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Werner Unterlercher groovt mit dem Kontrabass

Die innovative Gruppe rund um den  Harmonika-Virtuosen Herbert Pixner erlebt seit Jahren einen Höhenflug – der Matreier Werner Unterlercher spielt den Kontrabass.

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Der Südtiroler Herbert Pixner füllt mit seiner Musikgruppe seit Jahren die Konzerthallen und Open Air-Plätze im Alpenraum und darüber hinaus. Seit das Herbert Pixner Projekt 2005 startete, ist der Matreier Werner Unterlercher mit dem Kontrabass mit an Bord. Er ist im Matreier Ortsteil Huben praktisch mit der Musik aufgewachsen. „Bei uns zu Hause wurde immer musiziert und gesungen. Mein Vater war über 40 Jahre bei der Musikkapelle Huben als Bassflügelhornist aktiv, und es gab auch Jahre, in denen meine ganze Familie – meine Eltern, meine beiden Schwestern und ich – Mitglieder des Kirchenchors waren“, erzählt der heute 39-Jährige. In der Volksschule erlernte er zunächst bei Johann Wurzer das Spielen auf der Chromatischen Ziehharmonika, später lernte er autodidaktisch Gitarre. Mit diesen Instrumenten war er auch Teil der „Hubener Stubenmusik“, die sein Musiklehrer begründete.

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Heidi Pixner, Manuel Randi, Herbert Pixner und Werner Unterlercher (v.l.n.r.) treten als Herbert Pixner Projekt rund 150 Mal im Jahr gemeinsam auf.

 

An seine Anfänge am Kontrabass erinnert sich Werner noch genau: „Nach einer Probe ließ Johann Wurzer sein Instrument bei uns zu Hause stehen. Ich war neugierig und habe etwas herumprobiert. Mein Interesse war sofort geweckt!“ Ob mit der Chromatischen oder der Diatonischen Ziehharmonika, dem Bass, der Gitarre oder dem Osttiroler Hackbrett – in der Folgezeit wirkte er bei verschiedenen Ensembles mit, u.a. beim „Osttiroler Zithertrio“, bei den „Moasa Musikanten“ und bei der „Schobergruppe“. Gemeinsam mit seinen Kollegen von der „Altmatreier Tanzmusik“ absolvierte der Musiker am Kontrabass über 20 Jahre lang Auftritte. Sein Studium für Kontrabass und Gitarre sowie Instrumental- und Gesangspädagogik am Innsbrucker Konservatorium konnte der Hubener erfolgreich abschließen.

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Seit 2006 ist er als Musikschullehrer tätig. „Ich habe an allen drei Osttiroler Musikschulen unterrichtet, teilweise zeitgleich auch im Pitz- und im Ötztal. Inzwischen kann ich meinen SchülerInnen aber nur mehr an einem Tag pro Woche in der LMS Matrei-Iseltal die Freude an der Musik näherbringen, denn die Konzerte mit dem Herbert Pixner Projekt erfordern meinen vollen Einsatz.“ Rund 150 Auftritte pro Jahr bestreiten Herbert Pixner, Gitarrist Manuel Randi, Harfenistin Heidi Pixner und Werner inzwischen mit Herbert Pixner Projekt. Kennengelernt haben sich Werner Unterlercher und Herbert Pixner bei einem Musizierwochenende in Osttirol. „Später traf ich ihn im Konservatorium in Innsbruck wieder. Herbert lud mich ein, einige Tage später bei einem Termin in Kastelruth mit dabei zu sein. Ich sagte zu, und daraus wurde mein erster öffentlicher Auftritt mit Herbert“, erinnert sich der Matreier zurück.

