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„Moidl“ – der neue Roman von Gertraud Patterer

Ein Jahr lang hat die Osttiroler Heimatdichterin Gertraud Patterer aus Dölsach an ihrer zwischenzeitlich 22. Publikation, dem Dialektroman „Moidl“, gearbeitet.

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„Es war ein Hochgenuss, dieses Buch zu schreiben“, sagt die Dölsacherin im Rückblick auf die Monate intensiver und spannender Arbeit. 160 Seiten umfasst der im Johannes Heyn Verlag erschienene Roman, der am Übergang vom 19. auf das 20. Jahrhundert spielt – in einer Zeit, in der Zigeuner noch mit Ross und Wagen durch große Teile Europas zogen und auch das Gebiet des heutigen Osttirol erreichten. Mit über Jahrhunderte tradierten Vorurteilen einer bäuerlich geprägten Gesellschaft gegenüber den Fremden, die in ihrer Lebensweise nicht den vorherrschenden Normen und Werten entsprachen, beschäftigt sich Gertraud Patterer auch in „Moidl“.

„Die Zigeuner als Kindsräuber, Hexen, oder schmutzige Diebe waren immer wiederkehrende Bilder in der Fremdwahrnehmung des fahrenden Volkes“, sagt sie. Schon in ihrer Kindheit und Jugend hörte sie in Erzählungen, dass sich Zigeuner im Lienzer Raum aufgehalten hatten, wo sie lagerten und wie man sie behandelte. Hauptprotagonistin ihres Buches ist Moidl, eine Osttiroler Bauerntochter, die mit den Zigeunern eng in Kontakt kommt und deren Schicksal letztendlich traurig endet. Eine wichtige Rolle weist Gertraud Patterer der Zigeunerin Adolpha zu. Sie ist die Mutter von Pold, in den sich Moidl verliebt und der sie für eine andere verlässt.

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Schauplätze der fiktiven Handlung sind der Lienzer Talboden, der Ederplan und Kärnten. „Moidl“ ist der inzwischen fünfte Dialektroman der Heimatdichterin, die mit ihren Werken – Gedichten, Geschichten und Romanen – weit außerhalb des Bezirkes Bekanntheit erlangt hat. Für ihr reiches Schaffen wurde die 70-Jährige mit zahlreichen Auszeichnungen, u.a. dem „Rosegger Freundschaftskrug“, dem Literaturpreis „Brachland“ und dem „Rubatscher Preis“, geehrt.

Text: E. Hilgartner, Fotos: Dina Marina, Fotolia