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Ein Oberdrauburger und die kleine Welt am Wörthersee

Seit 2009 leitet Mag. (FH) Hannes Guggenberger den Entertainment-Park des Vereins „Rettet das Kind“ in Klagenfurt, der österreichweit als „Minimundus“ ein Begriff ist.

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Hannes Guggenberger, gebürtiger Oberdrauburger, vor der Nachbildung des Petersdoms, eine von insgesamt 156 Miniaturbauten, die man in „Minimundus“ besichtigen kann. Was die Gäste bestaunen können, benötigt oft viele Jahre Vorbereitungszeit. Der Petersdom etwa erforderte eine Bauzeit von sieben Jahren, bis auch das kleinste Detail stimmte. Kostenpunkt rund 700.000 Euro.

 

minimundus ohdh8Neben den Freilandanlagen lädt seit diesem Frühjahr auch eine neue Indoor-Erlebniswelt Kinder und Erwachsene mit vielen interaktiven Stationen zur fantasievollen Reise rund um die Welt ein. Damit ist „Minimundus“ nun ganzjährig – also auch im Winter – geöffnet.

Von der Freiheitsstatue in New York bis zum Taj Mahal in Indien, von der Oper von Sydney bis zum Wiener Stephansdom, vom Londoner Tower bis zur Chinesischen Mauer – insgesamt 156 Miniaturbauten sind in „Minimundus“ Garant für eine spannende, vor allem aber auch kosten- und zeitsparende Weltreise. „Insgesamt können wir auf einen Bestand von 200 Miniaturbauten zurückgreifen. Einige werden laufend in der Minimundus-Werkstatt restauriert, es kommen auch immer wieder neue hinzu. Spezialisierte Modellbauer aus der ganzen Welt und viele österreichische HTLs sind die Architekten und Baumeister. Alle Sehenswürdigkeiten entsprechen akribisch genau dem Maßstab 1:25 und wurden bzw. werden aus Originalmaterialien, wie Lavabasalt, Tuffstein, Marmor oder Sandstein, errichtet“, informiert Hannes Guggenberger. Aufgewachsen ist der „Minimundus“-Geschäftsführer in Oberdrauburg, wo er im elterlichen Betrieb die Ausbildung zum Konditormeister absolvierte. Nach dem Studium „Public Management“ an der Fachhochschule Spittal arbeitete er für das Tourismus- und Ortsmarketing Mittersill-Stuhlfelden-Hollersbach, bei der Stadtgemeinde Lienz war er während seines Studiums als Praktikant tätig. 

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Die besondere Atmosphäre von „Minimundus“ wird durch die herrliche Parkanlage unterstrichen. Seit einigen Jahren wird die Bepflanzung auch an die Modelle angepasst. Von Frühjahr bis Herbst zeigen rund 11 000 Blumen ihre Farbenpracht und sorgen Bäume, Sträucher und Hecken für ein erholsames Grünerlebnis.

 

Die 26 000 Quadratmeter große Modellanlage „Minimundus“ nahe dem Wörthersee wurde 1958 vom Verein „Rettet das Kind“ ins Leben gerufen. Auch heute noch befindet sich das Unternehmen im Eigentum des Vereins. „Bisher hatten wir jeweils von Ostern bis Ende Oktober geöffnet und verzeichneten pro Jahr rund 250 000 Besucher. Mit der neuen Indoor-Erlebniswelt können wir nun auch in der kalten Jahreszeit eine fantasievolle Weltreise für die ganze Familie anbieten – mit vielen interaktiven Abenteuerstationen, einem 4D-Kino und weiteren spannenden Stationen auf insgesamt 1 500 Quadratmetern“, freut sich Guggenberger darüber, dass die „kleine Welt“ seit April 2016 größer geworden ist.

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Ein wichtiges Element in „Minimundus“ sind die Gartenanlagen. Von Frühjahr bis Herbst zeigen hier rund 11 000 Blumen ihre Farbenpracht, sorgen Bäume, Sträucher und Hecken für eine erholsame und entspannende Atmosphäre. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in der Hauptsaison dafür, dass im Erlebnispark am Wörthersee alles reibungslos funktioniert. Hannes Guggenberger betont in Sachen Personalmanagement vor allem den sozialen Aspekt, der ihm und dem Eigentümerverein besonders wichtig ist. „Für die Betreuung der Gartenanlagen und auch andere Arbeiten sind Menschen mit Beeinträchtigung zuständig. Alle Pflanzen werden bei uns beispielsweise ausschließlich händisch gegossen.“

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Als „österreichische Institution“ und ein für die ganze Region bedeutendes Ausflugsziel bezeichnet Hannes Guggenberger die „Kleine Welt am Wörthersee“. Immer wieder Neues zu gestalten und „Minimundus“ zu einem modernen Erlebnispark weiter zu entwickeln, so definiert er seine Aufgabe. Um sich über die neuesten Trends auf dem Entertainment-Sektor auf dem Laufenden zu halten, besucht er auch beinahe jährlich eine der größten Messen für Attraktionen und Shows in Orlando/Florida. „Die Amerikaner sind uns auf diesem Gebiet weit voraus“, sagt er. Entertainment mit sozialen Aspekten zu verbinden – dies gelingt dem Verein „Rettet das Kind Kärnten“ mit „Minimundus“ seit nunmehr 58 Jahren sehr gut. Der gesamte Reinerlös – seit der Eröffnung besuchten über 18 Mio. Menschen den Erlebnispark in Klagenfurt – fließt an den gemeinnützigen Verein. Mit Patenschaften, Soforthilfen, Schülertreffs und dem IntegrationsZentrum Seebach werden hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche unterstützt und gefördert.

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Neben dem neuen Indoor-Erlebnispark sind auch der Kindererlebnisweg und der Abenteuerspielplatz besondere Highlights von „Minimundus“. Die Kleinsten können mit dem Kinderspielschiff in See stechen, auf Elefanten reiten, mit Spielen und viel Spaß die Welt entdecken. „Minimundus“ ist übrigens auch auf der diesjährigen Osttirol Messe vertreten. „Dafür werden wir den ,Schiefen Turm von Pisa‘ abbauen und nach Lienz auf das Messegelände bringen“, so Hannes Guggenberger abschließend.

 

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Neben den 156 Modellen aus über 40 Ländern im Freigelände laden seit April 2016 auch zahlreiche Abenteuerstationen im neuen Indoor-Bereich zu Spiel und Spaß ein. Eine besondere Attraktion ist die Station „Die Welt in 4D“.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Hotzler