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Grenzerfahrungen und Abenteuer in freier Natur

Wenn man sich mit dem Rangersdorfer Alexander Fercher auf Tour in die Wälder und die Berge im Mölltal begibt, werden große und kleine Naturwunder zum Erlebnis.

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„Es muss nicht immer die große Expedition in den Himalaja sein. Auch in unserer unmittelbaren Umgebung kann man ohne großen Aufwand Abenteuer erleben und jeden Tag neue Naturwunder entdecken“, meint Alexander Fercher. Wir sind mit ihm, seiner Frau Maria, seinen Söhnen Dominik und Daniel sowie dem Lehrer Harald Moser und dessen Tochter Linda im Wald oberhalb von Rangersdorf unterwegs. Seit 20 Jahren ist Alexander als Forstwart, Jagdführer und Jagdaufseher in diesem Revier tätig. Vor Kurzem hat er sich mit der Firma „Outdoor with nature“ selbstständig gemacht und bietet Survival-Touren ebenso an wie Wildtierbeobachtungen, Foto- und Naturerlebnistouren oder Workshops.

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Alexander Fercher: „Die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir brauchen die Natur!“

 

Während unseres Besuches lernen wir, wie man Feuer „bohrt“. Nicht nur die Kinder freuen sich, als nach kurzer Zeit der erste Rauch aufsteigt. Auch für uns Erwachsene ist es ein kleines Wunder, dass ohne die Verwendung von Feuerzeug oder Streichhölzern Feuer entstanden ist. Überlebenstrainings stehen für den Oberkärntner sommers wie winters auf dem Programm. In der kalten Jahreszeit ist er mit seinen Gästen mit Schneeschuhen bis hinauf zur Waldgrenze unterwegs. Schon beim Aufstieg versucht Alexander sein Wissen für das Überleben in der freien Natur weiterzugeben. „Es geht darum, dass man während der Tour nicht nur auf seine eigenen Ressourcen, sondern auch auf nützliche Dinge in der Natur achtet. Dazu gehören trockenes Holz ebenso wie `Zundermaterial`, z.B. Bartflechte oder Distelsamen.“

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Bei einer Winter-Survival-Tour will Alexander den Fokus zunächst auf die drei Grundbedürfnisse des Menschen reduzieren – Wärme, Unterkunft und Essen. Im Februar 2016 hat er mit seinen Gästen auf rund 2.000 Metern Seehöhe beispielsweise eine Schneehöhle errichtet. „Um die Nacht bestmöglich zu überstehen, sollte man darauf achten, dass möglichst viele Isolierungsschichten vor der Kälte des Erdbodens schützen. Zusätzlich zu einer ISO-Matte und einem Schlafsack empfehlen sich etwa Fichtenäste als Unterlage. Zum Frühstück kann man einen Tee aus Fichtennadeln zubereiten, der viel Vitamin C enthält.“

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Alpine Gefahren, Ausrüstung, Wildtiere, Jagd – diese und viele andere Themen spricht der 43-jährige autorisierte Bergwanderführer während seiner Touren mit den Gästen an. Was macht das Wild im Winter? Was muss bei der Tourenplanung in Sachen Wetter und Lawinenkunde berücksichtigt werden? Wie orientiere ich mich im Gelände und wie kann ich Erste Hilfe leisten? Über solche und ähnliche Fragen wird häufig auch noch am Abend im Freien oder auf der Hütte diskutiert. Alexander Fercher möchte den Menschen wieder ein Gefühl für die Natur vermitteln. „Respekt und Verantwortung spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Meine Gäste sollen die Natur mit allen Sinnen erleben. Nicht nur Menschen aus der Großstadt haben verlernt, darauf zu achten, welche kleinen Wunder sich rundum in der freien Natur abspielen.“

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Den Blick zu schärfen und den Teilnehmern näher zu bringen, wieder mehr auf ihre Intuition zu achten, sind ebenso wie die Wissensvermittlung und das eigentliche Naturerlebnis Ziele, die der Oberkärntner mit seinen Touren verfolgt. Naturbegeisterte aller Alters- und Berufsgruppen gehören inzwischen zum Teilnehmerkreis der Touren von „Outdoor with nature“. Manager internationaler Firmen hat Alexander Fercher schon auf den Erlebnistouren durch die Natur begleitet. Zu seinen Kunden zählten aber auch Biochemiker einer großen Umweltorganisation oder die Mitglieder des Jeep Clubs.

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„Ob es nun ein besonders großer Baum ist, ein Sonnenaufgang oder einfach nur ein Reh, das über den Weg läuft – die Teilnehmer lernen bei diesen Touren, die Natur wieder bewusster wahrzunehmen.“ Dass ihm dies gelingt, das beweisen die vielen positiven Rückmeldungen, die Alexander immer wieder von seinen Gästen erhält. „Nach einer Sommertour meinte etwa ein Teilnehmer, dass das Erlebte so tiefgreifende Eindrücke bei ihm hinterlassen habe, dass er eigentlich gar nicht mehr nach Hause zurück wolle“, berichtet Alexander Fercher von einem besonders positiven Feedback.

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/David Hotzler