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Ein Freudentag für ganz Osttirol am Felbertauern

Am Samstag, 27. Juli 2013, um 6.00 Uhr, passierten die ersten Fahrzeuge die Ersatzstraße am Felbertauern - allen war schon in aller Früh zum Feiern zumute.

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„Straße frei“ hieß es am Samstag, 27. Juli 2013, ab 6.00 Uhr, abwechselnd am Südportal und wenige hundert Meter vor dem Matreier Tauernhaus. 

 

Nach einer Rekordbauzeit von nur etwas mehr als fünf Wochen wurde die Ersatzstraße am Felbertauern am Samstag, 27. Juli 2013, ihrer Bestimmung übergeben. Nach dem Felssturz vom 14. Mai, der die Schildalmgalerie und den dortigen Straßenabschnitt größtenteils zerstörte, wurde am 17. Juni begonnen, an einer Umfahrungsstraße zu bauen, die das betroffene Straßenstück umfährt. Nun ist diese Straße fast fertig, und sie ist schön geworden. „Heute ist ein Freudentag für ganz Osttirol. Mitten in der Hauptsaison - die Ferien in Bayern und Baden-Württemberg haben soeben begonnen - können wir diese Lebensader für Osttirol wieder öffnen“, zeigte sich Mag. Karl Poppeller, Vorstand der Felbertauernstraße AG (FAG), am Samstagmorgen um 5.45 Uhr im Bereich der Abzweigung beim Matreier Tauernhaus überglücklich. Den ersten Passanten hielt die Polizei auf. „Sie haben nichts falsch gemacht, wir möchten Ihnen einen Blumenstrauß überreichen, weil Sie der erste offizielle Passant der neuen Ersatzstraße sind“, so Poppeller zum Pkw-Lenker Christof Grzegoszczyk, der mit Bruder Simon und den Eltern Maria und Georg sichtlich überrascht war. In Düsseldorf war die Familie am Vortag um 22.00 Uhr gestartet, Ziel ist Kroatien. Auf die Frage, warum er die Route über den Felbertauern gewählt habe, sagte Christof Grzegoszczyk: „Weil mich das Navi hierher gelotst hat. Von einer Sperre der Felbertauernstraße weiß ich nichts.“

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Freude über die ersten Passanten: v.l. FAG-Vorstand Mag. Karl Poppeller, Familie Grzegoszczyk, der Matreier Bgm. BR Dr. Andreas Köll, Dr. Wolfgang Viertler, Bgm. von Mittersill, DI (FH) Michael Köll, technischer Leiter der FAG

 

Auch die Bürgermeister von Matrei und Mittersill zeigten sich erleichtert und glücklich. „Wir haben jetzt 2,5 Monate intensiv an einer Lösung gearbeitet. Ich habe am 14. Mai eine halbe Stunde vor dem Felssturz die Straße passiert. Jetzt ist die Ersatzstraße für den Verkehr frei gegeben - ein wirklich erhabenes Gefühl“, so der Matreier Bgm. BR Dr. Andreas Köll. Auch Dr. Wolfgang Viertler, der Bürgermeister von Mittersill, der Anrainergemeinde im Norden, zeigte sich erleichtert. „Auch wir im Pinzgau waren von der Sperre massiv betroffen, wir haben Einbrüche im Tourismus, vor allem auch im Ausflugsverkehr, wenn ich an die Krimmler Wasserfälle, das Nationalparkhaus, unsere Badeseen oder die Therme in Kaprun denke“, so Viertler. Es gäbe wirtschaftlich einen regen Austausch zwischen dem Pinzgau und Osttirol. „Rund 400 Arbeitskräfte aus Osttirol arbeiten bei uns im Großraum Mittersill. Wir sind sehr froh, dass die Felbertauernroute jetzt wieder befahrbar ist“, meinte der Mittersiller Bürgermeister.

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„Die ampelgeregelte Ersatzstraße können 400 Fahrzeuge in der Stunde passieren. Wenn die Feuerwehr in die Regelung eingreift, können es auch 550 sein“, erklärte DI (FH) Michael Köll, der technische Leiter der Straßengesellschaft. Am oberen und unteren Ende ist die Straße zweispurig, am etwa einen Kilometer langen Mittelstück einspurig befahrbar. Über drei Kehren und rund 1,5 Kilometer führt die Straße vom Matreier Tauernhaus zum Südportal. Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen und einer Länge von zwölf Metern haben ab sofort freie Fahrt. Ein Fahrverbot gilt für Lkw mit Anhänger und Sattelschlepper. Die Wartezeit an der Ampel beträgt maximal zehn Minuten, die Restwartezeit wird den Verkehrsteilnehmern auf einem Display angezeigt. „Die Straße hat rund 1,5 Mio. Euro gekostet. Der Mautentgang beträgt rund 2,3 Mio. Euro, wenn man von einem Verkehrsaufkommen wie in der gleichen Zeit des Vorjahres ausgeht. Also ist für uns jeder Tag, den die Straße früher öffnet, ein Gewinn. Deswegen haben wir auch mit Hochdruck und im Rahmen der Möglichkeiten, was den Arbeitnehmerschutz betrifft, teilweise rund um die Uhr gearbeitet“, erklärte Karl Poppeller.

 

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Raimund Mühlburger, Video: Brunner Images