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Prägraten: Ein ganz besonderer Pilgerweg

In der Iseltaler Gemeinde Prägraten wurde am 30.7. ein ganz besonderer Weg – der höchste alpine Kreuzweg der Alpen – der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Raimund Gröfler (Bild unten mit der 6. Station) hat die christlichen Symbole und römischen Ziffern auf Serpentinit-Findlingen angebracht. Serpentinite werden in den Steinbrüchen oberhalb von Hinterbichl gewonnen und seit über 3 000 Jahren als Schmuck- und Dekorsteine verarbeitet.

 

pilgerwegpraegraten ohhd1Pfarrer Damian Fryz nahm am 30.7. die Weihe von 14 Pilgersteinen vor, die der Prägratner Raimund Gröfler gestaltet hat und die in den kommenden Wochen an ihre endgültigen Standorte rund um Prägraten und in den Bergen der Venedigergruppe gebracht werden. Im September 2016 soll der Kreuzweg dann, so die Planung, erstmals begangen werden können.

Wie Bürgermeister Anton Steiner berichtet, unternehmen die Initiatoren des Projektes, engagierte Wander- und Bergsportfreunde aus Deutschland, schon seit vielen Jahren Bergfahrten nach Prägraten. Die gemeinsamen Erlebnisse inmitten einer noch weitgehend unberührten Natur- und herrlichen Kulturlandschaft führten zu der Idee, dass im Tal und in Verbindung mit den Bergen ein hochalpiner Kreuzweg seinen Platz finden könnte. Gesagt, getan. Die Gäste trugen ihr Vorhaben den Prägratnern vor und versprachen, dabei zu helfen, den Kreuzweg zu realisieren. Und so nahm das Vorhaben Schritt für Schritt Gestalt an. Raimund Gröfler zeichnete für die künstlerische Bearbeitung der Wegsteine und Findlinge aus Serpentin-Gestein mit Hammer und Meißel verantwortlich. Der Steinkünstler legte dabei nach eigenen Angaben großen Wert auf eine sehr schlicht gehaltene Symbolik. Eine römische Ziffer steht für die jeweilige Station. Ergänzend dazu finden sich auf den Serpentiniten ein Kreuz- und ein Herzzeichen mit Blutstropfen.“

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Der Begriff „Kreuzweg“ (lat. „via crucis“) ist eng mit dem christlichen Glauben verbunden. An vielen Orten dieser Welt findet man heute solche „Wege“, die, von den unterschiedlichsten Künstlern gestaltet, mit zumeist 14 Kreuzwegstationen an den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi erinnern.

 

Startpunkt des neuen Pilgerweges ist die Hubertuskapelle in Hinterbichl. Die einzelnen Stationen führen von hier aus zur Heiliggeistkapelle in Bichl, über verschiedene Berggipfel und Almen (wie Stabanthütte, Neue Sajathütte, Kreuzspitze, Tulpspitze oder Zopatklamm, Eisseehütte, Eissee, Weißspitze, Seewandspitze, Hirtenkreuz Mäuerle und Bodenalm) zur Maria Hilf-Kapelle in Wallhorn und schließlich zum Zielpunkt, der Pfarrkirche zum Hl. Andreas in Prägraten. Auf Wunsch der  Initiatoren wurden zwei Wegversionen mit unterschiedlichen Streckenlängen und Schwierigkeitsgraden ausgearbeitet, und ein „Pilgerbuch“ erstellt. Darin kann man die Beschreibung der einzelnen Wegabschnitte mit Schwierigkeitsgrad, Höhenunterschieden sowie Einkehr- und Übernachtungstipps nachlesen. Das „Pilgerbuch“ bietet auch Platz für Stempel bzw. Prägungen, die Gäste wie Einheimische an den einzelnen Stationen sammeln können. Bei Vorlage des Pilgerbuches wartet im örtlichen TVB-Büro gegen einen kleinen Unkostenbeitrag ein „Sackstein des Pilgerweges aus Serpentin“ als Belohnung auf die Wanderer.

Text: E. Hilgartner, Fotos: Journal/D. Hotzler