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An der NMS Nußdorf-Debant entsteht „Digitale Klasse“

Jedes Kind der Klasse erhält einen eigenen Tablet-PC. Finanzieren müssen die Geräte die Eltern. Im nächsten Schuljahr soll mit der „Digitalen Klasse“ gestartet werden. 

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Robert Mairginter (links) und Erich Pitterl betreuen die Digital-Projekte an der NMS Nußdorf-Debant.

 

Vor drei Jahren startete die Neue Mittelschule Nußdorf-Debant als eine von 80 Pilotschulen mit dem Projekt „Klassenzimmer der Zukunft“. Ob in den Fächern Deutsch, Geographie oder Mathematik – die 23 angeschafften Tablets wurden intensiv im Unterricht verwendet. „Jetzt sind wir mit den Geräten an Grenzen gestoßen und haben uns deshalb entschlossen, aus den Erfahrungen heraus die ,Digitale Klasse‘ zu entwickeln“, so Dir. Thomas Greuter bei der Vorstellung des Projektes. Ziele seien, den SchülerInnen den richtigen Umgang mit Mobile Devices und digitale Kompetenzen zu vermitteln. „Die mobilen Geräte sollen aber keinesfalls den Unterricht dominieren, sondern lediglich unterstützen. Der Einsatz erfolgt mit Maß und Ziel, und es gibt natürlich – wie bisher auch schon – Verhaltensregeln“, erklärte der Direktor.

Lehrer Erich Pitterl koordiniert die Tabletprojekte an der Schule. „Mit den bisher verwendeten Tablets waren wir nicht flexibel genug, und sie konnten nicht temporär eingesetzt werden. Mit der ,Digitalen Klasse‘ erhält jedes Kind sein eigenes Gerät. Der Computer steht damit dem Schüler jederzeit unterstützend zur Verfügung – auch wenn er zum Beispiel nur einmal fünf Minuten im Internet recherchieren will“, so Pitterl. Mit Hilfe von Apps könnten so beispielsweise im Fremdsprachenunterricht Online-Wörterbücher verwendet werden, im Mathematikunterricht gäbe es Probiermöglichkeiten über dynamische Geometrieprogramme. „Im Musikunterricht haben die Kinder über einen Composer Appetizer einen eigenen Song kreiert – von der Melodie über den Rhythmus bis zum Text. Über das derzeit sehr moderne Coding können sie im Informatik-Unterricht in die Welt des Programmierens einsteigen“, nannte der Lehrer Beispiele für den vielseitigen Einsatz der Tablets.

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Robert Mairginter, PSI Elisabeth Bachler, Erich Pitterl, Dir. Thomas Greuter und Bgm. Andreas Pfurner (hinten v.l.n.r.) mit an den mobilen Geräten arbeitenden SchülerInnen

 

Buch und Heft sollen in der „Digitalen Klasse“ aber keineswegs der Vergangenheit angehören. „Uns geht es um ein vernünftiges Miteinander von Tablet, Buch und Heft. Durch den Einsatz von E-Books kann die Schultasche leichter werden“, so Lehrer Robert Mairginter, Koordinator für das E-Learning. Als wesentliche Säule der Neuen Mittelschulen bezeichnete Pflichtschulinspektorin Elisabeth Bachler das E-Learning. „Beim Einsatz des Computers im Unterricht tritt seine Funktion als Werkzeug in den Vordergrund und jene als Spielzeug in den Hintergrund. In Bezug auf die Gefahren der digitalen Welt werden die Lehrer laufend geschult, und auch die Schulsozialarbeiter sind bei diesen Projekten mit an Bord“, betonte Bachler.

Andreas Pfurner, Bürgermeister von Nußdorf-Debant, stellte in Aussicht, dass in ein paar Monaten auch die Infrastruktur in Ordnung sei. „Viele Jahre hatten wir in der Gemeinde Probleme mit dem Internet, auch hier an der Schule ist manchmal das System zusammengebrochen. Durch das Projekt unseres Planungsverbandes können wir aber schon bald Geschwindigkeiten wie in den Ballungszentren – also bis zu 100 Mbit pro Sekunde anbieten“, so Pfurner.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger