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Anna Schutzhaus: Hier spürt man Ursprünglichkeit

Seit bereits 14 Jahren ist Johann Wallensteiner Pächter der im Eigentum des ÖTK stehenden Schutzhütte – ein leidenschaftlicher Wirt in einer urgemütlichen Berghütte.

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Nicht nur über die vielfältigen Tourenmöglichkeiten, auch über die Geschichte des Schutzhauses knapp unterhalb des Gipfels des Ederplans auf 1.992 Metern Seehöhe weiß Johann Wallensteiner viel zu erzählen. 1882 errichtete der berühmte Maler Franz von Defregger die Hütte und benannte sie nach seiner Gattin Anna. Sechs Jahre später ging das Anna Schutzhaus in den Besitz des Österreichischen Touristenklubs über, der es seitdem bewirtschaftet. Nach einer ersten baulichen Erweiterung im Jahre 1907 erfolgte in den Jahren 1991 bis 1993 ein weiterer stilgerechter Aus- und Umbau. Kurz zuvor – im Jahre 1990 – hatte der ÖTK die Hütte an die neu gegründete Sektion Dölsach übertragen.

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„Von Seiten des ÖTK wurde immer großer Wert darauf gelegt, dass der alpine Baustil des Anna Schutzhauses erhalten bleibt. Bis heute strahlt die Hütte deshalb viel Ursprünglichkeit und Gemütlichkeit aus.“ Im großen Gastraum finden etwa 40 Personen Platz, in der kleineren Defregger-Stube bis zu 15 Besucher. 30 Bergwanderer können in den gemütlichen Zimmern und Matratzenlagern des Anna Schutzhauses übernachten. Im Vorjahr wurde die Hütteninfrastruktur durch eine moderne Photovoltaik-Anlage der Firma sun-e-solution mit etwa 40 m² Modulfläche und einer Nennleistung von 6 Kilowatt Peak ergänzt. „Die Energie liefert nun hauptsächlich die Sonne. Für Leistungsspitzen steht uns zudem ein Aggregat zur Verfügung. Gekocht wird mit Holz und Gas“, berichtet Johann Wallensteiner nicht ohne Stolz davon, dass man im Anna Schutzhaus energieautark und umweltfreundlich wirtschaften kann.

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Apropos Küche: Ursprünglichkeit ist ihm auch hier sehr wichtig, schließlich zaubert er selbst die kulinarischen Köstlichkeiten auf die Teller seiner Gäste. „Bodenständige Hausmannskost gibt den Wanderern und Mountainbikern wieder Kraft“, schmunzelt Johann, der auch regelmäßig auf die Jagd geht. Und so verwundert es auch nicht, dass sich immer wieder auch Wildgerichte – wie z.B. Wildragout oder Hirschbratwürstl – auf der Speisekarte finden. Der Speck, aber auch das Fleisch von Lamm und Kitz stammen aus der eigenen Landwirtschaft, die Johann Wallensteiner in Lavant betreibt. „Bei mir wird alles frisch gekocht, darauf lege ich großen Wert“, betont der leidenschaftliche Wirt. Er ist für seine Knödelvariationen, seine Schlipfkrapfen, Spätzle oder sein Schwammerlgulasch weit über den Lienzer Talboden hinaus bekannt.

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So wie seine Gäste von den kulinarischen Köstlichkeiten schwärmen, so begeistert zeigt sich Johann Wallensteiner von den vielfältigen Tourenmöglichkeiten rund um das Anna Schutzhaus: „In nur einer Viertelstunde erreicht man das Heimkehrerkreuz am Ederplan auf 2.060 Metern Seehöhe. In rund einer Stunde gemütlicher Wanderung gelangt man zum Loneskopf (2.245 m), in rund zwei Stunden auf den Ziethenkopf auf 2.438 Metern Seehöhe. Von dort aus kann man eine wunderschöne Aussicht genießen. Der Rundblick reicht vom Großglockner über den Großvenediger bis zu den Karawanken und den Julischen Alpen.“ Das Anna Schutzhaus bietet sich des Weiteren als Ausgangspunkt für jene an, die den Kreuzeck-Höhenweg erwandern wollen. Diese Tour bezeichnet Johann als echten Geheimtipp. In rund sechs Stunden erreicht man die Hugo-Gerbers-Hütte (2.355 m), die Feldnerhütte (2.182 m) im Oberdrautal und die Salzkofelhütte (1.987 m) in der Oberkärntner Gemeinde Sachsenburg.

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Das Anna Schutzhaus steuern inzwischen übrigens auch immer mehr Mountainbiker an. Für jene, die mit E-Bikes unterwegs sind, befindet sich bei der Hütte eine Aufladestation. Seit mittlerweile 14 Jahren beginnt für Johann Wallensteiner Anfang Mai die Sommersaison auf dem Anna Schutzhaus. Bis eine Woche nach Allerheiligen hält er die Hütte offen. „Die Arbeit hier ist mit jener in einem Gasthaus oder Hotel im Tal nicht vergleichbar. Hier in den Bergen ist die Atmosphäre viel entspannter. Ich unterhalte mich gerne mit den Menschen und schätze die Gespräche mit den Wanderern, ob sie nun aus der Region, aus anderen Teilen Österreichs, Europas oder aus den USA kommen. Deshalb schließt meine Tätigkeit als Hüttenwirt nicht nur Arbeit, sondern auch sehr viele schöne Aspekte mit ein!“

 

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/Hotzler