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Lienz: Ehrenring für eine außergewöhnliche Frau

Seit 1998 macht sich Anni Kratzer für die Leukämie- und Kinderkrebshilfe Osttirol stark. Am 11.1. wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Lienzer Ehrenring ausgezeichnet.

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Mit Anni Kratzer freuten sich (v.l.n.r.): Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner, der Lienzer VP-Vizebgm. Kurt Steiner, Volksmusikstar Marc Pircher, die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, SP-Vizebgm. Siegfried Schatz

 

Volles Haus am Donnerstagabend, 11.1.2018, im Ratsaal der Lienzer Liebburg: Vertreter der Stadtgemeinde Lienz, von Vereinen und Institutionen, Weggefährten und Freunde waren ebenso wie Überraschungsgast Marc Pircher gekommen, um bei der Überreichung des Ehrenringes der Stadtgemeinde Lienz an die 79-jährige Osttirolerin dabei zu sein. Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik ließ gleich zu Beginn ihrer Begrüßungsansprache anklingen, dass es sich bei Anni Kratzer um eine wirklich außergewöhnliche Frau handelt. „Ich bin stolz darauf, dass Lienz eine Frau wie sie hat. Ihr Einsatz hat schon viele Menschen gerettet“, erklärte Blanik, die auf jene Eigenschaften Anni Kratzers einging, die ihr besonders imponierten. „Ohne ihre positive Lebenseinstellung hätte sie ihre Arbeit für krebskranke Menschen sicher gar nicht erst begonnen, musste sie doch den Krebstod ihres Mannes und Bruders miterleben. Sie tut ihr Möglichstes, um Kranke und deren Angehörige auf dem schweren Weg zu unterstützen. Dazu gehört viel Mut, denn wie man weiß, ist die erste Reaktion auf eine schlimme Diagnose meist Angst.“ Außerdem zeichne sich die Obfrau der Leukämie- und Kinderkrebshilfe Osttirol durch eine große Menschenliebe, eine freundliche Art und durch Bescheidenheit aus. „Dies alles braucht und kostet viel Kraft. Wenn man mit Anni spricht, hat man aber den Eindruck, dass ihre unermüdliche Arbeit auch Kraft gibt“, so die Lienzer Stadtchefin.

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Dass die neue Ehrenringträgerin ein ganz besonderer Mensch ist, betonte auch Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner, der in seiner Laudatio von einem „unverwüstlichen Leuchtturm in der Unterstützung krebskranker Menschen“ sprach. Anni Kratzer habe, so der Mediziner, „…auch uns Ärzten wichtige Aspekte des Krankseins vor Augen geführt, die nicht durch eine Sozialversicherung und moderne Medizinstrategien erledigt werden können. Und das hat nachhaltig beeindruckt und vielfache Wirkung gezeigt!“ Peter Lechleitner ließ in der Folge das Leben der Osttirolerin Revue passieren, berichtete von deren beruflicher Tätigkeit sowie von schweren familiären Schicksalsschlägen und leitete dann zum ehrenamtlichen Engagement über. „Mit 51 Jahren übernahm Anni Kratzer im Jahre 1991 die Aufgabe der Bezirksstellenleiterin der Katastrophenhilfe österreichischer Frauen, die sie 22 Jahre lang ausübte. 1997 gründete sie die Leukämiehilfe Osttirol, zu der ein Jahr später die Kinderkrebshilfe dazu gekommen ist.“ Die mit unermüdlichem Einsatz Tätige sei, so der Primar der Internen Abteilung am BKH Lienz, in der Rekrutierung von Spendengeldern „rührig und unkonventionell“. Er selbst habe sich mehrfach überzeugen können, wie gewissenhaft und zweckgerichtet Kratzer mit den Geldern umgehe: „Mit `null` Verwaltungskosten, dafür aber mit einem feinen Gespür, was wirklich notwendig ist!“

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Für Schmunzeln sorgte Überraschungsgast Marc Pircher. Der Volksmusikstar aus dem Zillertal erzählte von seinem ersten Kontakt mit der Osttirolerin und davon, was sie ihm damals bei einer Anfrage für einen Benefizbesuch eines krebskranken Osttiroler Buben gesagt habe: „Entweder du bist dabei, oder du hast kein Herz“. So habe er eigentlich keine Wahl gehabt, meinte Pircher, der betonte, dass der Lienzer Gemeinderat seiner Ansicht nach keine bessere Persönlichkeit für den Ehrenring hätte finden können.

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Berührend dann der Auftritt von Anni Kratzer selbst, die nicht ihre persönlichen Leistungen, sondern die Arbeit ihres Teams in den Vordergrund stellte: „Ohne all jene, die mitarbeiten und unterstützen, wäre dieses Lebenswerk nicht möglich gewesen!“ Mit Blick in die Zukunft erklärte sie, dass man den Weg der Nächstenliebe gemeinsam weitergehen solle. „Der Tag, an dem ich nicht mehr da bin, wird kommen. Aber die Sorge, ob es weitergeht, haben mir liebe Menschen schon von der Seele genommen.“

Die Ehrenring-Übergabe im Lienzer Ratsaal wurde vom Ensemble „Klangholz“ musikalisch umrahmt und im Anschluss an die Veranstaltung zu einem Essen im Kirchenwirt geladen.

 

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Text: A. Hilgartner, Fotos: Brunner Images