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Asylwerber leisteten 20.000 Stunden Waldarbeit

183 Projekte mit freiwilliger gemeinnütziger Waldarbeit von Asylwerbern wurden 2016 in Tirol umgesetzt. Im Bezirk Lienz leisteten sieben Asylwerbende 150 Stunden.

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Asylwerber aus Somalia beim Freischneiden junger Bäume 

 

Die Zeit des Asylverfahrens ist vom Warten auf die Entscheidung über den Asylstatus geprägt, wobei die Möglichkeiten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen sehr beschränkt sind. Um diese Wartezeit sinnvoll zu gestalten und den Asylwerbenden die Möglichkeit zu geben, der Aufnahmegesellschaft etwas zurückzugeben, hat der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter im Frühjahr 2016 die Landesforstdirektion beauftragt, in Kooperation mit der Tiroler Soziale Dienste GmbH und den Gemeinden geeignete gemeinnützige Waldarbeiten für Asylwerber zu finden.

Bis Ende November 2016 wurden seitdem in den Tiroler Wäldern 183 dieser Beschäftigungsprojekte erfolgreich umgesetzt. Insgesamt 375 Asylwerber haben freiwillig 20.301 Stunden gemeinnützige Waldarbeit geleistet. In Osttirol leisteten sieben Asylwerber bei drei Projekten 150 Stunden. „Für mich sind diese Projekte eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Sie schaffen für Asylsuchende eine Tagesstruktur und ermöglichen ihnen den Kontakt zu Land und Leuten. Außerdem gibt es im Forst zu jeder Jahreszeit viel zu tun“, betont Soziallandesrätin Dr. Christine Baur.

Laut Grundversorgungsgesetz dürfen Asylwerbende ausschließlich gemeinnützige Hilfstätigkeiten für Bund, Länder und Gemeinden durchführen. Die Hilfseinsätze dürfen ein Ausmaß von 80 Stunden im Monat nicht überschreiten. Der Anerkennungsbeitrag beträgt 3 Euro pro Stunde. Ahmad Alkhalaf, ein in Tarrenz lebender Syrer mit positivem Asylstatus, hat aufgrund seines Forstwirtschaftsstudiums viel Expertenwissen und wurde vom Land für ein Jahr angestellt. Seine Aufgabe bestand vor allem darin, Arbeitsteams bei der gemeinnützigen Waldarbeit vor Ort zu leiten. Durch seinen Einsatz konnten fachliche, sprachliche und kulturelle Barrieren leichter überwunden werden.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol