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Strumerhof: Ein Ort der Begegnungen & Geschichten

Seit vielen Jahren erzählt man im Stadel des Strumerhofes der Familie Holzer in Matrei regionale und lebendige Geschichten – und zwar in Form von Ausstellungen zum Anfassen.

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Mit der Idee, den Kreislauf des Getreides vom Keim bis zum Brot darzustellen, nahm vor 13 Jahren alles seinen Anfang. Aus einem Gespräch mit Reinhard Lobenwein von der WK-Bezirksstelle, wie man ein derartiges Thema umsetzen könne, entwickelte sich die Veranstaltung „Brot der Welt im Rhythmus des Lebens“, die im Herbst 2003 über die Bühne ging. „Alles unterliegt einer Regelmäßigkeit, ob es nun um das Ausbringen der Saat oder um das Schlagen eines Germteiges geht“, meint Initiatorin Anna Holzer heute rückblickend. Ihre erste Ausstellung dauerte nur wenige Wochen. Hauptsächlich kamen damals Schulklassen auf den Strumerhof. Das aktive Mitmachen war von Beginn an ein wesentliches Element.

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Anna Holzer organisiert alle Jahre wieder Ausstellungen mit neuen vielschichtigen Themenspektren.

 

Aufgrund des positiven Zuspruchs beschloss Familie Holzer gemeinsam mit ihrem Team ein Jahr darauf, erneut eine Schau zu organisieren. Zur 25-Jahr-Feier von „Urlaub am Bauernhof“ nahm die Ausstellungsreihe erstmalig jene Form an, die bis heute Gültigkeit besitzt. Das damalige Motto lautete „Schaf, Wolle, Genuss“. Unterstützung erhielt Anna Holzer von der Angebotsgruppe „Urlaub am Bauernhof“. Hanni Mariacher stellte einige Exponate zur Verfügung, um den Bauernalltag aus vergangenen Tagen nachzustellen und um zu zeigen, wie sich die Beherbergung von Gästen auf dem Bauernhof im Laufe der Zeit gewandelt hat. In Erinnerung wurde auch gerufen, wie früher gegen „böse Geister“ in der Vermietung vorgegangen wurde – mit dem hintergründigen Verweis auf negative Einflüsse im Tourismus der Gegenwart.

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Im Stadel des Strumerhofes, der zu dem in 1.451 m Seehöhe hoch oberhalb Matreis gelegenen bergbäuerlichen Anwesen der Familie Holzer gehört, wartet jedes Jahr aufs Neue Anregendes, Traditionelles und Außergewöhnliches auf Entdeckung.

 

Inzwischen sind die thematisierten Präsentationen auf dem Strumerhof jedes Jahr von Mai bis Oktober geöffnet und neben Schülern und Gruppen für jedermann gedacht. In all den Jahren gab es, wie Anna berichtet, viele abwechslungsreiche Höhepunkte. Ein besonderes Erlebnis stellte z.B. ein Gebet dar, an dem je ein Vertreter der großen Weltreligionen aktiv mitwirkte. Ein anderes Mal waren „Kräuterweibelen“ aus der ganzen Welt auf dem Strumerhof zu Gast, ebenso wie so manch prominente Persönlichkeit, u.a. der ehemalige Bundespräsident Fischer oder die Starköchin Sarah Wiener. Auch die „Radio Tirol Sommerfrische“ gastierte schon zwei Mal im Kräuterwirtshaus hoch über Matrei. „Es ist jedes Mal ein heiteres Treiben, bei dem die Menschen staunen, lachen und einfach eine schöne Zeit erleben können. Ohne die Hilfe meiner Familie und die vielen Mitwirkenden – aktiv als Aussteller oder mehr im Hintergrund – wäre dies alles aber nicht möglich gewesen.“

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Die Vorbereitungen bis zum Eröffnungstermin erstrecken sich meist über mehrere Monate. Am Anfang steht ein inspirierender Gedanke. Dann werden Informationen gesammelt, gefolgt von der Kontaktaufnahme mit möglichen Teilnehmern und dem Versenden von To-Do-Listen. „Hinter jeder Ausstellung steckt mehr als nur die reine Informationsvermittlung“, so Anna. „Es ist ein aktives Netzwerk in Osttirol, das Begebenheiten von gestern und heute erzählt. Gerade diese Geschichten verbinden, gehen ins Herz und bleiben in Erinnerung.“

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„Es war einmal...“ - lautet das diesjährige Motto. Bekannte Märchen bilden den Ausgangspunkt für die Darbietung von Hobbys, handwerklichen Fähigkeiten, das Schaffen regionaler Betriebe und inspirierende Anregungen. Das Motto steht auch ein Stück weit für die Entwicklung des Strumerhofs selbst: Junges Leben bringt Fröhlichkeit und neues Denken und dafür heuer eingeschränkte Öffnungszeiten im Wirtshaus. Die Ausstellung selbst ist durchgehend und ganztägig bis Ende Oktober geöffnet und bietet eine empfehlenswerte Alternative für Schlechtwettertage. Anna Holzer wünscht sich, dass jeder, der den Weg zum Stadel findet, ein Stück seines Lebens mit hinein bringen solle. „Man kann sich vielleicht in einem der Märchen wiederentdecken und nimmt dann hoffentlich für sich ein wenig Inspiration, gute Energie und etwas Ruhe zurück nach Hause mit.“

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Text: Jan Schäfer, Fotos: Martin Lugger