 

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In den letzten zehn Jahren erlebte Pixners Gruppe einen rasanten Höhenflug. „Proben finden beim Herbert Pixner Projekt eigentlich nur in Zusammenhang mit Studioaufnahmen statt. Manchmal spielt Herbert beim Soundcheck neue Stücke vor, die dann aber erst auf der Bühne so richtig entstehen. Aus diesem Grund klingt auch jedes unserer Konzerte anders.“ Der Bass und die tiefen Töne würden übrigens zu seinem Typ sehr gut passen, meint Werner Unterlercher. „Ich bin – glaube ich – vor allem ein guter Begleiter, aber kein Solist wie Herbert oder Manuel. Bei manchen Stücken spricht Herbert seine Wünsche oder Vorstellungen aus. Meistens habe ich aber völlig freie Hand.“

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Als „Weltmusik“ bezeichnet Werner Unterlercher das, was Herbert Pixner Projekt auf die Bühne bringt. „Ob Jazz, Blues, Rock, Pop, Klassik, Gypsy-Jazz oder Tango – wir sind für alle Musikrichtungen offen.“ Bei den Auftritten von Pixner Projekt füllen sich die Locations meist bis auf den letzten Platz, 2016 waren alle bisherigen Konzerte restlos ausverkauft. Besonders gerne erinnert sich Werner an Events wie das Spielberg-Festival oder ein Konzert auf der Festung Kufstein zurück. Im Zirkus Krone in München stach ihm ein Plakat der Beatles ins Auge. „Wenn man sich vorstellt, dass diese Weltstars einst hier auftraten und wir dies jetzt auch tun – dann ist das schon ein ganz besonderes Erlebnis!“

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Immer mehr Menschen begeistert Herbert Pixner Projekt inzwischen auch im Norden Deutschlands. Vor Kurzem gaben die kreativen Musiker aus Tirol ein Konzert im Postbahnhof-Club in Berlin. Dabei waren – wie bei Pixner Projekt üblich – auch die kleinen Geschichten von Herbert, die er zwischendrin zum Besten gibt, ein wichtiges Element. „Herbert versteht es sehr gut, die einzelnen Stücke zu verbinden und die Zuhörer vorzubereiten – mit humorvollen, aus dem Leben gegriffenen Ansagen. Bei  ,Morgenrot‘, einem sehr langsamen Stück, beschreibt er zum Beispiel einen Sonnenaufgang. Viele Zuhörer schließen dann ihre Augen und schalten das ,Kopfkino‘ ein.“

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Was früher Hobby war, ist für Werner Unterlercher heute Beruf. Und dies sieht er durchaus als Privileg an. „Wir erhalten eine so große positive Resonanz. Das motiviert natürlich sehr!“ Herbert Pixner Projekt ist aber nicht nur bei Konzerten vielumjubelt, sondern auch mit Alben äußerst erfolgreich. Von allen Produktionen, wie z.B. „Blus’n auf“, „Bauern-Tschäss“, „Na und?!“ oder „Quattro“, wurden jeweils mehr als 15.000 Stück verkauft. Dies bedeutete immer auch die Auszeichnung mit der „Goldenen Schallplatte“. Mit den im heurigen Jahr veröffentlichten Produktionen geht das Herbert Pixner Projekt neue Wege. Die CD „VOLKSMUSIK!“ wird in einer Zirbenholz-Schachtel verkauft. Die CD „SUMMER” ist auch zusätzlich in einer limited Edition mit nur 2.222 Stück erhältlich – ebenfalls in einer Verpackung aus Holz und mit einer original 100 Lire-Münze.

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Langweilig wird Werner Unterlercher nie. Gemeinsam mit seiner Frau Katrin, einer Brixentalerin, die er bei einer Musizierwoche kennenlernte und die sieben Jahre lang Harfenistin des Herbert Pixner Projekts war, hat er zwei Kinder – Lea und Lorenz. Bei seiner Familie kann sich der Vielbeschäftigte nach eigenen Angaben auch am besten entspannen. „Mit dem Herbert Pixner Projekt trete ich jede Woche jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag, manchmal auch am Sonntag auf. Derzeit bauen wir in Westendorf ein Haus, in Verbindung mit meinen Unterrichtsstunden an der LMS in Matrei komme ich jedoch mindestens einmal pro Woche nach Osttirol. Das ist mir sehr wichtig. Schließlich bin ich Hubener – und das wird auch immer so bleiben“, meint er abschließend.

 

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Text Raimund Mühlburger, Fotos: Christoph HUBER