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Außervillgraten: „Mensch und Technik“ im Fokus

Die österreichweit einzigartige Veranstaltung „Universität im Dorf“ widmet sich heuer dem Thema „Mensch und Technik“ – 26. und 27. November 2016 im Haus Valgrata.

roboter c Fotolia phonlamaiphoto uniimdorf

 

Die im Jahr 2001 vom inzwischen verstorbenen Initiator Univ.-Prof. Dr. Lothar Lies SJ ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe hat sich 16 Jahre nach Gründung längst bewährt. Jahr für Jahr kommen im Spätherbst renommierte, universitär tätige Fachleute nach Außervillgraten in das Haus Valgrata, um hier im Dorf in einer auch für Laien verständlichen Weise über wissenschaftliche Forschungen und Ergebnisse zu informieren. Während andernorts Referenten oft nur gegen hohe Gagen auftreten, ist der Zutritt zu den einzelnen Vorträgen im Haus Valgrata für alle Interessierten kostenlos. Der Außervillgrater Bürgermeister Mag. Josef Mair und OSR Josef Told, beide Gründungsmitglieder der „Universität im Dorf“, berichten im Journal-Interview darüber, was die Besucher im heurigen Jahr erwartet.

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OSR Josef Told und Bürgermeister Mag. Josef Mair

 

Herr Told, wie ist es zur Themenfindung „Mensch und Technik“ gekommen?

Josef Told: Früher haben wir die Themen mit Lothar Lies hier im Villgratental fixiert. Nach seinem Tod wurde 2008, gemeinsam mit dem damaligen Rektor Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, die „ARGE Universität im Dorf“ mit der Landesuniversität Innsbruck als Partner auf neue Beine gestellt. Heute liefern wir, meist in den Winter-, bzw.  Frühlingsmonaten des jeweiligen Jahres, verschiedene Vorschläge an die Universität. Die Entscheidung fällen dann unsere Partner in Innsbruck, die auch die jeweiligen Experten
für die einzelnen Referate organisieren. Mit dem ersten Vortrag am Samstagnachmittag steht, nach der offiziellen Eröffnung um 14.00 Uhr, mit „Chirurgierobotik“ ein Thema im Mittelpunkt, das jeden von uns irgendwann im Laufe des Lebens betreffen könnte.

 

Was können Sie uns dazu sagen?

Bgm. Mair: Referent Prof. PD Dr. Nikolaus Bonaros von der Universität für Herzchirurgie der Tirol Kliniken gilt als anerkannte Koryphäe auf diesem Gebiet. Er wird von den Vorteilen der Roboterchirurgie erzählen, die für den Operateur und in der Folge natürlich vor allem für den Patienten darin liegen, dass komplexe Eingriffe in minimal-invasiver Technik und unter einer durch die 3-Dimensionalität
erreichten Sichtverbesserung durchgeführt werden können.

 

Hier drängt sich natürlich, wie auch bei einigen anderen  Themenstellungen der diesjährigen Veranstaltung, die Frage auf, wie groß die Gefahr ist, dass der menschliche Faktor zunehmend durch Maschinen ersetzt wird?

Bgm. Mair: Dieser, auch für unser aller Zukunft wichtige Aspekt, nimmt bei der diesjährigen „Universität im Dorf“ eine zentrale Rolle ein. In einer von Vize-Rektor Univ.-Prof. Dr. Bernhard Fügenschuh geleiteten Podiumsdiskussion zu den Grenzen von „Technik und Mensch“ wird es genau um dieses Spannungsfeld gehen. Auf Fragen wie „Was können Roboter besser?“, „Werden sie die Menschen ersetzen?“ oder „Werden sie Kontrolle über uns ausüben?“ wird der Dekan der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik, Univ.-Prof. Dr. Justus Piater, versuchen, Antworten zu geben. Und nicht zuletzt spürt beispielsweise auch Univ.-Prof. Dr. Georg Fischer SJ bei seiner Predigt bei der Sonntagvorabendmesse in unserer Pfarrkirche Aspekten wie diesen in der Bibel nach.

 

Etwas ganz Besonderes ist das die „Universität im Dorf“ seit 2011 begleitende, spezielle Programm für Kinder und Jugendliche. Wer kann daran teilnehmen?

Josef Told: Die „Junge Uni im Dorf“ richtet sich unmittelbar an die Zukunft unseres Tales. Es ist eine geschlossene Veranstaltung, die Einladung dazu geht ausschließlich an die Schulen der Umgebung, da nur eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich ist. 2015 zeigten sich über 115 Kinder und Jugendliche davon begeistert, was Dr. Silvia Prock und ihr Team zu „Mensch und Musik“ vorbereitet hatten. Heuer steht, passend zum Jahresthema, im Stationenbetrieb z.B. der Bau eines hydraulischen Roboterarms auf dem Programm. Eine faszinierende Sache. Da möchte man selbst noch einmal jung sein!

 

Herr Told, wo können sich Interessierte über das gesamte Programm und die Uhrzeiten informieren?

Josef Told: Weitere Informationen dazu findet man im Internet unter www.ausservillgraten.gv.at/veranstaltungen oder auf der Website der Universität Innsbruck unter www.uibk.ac.at/weiterbildung/community-education/uni-im-dorf. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr auf alle Besucher, die Ende November zu uns nach Außervillgraten kommen!

Text: E. Hilgartner & H. Kraner, Fotos: ponlamaiphoto-Fotolia/Osttirol heute/H. Kraner