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Osttirol für Jalimo braucht weiter Hilfe – Benefizabend

Für das von Osttirol aus gebaute und betriebene Gesundheitszentrum im Südsudan wird beim Benefizabend mit Musik von Anras Brass am 14. Oktober gesammelt.

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Dr. Franz Krösslhuber im Kreis von Mitarbeitern des Health Care Centers, für die dringend eine Unterkunft gebraucht wird

 

Die politische Konfliktsituation zwischen Präsident Kiir und der SPLA sowie Ex-Vizepräsident Machar und SPLA IO hält im Südsudan an und verlagert sich zusehends auch in das Yei River County, zu dem auch Mondikolok gehört. Dort hat der Verein „Osttirol für Jalimo“ um Dr. Franz Krösslhuber ein Gesundheitszentrum errichtet. „Es ist z.B. derzeit nicht klar, wer die Kontrolle über die 120 km westlich von Mondikolok liegende Grenzstadt Moroboro hat. Nahezu alle Versorgungsstraßen in die Bezirkshauptstadt Yei sind geschlossen. Auch viele Schulen sind geschlossen, Wochenmärkte funktionieren nicht mehr, und Gesundheitszentren schließen aus Mangel an Personal und Medikamenten“, berichtet Schriftführer Hans J. Themessl. UNO-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien warnte vergangenen Mittwoch in New York vor einer „enormen und komplexen humanitären Krise im Südsudan“. Im dem ostafrikanischen Land sind 1,6 Millionen Menschen Vertriebene im eigenen Land, 4,8 Millionen Einwohner sind unzureichend mit Lebensmitteln versorgt.

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Vor diesem schwierigen Hintergrund steht „Osttirol für Jalimo“ in Mondikolok vor der nächsten großen Herausforderung, nämlich der Schaffung von Mitarbeiterunterkünften. „Nach Realisierung des ambulanten Bereiches und dem Start der Geburtshilfe steht der Beginn des stationären Betriebs unmittelbar bevor. Die Akzeptanz des Gesundheitszentrums in der Bevölkerung ist sehr gut, auch die Anzahl der Mitarbeiter hat sich beträchtlich erhöht“, erklärt Themessl. Die Unterkunftsmöglichkeiten sind in diesem Gebiet jedoch sehr beschränkt. Dazu kommt eine nächtliche Ausgangssperre, weshalb sich keine normalen Arbeitszeiten realisieren lassen. „Um dem großen Ziel einer Nachhaltigkeit des Projekts näher zu kommen, ist es von großer Bedeutung, vor Ort gute Mitarbeiter zu bekommen, auszubilden und im Team zu halten“, betont der Schriftführer. Gute Unterkünfte, Teamgeist, hochwertige Ausbildung, gemeinsame Freizeitgestaltung und Kinderbetreuung werden in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen – dazu kommt in einem Land mit permanentem Bürgerkrieg der Sicherheitsaspekt.

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Die Anras Brass Sessionband sorgt im Kultursaal Tristach für coolen Sound.

 

Dr. Franz Krösslhuber wird am 17. Oktober wieder in den Südsudan aufbrechen und bis kurz vor Weihnachten dort wieder wichtige medizinische und organisatorische Arbeit leisten. Im Frühjahr 2017 werden Simone Kofler-Hofer und Brigitte Unger – zwei Hebammen des BKH Lienz – für ca. zwei Monate im Mondikolok Health Care Centre im Einsatz sein. Franz Krösslhuber wird beim Benefizabend am Freitag, 14. Oktober 2016, ab 20.00 Uhr, im Kultursaal Tristach von der aktuellen Situation im Südsudan und im Gesundheitszentrum berichten. Dr. Ursula Strobl präsentiert Werke heimischer KünstlerInnen, die auch käuflich erworben werden können. Die Anras Brass Sessionsband sorgt für abwechslungsreichen Sound. Der Gesamterlös kommt dem Gesundheitsprojekt im Südsudan zugute.

Karten im Vorverkauf um 15 Euro in allen Geschäftsstellen der Dolomitenbank, im Tourismusbüro Lienz und im Gemeindeamt Tristach. An der Abendkasse kostet eine Karte 18 Euro.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol für Jalimo/Krösslhuber, David Kraler, Anras Brass