertigstellung des „Glocknerwinkels“ 238 Pkw-Stellplätze, drei Busparkplätze, zwei E-Tankstellen und Motorradstellplätze geben.

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Der Blick vom Großglocknerpanorama aus durch das große „Schaufenster“ auf Österreichs höchsten Berg wird nach Fertigstellung des „Glocknerwinkels“ so aussehen.

 

Bauherr ist die Kals am Großglockner Kommunal GmbH – eine 100%-Tochter der Gemeinde Kals. Die Kosten der Neugestaltung belaufen sich auf 1,4 Mio. Euro netto. „Gefördert wird unter anderem von Bund, Land, Nationalpark und dem Tourismusförderungsfonds – der Gemeinde werden 200.000 bis 250.000 Euro an Kosten verbleiben“, so Kaspar Unterberger, Geschäftsführer von Kals Kommunal. Er informierte auch, dass anstelle der bisherigen Mautstelle unterhalb des Lucknerhauses eine vollautomatische Schrankenanlage installiert wird. „Bisher wurde von Mai bis Oktober Maut eingehoben. In Zukunft wird ganzjährig 24 Stunden Maut zu zahlen sein. Die neue Mautstelle soll frühestens im Mai 2017 in Betrieb gehen“, erklärte der Geschäftsführer.

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Geplant ist, dass der neue „Glocknerwinkel“ im Juli 2017 eingeweiht wird. „Mit 1. Jänner 1992 ist das Tiroler Nationalparkgesetz in Kraft getreten. Zum 25-Jahr-Jubiläum sind im nächsten Jahr mehrere Veranstaltungen geplant. Vielleicht wird eine große Feier auch hier an diesem Platz stattfinden“, meinte Hermann Stotter.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Visualisierung: okai