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Freunde der Sonnenuhren treffen sich in Lienz

Die Arbeitsgruppe Sonnenuhren des Österreichischen Astronomischen Vereins hält ihre Jahrestagung von 22. bis 24. September 2016 in der Osttiroler Bezirkshauptstadt ab.

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Diese wunderschöne Sonnenuhr kann man an der Fassade des ehemaligen Gasthofs Post in Mittewald bewundern.

 

Der Pensionist Ing. Heinrich Stocker gilt in Osttirol als der Sonnenuhren-Experte. Früher war er bei der TIWAG als Techniker tätig, mit dem Thema Sonnenuhren beschäftigt er sich nun schon fast ein Vierteljahrhundert intensiv. „Die Geschichte der Sonnenuhren begann vor mehr als 4.000 Jahren. Obwohl man sie zur Messung der Zeit nicht mehr benötigt, sind sie aus unserer modernen Welt nicht verschwunden. In Osttirol gibt es heute noch mehr als hundert Sonnenuhren“, weiß Heinrich Stocker zu berichten.

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Ing. Heinrich Stocker: „Sonnenuhren weisen uns die Zeit auf eine ganz besondere Weise – ein Blick auf diese Uhr lässt sich nicht in Sekundenschnelle erledigen. Da muss man schon genauer hinsehen, wo der Schatten des Zeigers hinfällt.“

 

Für den Sonnenuhren-Liebhaber ist die Zeit viel mehr als nur ein monotoner Ablauf von Stunden und Minuten oder ein flüchtiger Blick auf die Uhr. Die Beschäftigung mit Sonnenuhren vereint den Sammler, den Naturwissenschaftler, den Künstler, den Techniker und nicht zuletzt den philosophischen oder spirituellen Menschen. „Sonnenuhren demonstrieren eindrucksvoll die hohen handwerklich-technischen und künstlerischen Fähigkeiten der Erbauer sowie insbesondere auch deren mathematisches und astronomisches Wissen. Außerdem sind sie ein beachtenswertes Kulturgut“, so der Sonnenuhren-Freund.

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Der Schattenstab von Osttirols größter Sonnenuhr beim Sportzentrum VITHAL in Assling misst rund sieben Meter.

 

In Osttirol gibt es besonders viele Exemplare des alten Zeitmessers im Pustertal. Die größte Sonnenuhr findet man im Schwimmbad von Thal, die älteste aus dem Jahr 1559 im Dorfzentrum von Nußdorf und die außergewöhnlichste auf einer SAT-Schüssel in der Dornachstraße in Nußdorf-Debant. Eine der ältesten Sonnenuhren des Bezirkes ist am Siechenhaus in der Kärntner Straße zu sehen, eine geschnitzte kann man an einem Haus in der Panzlstraße in Matrei bewundern.

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Eine der genauesten Sonnenuhren befindet sich an der Kapelle beim Gribelehof in Lienz.

 

Heinrich Stocker hat die Jahrestagung unter dem Motto „Sonnenstadt Lienz“ organisiert. Vom 22. bis 24. September treffen sich Sonnenuhren-Freunde aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz am Ansitz Haidenhof. „Am Freitag gibt es nach dem Empfang der Stadt Lienz und einer Stadtführung am Nachmittag verschiedene Fachvorträge – etwa zu antiken oder kuriosen Sonnenuhren. Am Samstag werden wir eine Busexkursion unternehmen und auf der Lienzer Sonnseite sowie im Pustertal Sonnenuhren besichtigen“, freut sich der Sonnenuhren-Freund schon auf eine abwechslungsreiche Jahrestagung in Osttirol.

 

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Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/Sulzenbacher